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	<title>Geografitti - nicht nur Geografisches &#187; Moralapostel</title>
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	<description>Die Vermessung meiner Welt</description>
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		<title>Mehr Sicherheit im Luftverkehr</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2009/12/27/mehr-sicherheit-im-luftverkehr/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Dec 2009 10:59:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Moralapostel]]></category>

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		<description><![CDATA[
Angesichts der jüngsten Ereignisse eines scheinbar nur knapp vereitelten Terroranschlages, bei dem ein Selbstmordattentäter versucht haben soll, ein Flugzeug kurz vor der Landung zu sprengen, mussten die Sicherheitsbehörden reagieren: Ab sofort dürfen zum Beispiel die Passagiere von Air Canada in den letzten 60 Minuten vor der Landung nicht mehr ihre Sitze verlassen.
Eine insgesamt halbherzige Maßnahme, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Angesichts der <a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,669093,00.html" target="_blank">jüngsten Ereignisse eines scheinbar nur knapp vereitelten Terroranschlages,</a> bei dem ein Selbstmordattentäter versucht haben soll, ein Flugzeug kurz vor der Landung zu sprengen, mussten die Sicherheitsbehörden reagieren: Ab sofort dürfen zum Beispiel die Passagiere von Air Canada in den letzten 60 Minuten vor der Landung nicht mehr ihre Sitze verlassen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Eine insgesamt halbherzige Maßnahme, könnte man doch versuchen das Flugzeug bereits 62 Minuten vor der Landung zu sprengen. Daher hier einige wirklich durchgreifende Maßnahmen, um die Sicherheit des internationalen Flugverkehrs endlich und endgültig zu gewährleisten. Beachten sie bitte die innere Logik: Erst wenn die jeweils zuvor genannte Maßnahme aus unerfindlichen Gründen nicht durchgesetzt werden kann, greift die nächste Maßnahme:</p>
<ol>
<li>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Alle Passagiere müssen zu Hause 	bleiben.</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das Gepäck und die Kleidung 	müssen zu Hause bleiben. Die Passagiere müssen nackt reisen und 	dürfen ihren Sitz zu keinem Zeitpunkt verlassen.</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Gepäck, Handgepäck und Kleidung 	sind vollständig am Flughafen abzugeben und werden sofort 	vernichtet. Die Passagiere müssen nackt reisen und dürfen ihren 	Sitz zu keinem Zeitpunkt verlassen.</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Gepäck, Handgepäck und Kleidung 	sind vollständig am Flughafen abzugeben und werden per Schiff 	transportiert. Die Passagiere müssen nackt reisen und dürfen ihren 	Sitz zu keinem Zeitpunkt verlassen.</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Gepäck, Handgepäck und Kleidung 	sind vollständig am Flughafen abzugeben und werden in feuerfesten, 	sprengsicheren Containern im Flugzeug transportiert. Die Passagiere 	müssen nackt reisen und dürfen ihren Sitz zu keinem Zeitpunkt 	verlassen.</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Gepäck, Handgepäck und Kleidung 	sind vollständig am Flughafen abzugeben und werden in feuerfesten, 	sprengsicheren Containern im Flugzeug transportiert. Die Passagiere 	erhalten einheitliche Bademäntel ohne 	Taschen. (Goldbestickt für Business- und First-Class). Die Sitze 	dürfen zu keinem Zeitpunkt verlassen werden.</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Gepäck, Handgepäck und Kleidung 	sind vollständig am Flughafen abzugeben und werden in feuerfesten, 	sprengsicheren Containern im Flugzeug transportiert. Die Passagiere 	erhalten einheitliche Bademäntel ohne 	Taschen. (Goldbestickt für Business- und First-Class). Jeder Gang 	zur Toilette ist schriftlich bei den Flugbegleitern anzumelden. Für 	den Gang sind die Bademäntel abzulegen. Jeweils zwei Flugbegleiter überwachen einen Passagier 	bei der Verrichtung.</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Gepäck, Handgepäck und Kleidung 	sind vollständig am Flughafen abzugeben und werden in feuerfesten, 	sprengsicheren Containern im Flugzeug transportiert. Die Passagiere 	erhalten einheitliche Bademäntel ohne Taschen. (Goldbestickt für 	Business- und First-Class). Für den Toilettengang sind die 	Bademäntel abzulegen. Ein Flugbegleiter überwacht den Passagier 	bei der Verrichtung.</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Gepäck, Handgepäck und Kleidung 	sind vollständig am Flughafen abzugeben und werden in feuerfesten, 	sprengsicheren Containern im Flugzeug transportiert. Die Passagiere 	erhalten einheitliche Bademäntel ohne Taschen (Goldbestickt für 	Business- und First-Class) und dürfen damit jederzeit zur Toilette.</p>
</li>
<li>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Gepäck, Handgepäck und Kleidung 	sind vollständig am Flughafen abzugeben und werden in feuerfesten, 	sprengsicheren Containern im Flugzeug transportiert. Die Passagiere 	erhalten einheitliche Bademäntel (Goldbestickt für Business- und 	First-Class) und dürfen damit jederzeit zur Toilette. (Achtung, das ist 	bereits eine extrem unsichere Variante, da die Bademäntel nun 	Taschen besitzen&#8230;.)</p>
</li>
</ol>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Abi 09: Nur ein Blick zurück..</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2009/06/20/abi-09-nur-ein-blick-zuruck/</link>
		<comments>http://www.geografitti.de/2009/06/20/abi-09-nur-ein-blick-zuruck/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 20 Jun 2009 15:38:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Moralapostel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich weiß nicht, Abschlussfeiern zur Vergabe der Abiturzeugnisse sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Andererseits ist meine empirische Stichprobe dazu vielleicht auch etwas klein. Sie besteht lediglich aus meiner eigenen Abifeier vor 21 Jahren und der heute beigewohnten meines Sohnes. Vor diesem Hintergrund sollte ich vielleicht nicht grundsätzlich werden...

