• Da steckt einer dahinter:

    "Geografitti" ist ein Blog rund um das Thema Geoinformation. Die Palette der Themen reicht von ALK über GPS bis Z-Achse. Eine ausgewogene Berichterstattung gibt es allerdings nicht. Geografitti ist subjektiv und allein Sache des Autors.
  • Der Textkoch

    Andererseits ist der Autor durchaus empfänglich für finanzielle Zuwendungen und wird sein schreiberisches Talent sowie sein fachliches Knowhow dann gerne zu ihrem Vorteil nutzen. Es gibt bereits zahlreiche Unternehmen, Fachzeitschriften und Institutionen die sich (wegen oder auch trotz dieser Webseite) dazu entschließen konnten. Nähere Informationen dazu finden sie vor allem unter dem Menüpunkt "Textkoch".

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    Presseinfos? Die Top-Ten, warum nicht.    

    25

    September
    2012

    Ein Blogbeitrag nach langer Zeit, ein Frust-Beitrag um genau zu sein. Denn mal ehrlich: Was sonst treibt einen zum bloggen?

    Und es geht natürlich um die Unfähigkeit aller anderen, auch logisch.

    In diesem Fall speziell um die Geschäftsleitungen und/oder Marketing und/oder Vertriebsleiter einiger gar nicht sooo unbekannter Softwarehäuser im GIS-Umfeld. Obwohl es mich in den Fingern juckt, nenne ich jetzt mal keine Namen, auch auf die Gefahr hin, dass die folgende Kritik etwas pauschal wirkt. Der Vorwurf der Unfähigkeit bezieht sich vor allem auf den Umstand, dass Anfragen aller Art, die sich im weitesten Sinne auf Presse- und Marketinginformationen beziehen, von den jeweils zuständigen Stellen in den Unternehmen schlicht unbeantwortet bleiben.

    Die Schwierigkeit beginnt häufig schon dabei, überhaupt die zuständige Stelle / Person zu finden. Nicht wenige Anbieter verschanzen sich hinten zentralen Einheitstelefonnummern und nichtssagenden Info-Adressen für eine E-Mail. Die Durchwahl oder persönliche E-Mail wird als geheime Kommandosache behandelt. Man erfährt sie einfach nicht. Sie steht nicht auf Visitenkarten und schon gar nicht im Netz. Die Folge: Von E-Mails fühlt sich niemand angesprochen und in den Telefonzentralen sitzen freundliche Tanjas/Anjas, die vor allem keine Informationen herausgeben (weil sie über keine verfügen, wie ich annehme) und einen damit vertrösten dass es beim Gesuchten gerade nicht passt, weil er in Urlaub ist/zu Tisch ist/in einer Besprechung sei. Die Bitte im Rückruf verschwindet wieder irgendwo in der Versenkung.

    Aber sagen wir, nach mehreren Anläufen hat man alle Hürden überwunden und spricht mit dem Verantwortlichen. Jetzt kommt es natürlich darauf an, was man will. Okay, es geht um eine normale Artikel-Recherche, man möchte Informationen über ein Projekt oder ein neues Produkt. Nichts Großes, es geht um 1500 bis 2000 Zeichen, eine längere Meldung vielleicht. Sie brauchen eigentlich nicht mal etwas zu schicken, ein Gespräch könnte auch alle Fragen klären.

    Nun sind die Sitten leider inzwischen vollkommen verwildert. Die erste Rückfrage wäre erwartungsgemäß, wofür man diese Information braucht (obwohl man sich natürlich lang und breit vorgestellt hat und mindestens zwei mal Mediadaten und PDF-Versionen des jeweiligen Mediums in das Nirvana der Info-E-Mail-Adresse versenkt hat). Aber kaum jemand stellt diese Frage als erstes. Stattdessen: Was der Artikel denn koste.

    Nennt mich naiv, aber mich verstört diese Rückfrage immer noch.

