PolyGIS 2010: Technologie oder Marketing?
22. September 2009 | Von ttm | Rubrik: Der LeitartikelEs gibt ein GIS-Produkt in Deutschland, dass eine etwas merkwürdige Besitzstruktur aufweist: PolyGIS. Denn nicht irgendeine PolyGIS GmbH, sondern gleich zwei Unternehmen sind mit diesem Geoinformationssystem auf dem Markt: Das Software-Büro Lothar Bubel GmbH – kurz SWBB – aus dem Saarland und die Ingenieurgesellschaft für angewandte Computertechnik mbH Leipzig, kurz IAC. Beide Unternehmen haben unterschiedliche Rechte an der Software, SWBB gehört gewissermaßen die Technik, IAC besitzt die Namensrechte und hatte bislang eindeutig den schlagkräftigeren Vertrieb. Wie es ab 1997 zu dieser sächsisch-saarländischen Kooperation kam ist eine Geschichte für sich, aber zumindest ist das Ergebnis eine ziemliche Erfolgsgeschichte: Über 1200 Kommunen in ganz Deutschland nutzen PolyGIS.
Es ist gewissermaßen das GIS des kleinen Mannes oder wie es ein Wettbewerber mal ausdrückte. „Die PolyGIS-Leute haben Städte und Gemeinden als Kunden, deren Namen nicht mal auf unserer Vertriebskarte stehen.“ Bei den kommunalen Anwendungen ist PolyGIS jedenfalls die unangefochtene Nummer eins, was unter anderem darin begründet ist, dass die Software inzwischen rund 40 fertige Fachanwendungen kennt, die alle mit mehr oder weniger der gleichen Desktop-Oberfläche arbeiten. Kennt man eine, kennt man quasi alle. In kleinen Kommunen, wo der einzelne Sachbearbeiter von der Friedhofsverwaltung über die Grünflächen bis zum Kanalkataster schon mal mehrere Fachgebiete nebeneinander beackert ist das ein gutes Verkaufsargument.
Allerdings ist die Zusammenarbeit der beiden Partner schon in der Vergangenheit nicht immer spannungsfrei gewesen.