Und im Prinzip kann ich den Unterschied zwischen beiden Feiern auch sehr kurz beschreiben. Meine eigene Feier blickte vor allem nach vorn, die heutige vor allem nach hinten. Praktisch heißt das: Im Jahr 1988 kreisten alle Redebeiträge vom Direktor bis zum Schülervertreter um die Frage, ob das frisch erworbene und mit dem Abiturzeugnis dokumentierte Wissen denn auch ausreicht, um künftig im Leben zu bestehen. Hat uns die Schule ausreichend vorbereitet? Was erwartet und künftig? Das waren die Kernfragen, zu denen Lehrer und Schüler naturgemäß verschiedene Antworten fanden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich weiß nicht, Abschlussfeiern zur Vergabe der Abiturzeugnisse sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Andererseits ist meine empirische Stichprobe dazu vielleicht auch etwas klein. Sie besteht lediglich aus meiner eigenen Abifeier vor 21 Jahren und der heute beigewohnten meines Sohnes. Vor diesem Hintergrund sollte ich vielleicht nicht grundsätzlich werden&#8230;</p>
<p>Und im Prinzip kann ich den Unterschied zwischen beiden Feiern auch sehr kurz beschreiben. Meine eigene Feier blickte vor allem nach vorn, die heutige vor allem nach hinten. Praktisch heißt das: Im Jahr 1988 kreisten alle Redebeiträge vom Direktor bis zum Schülervertreter um die Frage, ob das frisch erworbene und mit dem Abiturzeugnis dokumentierte Wissen denn auch ausreicht, um künftig im Leben zu bestehen. Hat uns die Schule ausreichend vorbereitet? Was erwartet und künftig? Das waren die Kernfragen, zu denen Lehrer und Schüler naturgemäß verschiedene Antworten fanden.</p>
<p>Während unser damaliger Direktor also die Gelegenheit nutzte, noch einmal die vielleicht nicht ewige, aber doch grundsätzliche Gültigkeit humanistischer Bildungsideale hervorzuheben und uns zu versichern, dass wir damit alles notwendige Rüstzeug erworben haben, monierten die Schüler die Kurzsichtigkeit der Lehrpläne und die geistige Stagnation vieler Mitglieder des Lehrkörpers (Leerkörpers, haha), die sich bisweilen an Hand des mitkopierten Datums von Arbeitszetteln aus dem eigenen Lehramtsstudium relativ exakt datieren ließ. Da wurden Unterschiede zwischen den Generationen, zwischen Lehrer und Schülern sichtbar und hervorgehoben.</p>
<p>Und was musste ich heute erleben? Da wird eine Generation inmitten der größten Wirtschaftskrise aus der Schule entlassen, wir erleben eine Neujustierung der Frage von Grundrechten auf der einen und Sicherheitsbedürfnissen auf der anderen Seite und kein Wort über die Frage, ob oder wie die Schule auf diese Welt im rasanten Wandel vorbereitet. Weder verteidigt (oder positiver: wirbt) ein Direktor (für) seine Bildungsvorstellungen oder meintewegen die seines Kultusministers, noch äußert ein Schüler nur die Andeutung einer Kritik an den in 13 Jahren durchgekauten Stoffen. Die Abifeier als Ort der Reflexion oder gar der Abrechnung? Fehlanzeige.</p>
<p>Stattdessen blickten Schüler und Lehrer auf die Schuljahre zurück, reihten Anekdötchen an Anekdötchen und verloren sich in Danksagungen an Freunde, Familie und Vertrauenslehrer (Sic !). Ja, die Schülersprecher dankten der Lehrerschaft ernsthaft und ohne jede Ironie, wie wunderbar sie einen auf das Abitur vorbereitet hat. Der Bildungsabschluss als Selbstzweck. Inhalte interessieren nicht. Wurde man auch aufs Leben vorbereitet? Keiner fragte, niemand antwortete.</p>
<p>Die gesellschaftliche Realität des Jahres 2009 hat den Weg in diese Schulaula heute morgen jedenfalls nicht gefunden.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Schnelle Umsetzung</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2009/01/22/schnelle-umsetzung/</link>
		<comments>http://www.geografitti.de/2009/01/22/schnelle-umsetzung/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 Jan 2009 09:27:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Moralapostel]]></category>

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		<description><![CDATA[Was für eine Meldung:
&#8220;Seit dem 01.01.2009 gibt Abteilung 7 / GEObasis.nrw die Geobasisdaten der Landesvermessung standardmäßig im Europäischen Terrestrischen Referenzsystem 1989 in der Universalen Transversalen Mercatorabbildung (ETRS89/UTM) ab.&#8221;
Und das lediglich 18 Jahre nach dem entsprechenden Beschluss der Arbeitsgemeinschaften der Vermessungsverwaltungen (AdV) in Deutschland. Ich staune&#8230;
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was für eine <a href="http://www.ima-gdi.nrw.de/Aktuelles.html" target="_self">Meldung</a>:</p>