    Im Rahmen redaktioneller Berichterstattung darf eine Unternehmensnennung nichts kosten. Bereits ein nachgewiesener Zusammenhang zwischen Anzeigenbuchung und redaktionellem Bericht zieht Geldbußen nach sich. Klar, dafür stichhaltige Beweise zu liefern, fällt schwer. Kaum jemand macht dies schriftlich. Der Zusammenhang wird eher mündlich und auch dort irgendwo zwischen den Zeilen deutlich gemacht. Aber gut, das nur mal nebenbei.

    Es geht übrigens auch gar nicht um investigativen Journalismus. Die beschrieben Anfrage nach Infos zu Produkt/Projekt xy kann sogar als grundsätzlich unkritisch eingestuft werden. Ja, sie ist aus Sicht jedes vernünftigen Marketingverantwortlichen eigentlich ein Ball auf dem Elfmeterpunkt. Eine prima Gelegenheit, um mit nur wenig Aufwand sein Unternehmen in einem Medium zu präsentieren. Den Ball zu verschießen, hieße jetzt, einen undruckbaren, wirren Text zu übermitteln. Gut, das kommt auch vor, aber dann hätte man ja wenigsten geschossen. Tatsächlich übermitteln zahlreiche Unternehmen in diesem Fall einfach gar keine Information mehr. Sie treten nicht mal zum Elfmeter an.

    Mit Neugierde als Berufskrankheit geschlagen, fragt man schon mal nach und daher hier nun die Top Ten der Begründungen für fehlende Presseinfos:

    1. Das Produkt / Projekt wollen wir derzeit nicht in den Fokus rücken.
    2. Das Produkt / Projekt ist gerade im Relaunch / Update / Umbau etc.
    3. Wir warten auf die Freigabe der Information aus den USA / von der Zentrale / von der Rechtsabteilung / vom Kunden / etc.
    4. Das schaffen wir momentan vor der Messe / dem Anwendertreffen / Weihnachten / Quartalsende / etc. einfach nicht
    5. Der verantwortliche Produkt- / Projektmanager (der als einziger im Unternehmen die Infos kennt) ist gerade krank / im Urlaub / auf Weltreise / im Mutterschutz / etc.
    6. Das Produkt / Projekt ist aktuell noch gar nicht fertig / abgeschlossen.
    7. Das ist gar kein Produkt / Projekt von uns.
    8. Können Sie Ihr Anliegen nicht noch mal schriftlich formulieren? Wenn möglich auf englisch / französisch / japanisch / finnisch / etc
    9. Wir geben grundätzlich keine Pressinformationen heraus, weil wir da schlechte Erfahrungen gemacht haben.
    10. Dafür ist die kleine PR-Agentur am Rande der Stadt zuständig.

    Insbesondere Antwort Nr. 10 erheitert mich immer wieder. Denn die zuständige PR-Agentur weiß ja auch nur das, was ihr das Unternehmen mitteilt. Ergo: Eine Anfrage bei der PR-Agentur hilft nicht nur nicht weiter, sondern fügt dem Weg zur Quelle der Information nur einen Haken mehr hinzu, weswegen ich PR-Agenturen gar nicht erst anrufe. PR-Dienstleister, die wirklich kompetent im Thema sind, kann man mit der Lupe suchen.
    Sagen wir einfach, da habe ich schlechte Erfahrungen gemacht.


    Ein Kommentar über Presseinfos? Die Top-Ten, warum nicht.

    1. paul sagt:

      Später Kommentar, aber trotzdem …

      Naiv ist das schon, denn nicht gerade wenige Printler machen einem ganz unverhohlen klar, dass ein redaktioneller Beitrag erst durch eine überteuerte Anzeige ermöglicht wird.

      Wenn ich dann noch 4C-Zuschläge zahlen soll für eine Postille, die ohnehin nur die 4C-Straße kennt, könnte ich kotzen.

      Aber was solls, früher war mehr Lametta.

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