• Da steckt einer dahinter:

    "Geografitti" ist ein Blog rund um das Thema Geoinformation. Die Palette der Themen reicht von ALK über GPS bis Z-Achse. Eine ausgewogene Berichterstattung gibt es allerdings nicht. Geografitti ist subjektiv und allein Sache des Autors.
  • Der Textkoch

    Andererseits ist der Autor durchaus empfänglich für finanzielle Zuwendungen und wird sein schreiberisches Talent sowie sein fachliches Knowhow dann gerne zu ihrem Vorteil nutzen. Es gibt bereits zahlreiche Unternehmen, Fachzeitschriften und Institutionen die sich (wegen oder auch trotz dieser Webseite) dazu entschließen konnten. Nähere Informationen dazu finden sie vor allem unter dem Menüpunkt "Textkoch".

  • Info

    Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann    

    15

    Januar
    2013
    15 Januar, 2013 von in Geogeschäfte, Geoinformation Antworten

    Mit einer Art Abo-Modell für Kartenausschnitte, die man online wie offline für geschäftliche Zwecke nutzen kann, ist jetzt seit gut neun Monaten der Dienst WebMaps im Netz. Für 62,50 Euro im Monat (bei zwölf Monaten Mindestlaufzeit) darf man im Laufe des Jahres 25 Karten(ausschnitte), Luftbilder oder auch Schrägluftbilder wenigstens sechs Monate lang online nutzen und offline in so vielen Ausdrucken, wie der Bürodrucker es hergibt. Professioneller Auflagendruck ist nicht gestattet. Mehr Karten werden entsprechend teurer: Bei 1000 Karten sind es schon 15.000 Euro Jahresgebühr.

    Laut AGB richtet sich das Angebot ausschließlich an Projektentwickler und Planungsbüro, Bauträger von Immobilienvorhaben, Immobilienmakler, Wohnungsunternehmen, Hausverwaltungen, Immobilienverwaltungen, Wohnungsbaugesellschaften, Wohnungsbaugenossenschaften, kommunale Liegenschafts- und Immobilienverwalter, Geschäfts- und Hypothekenbanken, Gutachter und Sachverständige, Investoren, Wirtschaftsförderungsgesellschaften sowie Hersteller von Immobiliensoftware und Immobilienportalen. Das erklärt vielleicht das Abomodell und der Verfall der Nutzungsrechte nach sechs Monaten. Wer Karten bracht, um Anfahrtswege zu seinen 30 Niederlassungen zu beschreiben kommt mit WebMaps nicht weiter, zumal diese Nutzung auch ausdrücklich untersagt wird.

    Auch sonst glänzen die AGBs mit zahllosen Restriktionen: So darf man zum Beispiel zwei erworbene und geographisch passende DIN A4 Karten, nicht zu einer DIN A3 Karte vereinigen und pro Karte ist nur die Nutzung für ein „Objekt“ gestattet. Das heißt zum Beispiel für einen Makler, pro Wohnung wird eine Karte lizenziert. Zwei Wohnungen im selben Haus unter gleicher Adresse kosten also zwei Karten. Aber immerhin: die einem Objekt zugedachte Karte darf dann parallel gedruckt und online auf eigene Webseiten und Immobilienportalen währen der Lizenzlaufzeit beliebig oft verwendet werden.

    Derzeit beschränkt sich das Angebot auf die Karten von stadtplandienst.de und bei Luft- sowie Schrägluftbildern auf Blom, versprochen werden künftig auch Daten von Falk, Hot-Maps und GeoContent.

    Hinter dem Angebot steckt übrigens die Gesellschaft für kartographische Abdruck- und elektronische Vervielfältigungsrechte (GeKA) mbH, die in erster Linie als eine Art Detektei unter anderem für die Euro Cities AG (den Betreiber von stadtplandienst.de) Urheberrechtsverletzungen im Netz aufgespürt hat, die diese dann konsequent kostenpflichtig abmahnen ließ. Praktischerweise haben Euro-Cities AG und GeKA GmbH die gleiche Adresse und Geschäftsführer. Das Firmen-Duo ist bekannt dafür, erst zu schießen (abzumahnen) und dann zu fragen (verhandeln), wie es der Fall von offeneskoeln.de vor gut einem Jahr nochmal anschaulich gemacht hat. Einem Rechtsstreit mit der Euro Cities AG ist es aber wenigstens zu verdanken, dass das Landgericht Berlin in einem Berufungsurteil feststellen durfte, dass eine unerlaubt genutzte Stadtplanansicht doch nur 300 Euro kostet und nicht 1620 Euro, wie Euro Cities es verlangt und vorinstanzlich auch durchgesetzt hatte.

    Die GeKA geht aber nach eigener Darstellung weiterhin von höheren Streitwerten aus. Zitat von der Webseite:

    Gelegentlich wird die Frage gestellt, warum die Kartenausschnitte, besonders  für kommerzielle Nutzungen, so „teuer“ seien. Das ist schnell erklärt: Wer z.B. einen Grafiker mit einer sogenannten Designerkarte beauftragt und anschließend dafür ein lebenslanges Nutzungsrecht eingeräumt bekommen will, bezahlt dafür rund 750 bis 1.000 Euro im Format A6.

    Falls ein Grafiker dieses Honorar für eine A6-Karte mal erhalten hat, darf er sich gerne bei mir melden. Würde mich interessieren, wie man derartige Preise beim Kunden durchsetzt, aber das nur nebenbei.

    Richtig originell wird es übrigens, wenn die Euro Cities AG auf ihrer Homepage als Vorteile des neuen WebMaps-Dienstes unterstreicht, dass man damit vor Abmahnungen geschützt sei. Zitat:

    Der Kartenclub Webmaps.de richtet sich an alle Unternehmen der Wohnungswirtschaft, die Exposés, Gutachten und vor allem Web-Veröffentlichungen in den Immobilien-Portalen mit hochwertigen Kartenausschnitten unterlegen möchten. Bei der Gratwanderung, welche Karten hier wohl zum Einsatz kommen dürfen, bekam so mancher Nutzer in einer Vergangenheit eine teure Abmahnung zugestellt. Der Webmaps-Club vermittelt für kleines Geld legale Kartenausschnitte und bietet passend dazu einen von der ganzen Branche ersehnten Abmahn-Schutzschild.

    So gesehen macht einem das Unternehmen ein Angebot, das man nicht ablehnen kann.

    Warum die Interessenten wenigsten bei den Karten nicht einfach auf OSM-Daten zurückgreifen, die ohne Einschränkung für jedweden Zweck nutzbar sind, ist mir bei alldem allerdings ein Rätsel.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     



    Kommentieren

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


    *

    Eigener Senf