<p><em>&#8220;Seit dem 01.01.2009 gibt Abteilung 7 / GEObasis.nrw die Geobasisdaten der Landesvermessung standardmäßig im Europäischen Terrestrischen Referenzsystem 1989 in der Universalen Transversalen Mercatorabbildung (ETRS89/UTM) ab.&#8221;</em></p>
<p>Und das lediglich 18 Jahre <strong>nach</strong> dem entsprechenden <a href="http://www.adv-online.de/extdeu/broker.jsp?uMen=4e9707b7-f12f-9d01-3bbe-251ec0023010" target="_self">Beschluss</a> der Arbeitsgemeinschaften der Vermessungsverwaltungen (AdV) in Deutschland. Ich staune&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Richtiges Anliegen &#8211; falsches Argument</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2008/10/31/richtiges-anliegen-falsches-argument/</link>
		<comments>http://www.geografitti.de/2008/10/31/richtiges-anliegen-falsches-argument/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 31 Oct 2008 08:04:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Moralapostel]]></category>
		<category><![CDATA[Politisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Es soll einen neuen Verein geben: PSI Online e.V. (Link führt ins Nirvana, siehe unten) Übernatürlichen Phänomenen wird man dort aber nur im allerweitesten Sinn nachgehen. PSI steht in diesem Fall für Public Sector Information, also Informationen und Daten der Öffentlichen Hand. Die müssen nach der EU-Richtlinie 2003/98/EG über die Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es soll einen neuen Verein geben: <a href="http://www.psi-online-ev.de/" target="_blank">PSI Online e.V.</a> (Link führt ins Nirvana, siehe unten) <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Psi-Ph%C3%A4nomen" target="_blank">Übernatürlichen Phänomenen</a> wird man dort aber nur im allerweitesten Sinn nachgehen. PSI steht in diesem Fall für Public Sector Information, also Informationen und Daten der Öffentlichen Hand. Die müssen nach der <a href="http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:32003L0098:DE:HTML" target="_blank">EU-Richtlinie 2003/98/EG</a> über die Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors frei zugänglich sein, abgesehen von den in der Richtlinie genannten zahlreichen Ausnahmen.</p>
<p>Aber auch bei den nicht als Ausnahme im Sinne der Richtlinie definierten Daten, gibt es nach Ansicht der Vereinsgründer &#8211; vornehmlich die Damen und Herren der Unternehmensberatungen <a href="http://www.micus.de" target="_blank">Micus</a> und <a href="http://www.oci-gmbh.com" target="_blank">Online Consultants International</a> &#8211; Verzug im Vollzug, sprich: Die Bundesrepublik und die Bundesländer haben zwar mit diversen Varianten so genannter Informationsfreiheitsgesetze die RIchtlinie vorschriftsmäßig in nationales Recht gegossen, aber die Behörden mauerten trotzdem regelmäßig, wenn es um die Herausgabe von Informationen geht.</p>
<p>Zitat aus dem Gründungsaufruf des Vereins:</p>
<p><em>&#8220;Das deutsche Gesetz stimmt mit der EU-Direktive fast wortwörtlich überein, nichtsdestoweniger wird es in Deutschland noch nicht „gelebt“. Behörden, die PSI anbieten, haben ihre Lizenzen und Nutzungsbedingungen noch nicht angepasst; Preise für PSI sind zum Teil prohibitiv hoch. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) weigert sich immer noch, einen Großteil seiner Daten an private Wetterdienstleister abzugeben. Dies führt dazu, dass meteorologische Unternehmen sich gezwungen sehen, eigene Wetterstationen aufzubauen, um hier konkurrieren zu können. Kartographische Verlage kritisieren den unfairen Wettbewerb mit Vermessungsbehörden bei der Erstellung von Freizeitkarten. Juristische Informationen des Bundes werden ausschließlich über die Juris GmbH veröffentlicht. Die kommerzielle Weiterverwendung durch andere Unternehmen wird durch diese Exklusivvereinbarung verhindert. Der Aufbau einer mittelständischen Dienstleistungsstruktur für den Markt der öffentlichen Informationen und damit auch die Schaffung von Arbeitsplätzen wird gegenwärtig durch den restriktiven Umgang von PSI-Anbietern stark eingeschränkt.&#8221;</em></p>
<p>Man kann das mit einigem Recht so sehen und wo zwei der gleichen Meinung sind, ist in Deutschland die Vereinsgründung nicht weit. Außerdem wurde die EU-Richtlinie am 17. November 2003 in Kraft gesetzt, da kann man am 17. Novemer 2008 symbolträchtig zur Gründungsversammlung laden und entsprechende Einladungen verschicken.</p>
