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	<title>Geografitti - nicht nur Geografisches &#187; Großer Bruder sieht Dich</title>
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	<description>Die Vermessung meiner Welt</description>
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		<title>Zeitenwandel</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2010/05/19/zeitenwandel/</link>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 08:05:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Großer Bruder sieht Dich]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Google-Maps und Google Earth halte ich für ausgesprochen datenschutz- und  persöhnlichkeitsgefährdend. Angenommen, Sie haben ein Grundstück in einer Alleinlage, das man von außen gar nicht einsehen kann. Von oben kann man alles genau sehen. (&#8230;) Google Streetview finde ich dagegen nicht so gefährlich. Das ist ein Auto, das auf der Straße fotografiert, aber das kann jeder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>&#8220;Google-Maps und Google Earth halte ich für ausgesprochen datenschutz-  und  persöhnlichkeitsgefährdend. Angenommen, Sie haben ein Grundstück in  einer Alleinlage, das man von außen gar nicht einsehen kann. Von oben  kann man alles genau sehen. (&#8230;) Google  Streetview finde ich dagegen nicht so gefährlich. Das ist ein Auto, das  auf der Straße fotografiert, aber das kann jeder tun.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der seinerzeitige Hamburger Datenschutzbeauftragte Hartmut Lubomierski, gefunden in der <a href="http://www.welt.de/hamburg/article2419405/Datenschuetzer-warnt-vor-Googles-neuem-Browser.html">WELT</a> nach Tweets von <a href="http://twitter.com/ChristophKappes" target="_blank">Christoph Kappes</a>. Da gibts noch mehr Links auf frühere Einschätzungen und Geschehnisse rund um Google und dem Datenschutz.</p>
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		<title>Vier Thesen zum Datenschutz</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2010/02/15/vier-thesen-zum-datenschutz/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 07:12:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Großer Bruder sieht Dich]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser (Eigen-)Bericht über das Symposium „Rechtsfragen der Geoinformation“ ist symptomatisch für die aktuelle Diskussion zum Thema Datenschutz. So wie in dem Bericht munter allerlei Themen durcheinander geworfen werden, wirft auch die Datenschutzdebatte insgesamt und in Bezug auf geographische Daten speziell einiges durcheinander. Da springt man vom Urheberrecht zum allgemeinen Datenschutz, von dort zu INSPIRE und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><a href="http://www.geografitti.de/wp-content/uploads/2010/02/daten.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1477" style="margin: 1px 5px;" title="daten" src="http://www.geografitti.de/wp-content/uploads/2010/02/daten-300x225.jpg" alt="" width="240" height="180" /></a>Dieser <a href="http://www.entity38.de/aerobrief/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=7368&amp;Itemid=129">(Eigen-)Bericht</a> über das Symposium „Rechtsfragen der Geoinformation“ ist symptomatisch für die aktuelle Diskussion zum Thema Datenschutz. So wie in dem Bericht munter allerlei Themen durcheinander geworfen werden, wirft auch die Datenschutzdebatte insgesamt und in Bezug auf geographische Daten speziell einiges durcheinander. Da springt man vom Urheberrecht zum allgemeinen Datenschutz, von dort zu INSPIRE und dann zu speziellen Regelungen wie dem (oder auch den) Geodatenzugangsgesetz(en der Länder)  oder dem Satellitendatensicherheitsgesetz. Letztere beiden haben mit Datenschutz eigentlich nur ganz am Rande etwas zu tun – aber das hat die FDP schon seinerzeit bei den Anhörungen im Gesetzgebungsverfahren nicht begriffen. Am Ende werden zahlreiche Detailfragen überblickslos in einem einzigen großen Topf verquirlt und so allgemeine Unübersichtlichkeit produziert. Dem möchte ich jetzt vier einfache, bisweilen etwas steile, aber zumindest verständliche Thesen entgegensetzen, die vielleicht helfen können, die Gefechtslage bei der Diskussion um Datenschutz allgemein und Geodaten speziell etwas durchschaubarer zu machen:</p>
<ul>
<li><strong>Datenschutz ist Grundrechtsschutz – nicht mehr und nicht weniger</strong></li>
</ul>
<p>Das klingt banal, möchte ich aber gleich zu Beginn nochmal in Erinnerung rufen. Es geht nicht um die Daten, es geht um das Recht jedes Einzelnen, Informationen über sich kontrollieren zu können.</p>
<ul>
<li><strong>Die Definition des Einzelnen für Privatheit, kann nicht der Maßstab des Datenschutzes sein</strong></li>
</ul>