<p>Ich habe auch eine bekommen, musste aber stutzen. Denn neben geplanter Vereinssatzung, Gründungsaufruf  (&#8220;Wofür wir uns stark machen&#8221;), Beitragssatzung und Aufnahmeantrag, die man allesamt bereits auf der provisorischen Homepage des neuen Vereins herunterladen kann, war auch noch ein Aufsatz des Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar an die Mail gehängt, in dem er einen restriktiveren Umgang mit Geodaten bei Bonitästprüfungen fordert. Und in der Mail selbst schreibt <a href="http://www.micus.de/11_geschaeftsfuehrung.html" target="_blank">Micus-Geschäftsführer Martin Fornefeld</a>:</p>
<p><em>&#8220;&#8230; dass in Deutschland im Hinblick auf die Weiterverwendung von öffentlichen Daten noch einiges im Argen liegt. Besonders deutlich wird dies auch in dem aktuellen Artikel von Peter Schaar (beigefügt), in dem er eine schärfere Anwendung des Datenschutzes für Geodaten fordert, was sich wiederum stark hemmend auf den Geoinformationsmarkt auswirken würde.&#8221;</em></p>
<p>Der Bundesdatenschutzbeauftragte als Kronzeuge für Vollzusgdefizite einer EU-Richtlinie? Und das auch noch mit einem so brisanten Thema wie der Bonitätsprüfung durch Scoringmodelle, die auf Wohnumfelddaten beruhen, auf die der jeweils Betroffene auch durch individuell ordentliche Kassenführung keinerlei Einfluss nehmen kann?</p>
<p>Schlechte Idee.</p>
<p>Geoscoring: Das sind statistische Massendaten als Grundlage von Einzelfallentscheidungen. Das ist ein mehr als problematisches Verfahren, aus Sicht des Datenschutzes völig zu Recht kritikwürdig und im Rahmen politischer Lobbyarbeit bestens geeignet, die Verwendung von Geodaten für Marketingzwecke insgesamt zu diskreditieren.</p>
<p>Jeder Anbieter auf diesem Sektor täte deshalb gut daran, sich schleunigst von jedem unkritisch genutzten Scoringmodell zur Bonitäsprüfung zu distanzieren, das auf Geodaten beruht. Seriös wäre es, auf die hohe Wahrscheinlichkeit von Fehlbeurteilungen hinzuweisen, die zwangsläufig entsteht, wenn Statistikmodelle, die in der Masse funktionieren, um Werbepost mit weniger (<strong>nicht</strong> <strong>ohne</strong>) Streuverlust zu versenden, zur Grundlage existenzieller Einzelentscheidungen über eine individuelle Kreditvergabe werden. Wenn die Branche das nicht begreift, muss sie in der Tat damit rechnen, dass ihr irgendwann der Datenschutz die Existenzgrundlage entzieht und das dann vermutlich zu Recht.</p>
<p>Als Argumentation für die mangelnde Umsetzung einer EU-Richtlinie ist das jedenfalls völlig untauglich. Das eigentlich richtige Anliegen der PSI-Gründer ist damit schon am Start beschädigt.</p>
<p>P.S.  Den der Mail als JPG angehängten Aufsatz von Peter Schaar habe ich aus Gründen des Urheberrechts hier vorsichtshalber nicht veröffentlicht. Er ist der Ausgabe 9/08 der Zeitschrift &#8220;<a href="http://www.ruw.de/kur/service/kurzportrait/index.html" target="_blank">Kommunikation &amp; Recht</a>&#8221; erschienen.</p>
<p>Nachtrag 01.12.08: Wie auch aus den Kommentaren zu entnehmen hat der Verein auf das Kürzel PSI im Namen verzichtet und sich als IWG Netzwerk konstituiert, wobei &#8220;IWG&#8221; für Informationsweiterverwendungsgesetz steht. Entsprechend führt die oben angebene Online-Adresse schon nach kurzer Zeit ins Leere. Die Seite findet sich jetzt unter <a href="http://www.iwg-netzwerk.de/" target="_blank">www.iwg-netzwerk.de</a></p>
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		<title>Lesebefehl</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2008/10/07/lesebefehl/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Oct 2008 12:03:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Moralapostel]]></category>
		<category><![CDATA[Politisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Jürgen Koppelin von der FDP zur Krise am Finanzmarkt. Lange nicht mehr so herzhaft gelacht.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jürgen Koppelin von der FDP <a href="http://www.alarmschrei.de/2008/10/07/es-ist-nur-wer-kommt-hin/" target="_blank">zur Krise am Finanzmarkt</a>. Lange nicht mehr so herzhaft gelacht.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Lieber Verkehrsverbund&#8230;</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2008/06/22/lieber-verkehrsverbund/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Jun 2008 08:21:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Moralapostel]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstgespräche]]></category>
		<category><![CDATA[ÖPNV]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;gestern hast Du mir eine kleine Broschüre zukommen lassen, die mich darüber informiert, dass ab 1. August neue Tarfe gelten. Auf 24 Seiten wird ausführlich erläutert, wie das künftig aussieht mit den neuen Preisstufen. Ja, ehrlicherweise wird sogar gesagt, dass die Tarife sich jetzt stärker an der Fahrtstrecke orientieren und Leute, die besonders weite Wege [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;gestern hast Du mir eine kleine Broschüre zukommen lassen, die mich darüber informiert, dass ab 1. August neue Tarfe gelten. Auf 24 Seiten wird ausführlich erläutert, wie das künftig aussieht mit den neuen Preisstufen. Ja, ehrlicherweise wird sogar gesagt, dass die Tarife sich jetzt stärker an der Fahrtstrecke orientieren und Leute, die besonders weite Wege haben, müssen jetzt mehr bezahlen, andere dafür (angeblich) weniger. Dazu kann ich nichts sagen, denn in meinem Tarif bleibt laut Broschüre alles beim Alten. So steht es da, wörtlich.</p>
<p>Tja,  lieber <a href="http://www.vrr.de" target="_blank">VRR</a> und das ist leider gelogen. Denn in Wirklichkeit wird es selbstverständlich teurer. Wie ich für mich ausgerechnet habe, um rund 5,9 Prozent. Das ist nun kein Beinbruch und auch keine Überraschung, wir wissen ja, Energiepreise und so, was will man machen? Außerdem erhöhst Du jedes Jahr Deine Preise, seit Mitte 2006 sind es mit dieser Preiserhöhung so insgesamt knapp 17 Prozent in zwei Jahren für meine kleine Monatskarte.</p>
<p>Was mich wirklich stört ist allerdings, dass diese Preiserhöhung auf 24 Seiten gar nicht erwähnt wird, sondern im Gegenteil besonders betont wird, dass in meiner Preisstufe alles beim Alten bliebt. Das erinnert mich an ein Schreiben meiner langjährigen Bank, die mir mitgeteilt haben, wie günstig ich künftig mein Konto bei Ihnen führen kann, falls ich  mehr als 10.000 Euro bei ihnen angelegt habe. Dass sich mein Kontogebühren ansonsten glatt verdoppeln, stand da allerdings nicht. Aber das war kein Problem, ich bin jetzt enfach bei einer anderen Bank.</p>
<p>Das ist bei Dir natürlich etwas schwieriger. Zugegeben. Aber gerade weil ich nicht so einfach davonlaufen kann, könnte man doch wenigsten ehrlich sein. Hast Du so seinen Kundennepp denn nötig? Preise erhöhen und so tun, als sei nichts? Überlass so etwas doch bitte Banken und Versicherungen, die können das auch viel besser, was meinst?</p>
<p>Herzlichst</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Zweck erfüllt</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2008/05/30/zweck-erfullt/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 May 2008 13:55:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Am Wegesrand]]></category>
		<category><![CDATA[Moralapostel]]></category>
		<category><![CDATA[Politisches]]></category>

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		<description><![CDATA[So, nun ist es offiziell: Die CeGi GmbH wird zum 31.05.2008 aufgelöst, wie der Homepage der Firma zu entnehmen ist. Ich möchte dazu die Formulierung der Begründung hervorheben:
&#8220;Die bei der Gründung gesetzten Ziele wurden durch zahlreiche erfolgreich durchgeführte Projekte bis zum heutigen Tage vollständig erreicht. (&#8230;) Der Unternehmenszweck ist somit erfüllt und daher haben sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So, nun ist es offiziell: Die CeGi GmbH wird zum 31.05.2008 aufgelöst, wie der <a href="http://www.cegi.de">Homepage</a> der Firma zu entnehmen ist. Ich möchte dazu die Formulierung der Begründung hervorheben:</p>
<p><em>&#8220;Die bei der Gründung gesetzten Ziele wurden durch zahlreiche erfolgreich durchgeführte Projekte bis zum heutigen Tage vollständig erreicht. (&#8230;) Der Unternehmenszweck ist somit erfüllt und daher haben sich die Gesellschafter der CEGI GmbH entschlossen, diese aufzulösen.&#8221;</em></p>
<p>Das ist vorbildlich und sollte Schule machen. Ausgehend davon hätte ich also ein paar Vorschläge:</p>
<p>&#8220;Die bei der Gründung gesetzten Ziele wurden durch zahlreiche erfolgreich durchgeführte Projekte bis zum heutigen Tage vollständig erreicht. (&#8230;) Der Parteizweck ist somit erfüllt und daher haben sich die Mitglieder der SPD entschlossen, diese aufzulösen.&#8221;</p>
<p>oder</p>
<p>&#8220;Die bei der Gründung gesetzten Ziele wurden durch zahlreiche erfolgreich durchgeführte Projekte bis zum heutigen Tage vollständig erreicht. (&#8230;) Der Unternehmenszweck ist somit erfüllt und daher haben sich die Aktionäre der Volkswagen AG entschlossen, diese aufzulösen.&#8221;</p>
<p>oder</p>
<p>&#8220;Die bei der Gründung gesetzten Ziele wurden durch zahlreiche erfolgreich durchgeführte Projekte bis zum heutigen Tage vollständig erreicht. (&#8230;) Der Unternehmenszweck ist somit erfüllt und daher hat sich die Bundesrepublik entschlossen, die Bundesbank aufzulösen.&#8221;</p>