<p>Das klingen nur auf den ersten Blick überraschend, doch dies muss gelten, wil man überhaupt so etwas wie einen gesellschaftlichen Konsens zum Thema Datenschutz finden. Denn darum geht es: Eine Übereinkunft zu finden, wo die Öffentlichkeit beginnt, die der Einzelne eben nicht mehr kontrollieren kann und wo die Privatsphäre endet, für die der einzelne jedes Recht hat, diese zu kontrollieren. Und das kann sich notwendigerweise nicht nach subjektiven Befindlichkeiten richten.</p>
<p>Nicht nach der <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Street-View-Hauseigentuemerverband-fordert-Aenderung-des-Datenschutzgesetzes-924821.html" target="_blank">Befindlichkeit von Hauseigentümern</a>, die die Ablichtung ihrer Besitztümer als Eingriff in die Privatsphäre empfinden (was aufgrund einer Klage gegen <a href="http://www.bilderbuch-koeln.de/">dieses Angebot</a> das <a href="http://www.justiz.nrw.de/nrwe/lgs/koeln/lg_koeln/j2010/28_O_578_09urteil20100113.html" target="_blank">Landgericht Köln übrigens verneint hat</a>, ein mit Blick auf Google Streetview interessantes Urteil), nicht nach der Befindlichkeit einzelner Fürstinnen und Fürsten, die mit dem Hinweis auf dem Recht am eigenen Bild ihre Privatsphäre sehr weit in den öffentlichen Raum ausdehnen möchten,  und nicht nach der Befindlichkeit des Facebook-Bloggers, der ausführlich seinen jüngsten Besuch beim Proktologen bebildert und den öffentlichen Raum sehr weit in sein Privatleben hinein lässt. Grundrechte kümmern sich nicht um Befindlichkeiten und nur weil in sozialen Netzwerken zahlreiche personengebundene Informationen von den Personen selbst hinterlegt werden, lässt sich daraus noch keine Rechtfertigung ableiten, massenhafte Datensammlungen an dritten Stellen zu beginnen.</p>
<ul>
<li><strong>Wenn Unternehmen von Datenschutz reden, haben sie stets ein kommerzielles Interesse</strong></li>
</ul>
<p>Und abhängig von diesem Interesse suchen und finden sie Argumente für oder gegen detaillierte Regelungen, die ihr jeweilliges Geschäftsmodell berühren. Regelungen die sie nicht betreffen, interessieren sie auch nicht. Unternehmen sind schlicht keine moralischen Instanzen und sie haben kein Rechtsempfinden – auch wenn ihre Geschäftsführer, Eigentümer und Vorstände das natürlich jederzeit und ganz besonders am Sonntag abstreiten. Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich finde diese moralfreie, interessengeleitete Grundhaltung nicht verwerflich, sondern im Sinne der Unternehmen hochgradig nützlich. Man sollte sich diese Haltung nur stets vergegenwärtigen, wenn von Unternehmensseite mal ein strengeres Urheberrecht und dann wieder ein lascherer Datenschutz gefordert wird. Man kann es auch ganz kurz sagen: Die Argumente von Unternehmen sind bei Fragen des Datenschutzes keinen Pfifferling wert, weil der Schutz der Grundrechte nur dann ein primäres unternehmerisches Interesse ist, wenn das Geschäftsmodell auf deren Existenz beruht. Das ist höchst selten der Fall.</p>
<ul>
<li><strong>Das entscheidende Problem ist die große Datengläubigkeit</strong></li>
</ul>
<p>Entschiedene Datenschützer wie begeisterte Befürworter staatlicher und privater Vorratsdatenspeicherei eint der Glaube an die Daten. Die einen fürchten den gläsernenen Bürger, die anderen wollen ihn – doch beide glauben, dass es ihn geben könnte. Dabei ist das Bild vom gläsernen Bürger  mindestens irreführend. Man kann auch mit noch so vielen Daten nicht in den individuellen Kopf hinein schauen. Es gibt nur Wahrscheinlichkeiten. Daten machen den Einzelnen nicht durchschaubar, sie produzieren nur einen mehr oder weniger scharfen Schatten der Person. Aus diesem Schatten versuchen die Nutzer der Daten, Rückschlüsse auf die Person zu ziehen – und gerade das ist gefährlich, weil diese Schlüsse so fürchterlich falsch sein können, wie jeder Schattenspieler weiß.</p>
<p>Bislang wecken große Datensammlungen stets Begehrlichkeiten, weil darin neue Erkennntnisse funkeln. Für denjenigen, der die Grenzen dieser Erkenntnisse erkennt, verliert das Funkeln jedoch schnell an Glanz. Wer aber, wie die Verbrauchschutzministerin Ilse Aigner in Google StreetView eine „<a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Verbraucherschutzministerin-legt-mit-Kritik-an-Google-nach-924980.html" target="_blank">millionenfache Verletzung der Privatspähre</a>“ erkennt,  betont noch den Glanz, den er ( in diesem Fall „sie“) dann als verführerisch brandmarken kann. Das ist aber nur moralinsaures Gewäsch &#8211; Aufklärung sieht anders aus. Das Problem sind eben nicht (allein) die Bilder, sondern der Glaube daran, dass sich daraus in Kombination mit vielen anderen Daten  eine 1:1 Abbildung der Wirklichkeit erstellen lässt. Tatsächlich wird die Wirklichkeit in Daten immer nur modelliert – das gilt insbesondere für Geodaten. Und der Versuch die Komplexität der Realität in einen Modell vollständig abzubilden ist noch stets gescheitert.</p>