<p>ode<em>r</em></p>
<p>&#8220;Die bei der Gründung gesetzten Ziele wurden durch zahlreiche erfolgreich durchgeführte Projekte bis zum heutigen Tage vollständig erreicht. (&#8230;) Der Landeszweck ist somit erfüllt und daher hat sich die Bevölkerung entschlossen, die 16 Bundesländer aufzulösen.&#8221;</p>
<p>oder</p>
<p>&#8220;Die bei der Gründung gesetzten Ziele wurden durch zahlreiche erfolgsreich durchgeführte Projekte bis zum heutigen Tage vollständig erreicht. (&#8230;) Der Bündniszweck ist somit erfüllt und daher haben sich die Mitglieder der NATO entschlossen, diese aufzulösen.&#8221;</p>
<p>Politik und Wirtschaft könnten so friedlich sein, wenn die Beteiligten einfach immer wüssten, wann Schluss ist. (Weitere Vorschläge willkommen.)</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Geochatching</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Dec 2007 13:27:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Am Wegesrand]]></category>
		<category><![CDATA[Moralapostel]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus dem Traunsteiger Tagblatt (Eigenwerbung: &#8220;Die große Tageszeitung im südostbayerischen Raum&#8221;):
&#8220;Verdacht auf krummes Ding&#8220;

 Einen Verdacht auf »krumme Dinger« meldete ein aufmerksamer Traunsteiner am Mittwoch, nachdem er zwei Fremde beobachtete, die in ein leeres Weinfass etwas legten oder aber auch entnahmen. Eine Streifenbesatzung der Polizei klärte rasch den dubiosen »Kriminalfall«. (Sie) entdeckte in der Tonne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus dem Traunsteiger Tagblatt (Eigenwerbung: &#8220;Die große Tageszeitung im südostbayerischen Raum&#8221;):</p>
<p><em><strong>&#8220;<a href="http://www.traunsteiner-tagblatt.de/includes/mehr.php?id=11155">Verdacht auf krummes Ding</a>&#8220;</strong><br />
</em></p>
<p><em> Einen Verdacht auf »krumme Dinger« meldete ein aufmerksamer Traunsteiner am Mittwoch, nachdem er zwei Fremde beobachtete, die in ein leeres Weinfass etwas legten oder aber auch entnahmen. Eine Streifenbesatzung der Polizei klärte rasch den dubiosen »Kriminalfall«. (Sie) entdeckte in der Tonne eine kleine Filmdose mit der Aufschrift »Vorsicht – Bitte nicht öffnen – <strong>Geochatching</strong>«. Neugierig geworden, öffneten die Beamten trotzdem das Döschen und fanden darin tatsächlich Unterlagen für das sogenannte <strong>Geochatching</strong>. (&#8230;) <strong>Geochatching</strong> ist eine Art moderner »Schnitzeljagd«. Dabei sind die hinterlegten Daten zu dem Spiel in das Internet einzugeben. Nach Auffinden des Zieles winkt für den Sieger von dem Veranstalter eine Prämie. Diese Erklärung für den Vorgang mussten die Beamten aber auch erst erforschen, um auf den Hintergrund der Sache zu kommen.</em></p>
<p>Okay, man könnte jetzt sagen, das Traunsteiger Tagblatt ist auch bislang nicht als Speerspitze des Qualitätsjournalismus hervorgetreten, es ist ja wohl nur ein Lokalblättchen und mein Gott, Südostbayern und überhaupt: Sooo wichtig ist <strong>Geocaching</strong> ja nun nicht.</p>
<p>Aber wieviele ordentliche Bürger lesen kaum mehr als ihr Lokalblättchen, um sich zu informieren? Wie richtig oder falsch sind die übrigen Meldungen in dem Blatt? Und wer hat hier jetzt eigentlich gar nichts begriffen: Stammen all die falschen Infomationen und Begrifflichkeiten von der Polizei? <a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2007/12/28/sandra-model2mpeg/">Ermitteln die sonst auch so exakt</a>? Prüfen Traunsteiner Journalisten nie, was Ihnen die Polizei erzählt? Oder haben die Journalisten die Informationen über &#8220;Geochatching&#8221; selbst recherchiert? Recherchieren die immer so genau? Warum sollen Zeitungen angesichts solcher Beiträge per se besser sein, als Angebote im Netz, wie manch Zeitungsherausgeber offenbar ernsthaft glaubt?</p>
<p>Und wo sind meine 366 Prämien vom Veranstalter?</p>
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		<title>Selbstreflexion</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2007/12/10/selbstreflexion/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Dec 2007 14:10:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Moralapostel]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstgespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei sueddeutsche.de kotzt sich der SZ-Feuilletonist Bernd Graff über das Internet im Allgemeinen und Web 2.0 im Besonderen aus.  Andererseits singt er das Loblied auf etablierte Medien. Eine der Kerthesen (in his own words):
&#8220;Die etablierten Medien verfügen über rigide Aufnahmeverfahren und praktizieren bei journalistischem Fehlverhalten im besten Fall Sanktionierungen. Es darf also eben nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei sueddeutsche.de <a href="http://www.sueddeutsche.de/computer/artikel/211/146869/">kotzt</a> sich der SZ-Feuilletonist Bernd Graff über das Internet im Allgemeinen und Web 2.0 im Besonderen aus.  Andererseits singt er das Loblied auf etablierte Medien. Eine der Kerthesen (in his own words):</p>
<p><em>&#8220;Die etablierten Medien verfügen über rigide Aufnahmeverfahren und praktizieren bei journalistischem Fehlverhalten im besten Fall Sanktionierungen. Es darf also eben nicht jeder überall mitschreiben &#8211; und der, der schreibt, macht dies nie unbeobachtet und zum Beispiel auf der freien und anonymen Wildbahn der Wikipedia, die so einfach anzuklicken ist und wohl auch deshalb vor Fehlern strotzt. Was aber wiegt dann mehr? Dass das immer elitäre Denken der Mainstream-Medien im Zweifel undemokratisch ist? Oder, dass daraus Qualität entsteht?&#8221;</em></p>
<p>Den durchaus lesenswerten Beitrag kann man eigentlich recht kurz zusammenfassen: Zeitungen sind relevanter als das Internet und im Zweifelsfall stimmt auch das, was drin steht. Das kann im Netz nicht so sein, da dort ja jeder Amateur sanktionslos herumschwadronieren darf. Ausnahmen bestätigen die Regel.</p>
<p>Bei <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2007/12/07/die-korrumpiertheit-der-presse-als-faktum/">Basic Thinking</a> und <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1621">Indeskretion Ehrensache</a> finden sich schöne Reaktionen auf diesen Beitrag, weswegen ich gar nicht direkt auf Graffs &#8220;Früher-war-alles-besser-Geschwurbel&#8221; eingehen will. Aber ich nehme es zum Anlass, etwas zu tun, was Graff komplett unterlassen hat: Bei dieser ganzen Debatte um Internet, Blogs, Medien und die Qualität derselben so etwas wie Selbstreflexion einfließen zu lassen.</p>
<p>Fangen wir mal so an: Bereits mit 17 stand mein Entschluss unumstößlich fest. Ich will Journalist werden. <span id="more-606"></span>Nach einer Beratung beim Arbeitsamt, in der sich der zuständige Berufsberater als komplett unwissend entpuppte, nahm ich mein Schicksal kurzentschlossen in die eigenen Hände, suchte meine schönsten Schülerzeitungsartikel zusammen und marschierte damit zum Lokalchef der örtlichen Tageszeitung. Bei meinem vierten Besuch brummelte der dann irgendwas von &#8220;Können wir ja mal probieren&#8221; und so begann eine hoffnungsfrohe Karriere mit all den üblichen Verdächtigen: Gemeinderäte, Hühnerzüchter, Weihnachtsbasarbesucher. Und ganz manchmal war es sogar spannend: Zum Beispiel wenn ein entlassener Kämmerer kopierte Protokolle aus nicht-öffentlichen Sitzungen weitergab, die zeigten wie sich Ratsherren, die zugleich Autohausbesitzer waren, selber großzügige Wirtschaftsförderung gewährten. Meine Karriere als neuer Bob Woodward war unausweichlich.</p>
<p>Was ich sagen will: Es war der ersehnte Traumjob mit klassischer Laufbahn: Freie Mitarbeit, Praktikum, Volontariat, Redakteur und schließlich Chefredakteur einer (kleinen, möglicherweise unbedeutenden, aber immerhin) Fachzeitschrift. Nur dass ich in den über 20 Jahren, in denen ich jetzt professionell (= für Geld) schreibe, zusehen durfte, wie dieser Beruf zumindest in  den etablierten Medien langsam vor die Hunde ging. Und das liegt nicht am Internet oder daran, dass jetzt jeder bloggt und nicht nur eine selbsternannte Elite ihre Texte veröffentlichen darf.</p>
<p>Professionellem Journalismus wurde und wird schlicht die ökonomische Grundlage entzogen.  Die Journalisten selbst haben  sich für die wirtschaftliche Basis ihrer Tätigkeit nie interessiert. Bis heute gibt es hierzulande z.B. keine brauchbare ökonomische Medientheorie. Und es wird gerne gejammert über kaputt gesparte Redaktionen, aber es werden keine neuen Chancen gesucht, zum Beispiel im Internet. Stattdessen gibt es Artikel, die die Relevanz der Holzpresse betonen. Super Strategie gegen den schleichenden Bedeutungsverlust wegen erodierender ökonomischer Basis. In der Schule hieß das am Thema vorbeigeschrieben und war meistens eine Fünf.</p>
<p>Ich persönlich habe es all dem meine Konsequenz gezogen und mich auf den Kern dessen besonnen, was Journalismus tun sollte: Seine Leser informieren. Dass Verleger diese Dienstleistung nicht mehr anständig bezahlen wollen, interessiert mich nicht mehr. Da draußen ist ein Markt für diese Leistung. Es gibt genügend Unternehmen, die dankbar dafür sind, wenn jemand ihre zunehmend komplexer werdenden Dienstleistungen und Produkte dem Publikum verständlich erläutern kann. Und die diese Dankbarkeit auch noch in vernünftige Tagessätze ummünzen.</p>
<p>Was ich höre da, das sei kein (hüstel) unabhängiger Journalismus, sondern PR? Auch aus solchen Vorwürfen spricht nur jammervolle Unkenntnis über die Bedürfnisse von Kunden und Lesern. Ein PR-Mann ist genau so unabhängig vom Auftraggeber wie ein Zeitungsjournalist von seinem Verleger. Letzterer ist nämlich sein Auftraggeber. Und nach meinen bescheidenen Erfahrungen sind Verleger an allem Möglichen interessiert, aber nicht an informierten Lesern. Das ist sozusagen ein Nebeneffekt. In erster Linie gucken Verleger aufs Geld und Leser zu informieren, heisst im Zweifelsfall Geld auszugeben für Recherche. Leser zu informieren ist für Verleger ein Kostenfaktor. Anders die Unternehmen, die gar nichts anderes wollen, als dass ich die Leser so umfassend wie möglich informiere. Sie betrachten Reisekosten oder mein Honorar als notwendige Investition.</p>
<p>Ich informiere dabei einseitig? Nunja, ich informiere genau so einseitig wie jeder Zeitungsjournalist entsprechend dem Profil seine Blattes berichtet, so einseitig, wie jeder Fernsehjournalist entsprechend dem Profil seiner Sendung. Ich fühle mich nicht unfreier, als bei der Zeitung. Eher habe ich größere Freiheiten, weil meine Auftraggeber nicht beständig so tun, als könnten sie meinen Job auch machen. Ich bemühe mich, wie jeder professionelle Schreiber, Tatsachen nicht zu verdrehen und den Fakten auf den Grund zu gehen. Und wer behauptet, er mache dies ohne jedes erkenntnisleitende Interesse, lügt sowieso.</p>
<p>Nun mache ich allerdings auch keine PR für Pharmaunternehmen oder Versicherungen. Es geht nicht um dem Verkauf von Konsum- sondern um erklärungsbedürftige Investitionsgüter. Und ich behaupte, in dieser Nische ist guter Journalismus nicht nur gefragt, sondern er wird sogar anständig bezahlt. Natürlich verliert Journalismus auf dieser Ebene an gesellschaftlicher Relevanz. Aber abgesehen von der narzisstischen Kränkung der Macher ist das unwichtig. Wichtig ist die Frage, wo der öffentliche Diskurs stattfindet, wenn Jourmalismus zur Nichentätigkeit wird. Vielleicht genau an jenen Stellen, über die sich Bernd Graff heute so kraftvoll beklagt.</p>
<p>Schon jetzt fühle ich mich bei vielen Themen durch die Blogosphäre besser informiert, als durch ARD und ZDF von irgendwelchen Privatsendern ganz zu schweigen. Und wenn die Zeitungsmacher weiterhin solche Texte absondern, wie Graff, wird es nicht mehr lange dauern, bis sie tatsächlich ebenfalls jede Relevanz verloren haben und kein Ort öffentlicher Diskussion mehr sein werden, die schon heute nicht mehr in den Zeitungsspalten stattfindet, sondern in den Kommentarfunktionen vieler Blogs. Das ist nicht zwingend besser, das ist aber auch nicht schlechter, das ist nur anders, als in den letzten 40 Jahren. Und, das sei zugegeben, es ist unübersichtlicher. Aber ist das nicht das Spiegelbild der Welt? Passiert jeden Tag wirklich nicht mehr, als in 15 Minuten Tagesschau hineinpassen. Vielleicht verschwinden Leitmedien, vielleicht gibt es Neue. Leben ist Veränderung. Und darauf kann man immer in zwei Varannten reagieren: Man stellt sich drauf ein oder man beklagt es.</p>
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		<title>Industrie gegen Wettbewerb</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Oct 2007 16:57:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Moralapostel]]></category>
		<category><![CDATA[Satelliten weisen den Weg]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Zusammenhang mit dem aktuellen Streit ums Geld um Gallileo, kann man Sätze zum Beispiel in  Welt-Online lesen, die man sich bislang nicht vorstellen konnte:
&#8220;Auch    der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ist gegen mehr Wettbewerb    bei der Auftragsvergabe.&#8221;
Das ist wohl der Linksruck&#8230;.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zusammenhang mit dem aktuellen Streit <strike>ums Geld</strike> um Gallileo, kann man Sätze zum Beispiel in  <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article1232888/Satelliten-System_Galileo_wird_zur_Chefsache.html">Welt-Online</a> lesen, die man sich bislang nicht vorstellen konnte:</p>
<p><em>&#8220;Auch    der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ist gegen mehr Wettbewerb    bei der Auftragsvergabe.&#8221;</em></p>
<p>Das ist wohl der Linksruck&#8230;.</p>
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