<p>Das gesamte Geomarketing beruht auf Annahmen und Wahrscheinlichkeiten. Es funktioniert in der Masse und versagt im Einzelfall. Man kann durch gute Adressqualifizierungen vielleicht Umsätze erhöhen – aber ob ein einzelner Mensch kreditwürdig ist, sagen die Daten nicht. Und abseits statistischer Modelle und ausgebufften Data-Minings können Daten auch schlicht falsch sein. Das gilt für Schufa-Einträge, das gilt für Mobilfunk-Verbindunsgdaten und das gilt für Katasterkarten. Der Datenschatten mag dann einen scharfen Umriss haben, aber er ist in Wirklichkeit ungemein verzerrt. Trotzdem kann aus falschen Daten irgendwann Realität werden, getreu dem jüdischen Sprichwort: Wenn Hundert Leute sagen, dass du pleite bist, dann bist Du auch irgendwann pleite. Darin liegt die eigentliche Gefahr.</p>
<ul>
<li><strong>Was ist die Konsequenz aus diesen Überlegungen?</strong></li>
</ul>
<p>Datenschutz ist als Grundrechtsschutz notwendig. Der Staat als Hüter der Grundrechte versagt, wenn er selbst zum Datensammler wird. Insofern zählt Datenschutz oder das vom Verfassungsgericht postulierte „Recht auf die informationelle Selbstbestimmung“ in den Kanon der klassischen Abwehrrechte des Bürgers gegenüber dem allzu forschen Eingriff des Staates in das Leben seiner Bürger. Auf der anderen Seite sollten gerade jene Teile von Politik und Gesellschaft, die sich gegen die fortwährenden private und staatliche Datensammelei wehren, nicht zugleich fortlaufend den Glauben der Datensammler an ihren heiligen Gral bestätigen. Viel zu viele Entscheidungen gründen sich auf Datenanalysen, deren Fundamente lediglich auf einer Kette von Annahmen und Wahrscheinlichkeiten ruhen. Die Errungenschaft des westlichen Wertesystems ist das Individuum. Es gibt keinen Grund die Vorstellung vom Wert des Einzelnen, in Massendaten zu begraben.</p>
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		<title>Big Brother Award 2009 &#8211; auch mal merkwürdig</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 17:49:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Großer Bruder sieht Dich]]></category>

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		<description><![CDATA[Der diesjährige Big Brother Award in der Kategorie &#8220;Arbeitswelt&#8221; ist an den Landmaschinenhersteller Claas gegannen. &#8220;Prämiert&#8221; wurde damit der Einsatz eines GPS-Tracking-Systems bei Mähdreschern. Aus der Begründung der Jury: Damit verfolgt Ihr Chef Sie ständig per Google Earth-Karte auf seinem Monitor und registriert jede Unterbrechung (haben Sie etwa in den Weizen gepinkelt?), ungerade Fahrspuren (noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der diesjährige <a href="http://www.bigbrotherawards.de/2009/.lab" target="_blank">Big Brother Award in der Kategorie &#8220;Arbeitswelt&#8221;</a> ist an den Landmaschinenhersteller <a href="http://www.claas.de/group/generator/cl-gr/de/home,lang=de_DE.html">Claas</a> gegannen. &#8220;Prämiert&#8221; wurde damit der Einsatz eines GPS-Tracking-Systems bei Mähdreschern. Aus der Begründung der Jury:</p>
<blockquote><p>Damit verfolgt Ihr Chef Sie ständig per Google Earth-Karte auf seinem Monitor und registriert jede Unterbrechung (haben Sie etwa in den Weizen gepinkelt?), ungerade Fahrspuren (noch Restalkohol im Blut von der gestrigen Sause?) oder ineffiziente Wegewahl (hatten Sie wieder den Weizen mit dem Maisfeld verwechselt?). Jetzt könnte man annehmen, es gäbe sinnvolle, erntebedingte Gründe für den Einsatz dieser digitalen Gängelbänder. Aber nein: auf seiner eigenen Website wirbt der Hersteller etwas verschämt euphemistisch für einen wesentlichen Aspekt der Überwachung: Man will Sie „als guten Fahrer noch besser machen“ – ein Schelm, wer Böses dabei denkt.</p></blockquote>
<p>Offen gestanden, halte ich diese Auswahl für etwas fragwürdig. Erstens kann ich auf der gesamten Claas Webseite keinen Beleg dafür finden, dass die GPS-System des Hauses tatsächlich die Möglichkeit eines Trackings erlauben, denn dafür müssten die Daten des GPS ja vom Mähdrescher in einer wie auch immer gearteten Mobilfunk-Infrastruktur zu einer Telematik-Zenrale wandern (aber vielleicht habe auch etwas übersehen, nehme fda gerne Hinweise entgegen). Zweitens: Das Claas zugeschriebene Zitat &#8220;als guten Fahrer noch besser machen&#8221; findet eine Google-Suche auch nur ausschließlich im Zusammenhang mit der Big Brother Award Verleichung (was nichts heißen muss) und schließlich drittens gibt es eine Reihe guter Gründe, einen Mähdrescher mit GPS auszustatten &#8211; und zwar mit einem D-GPS inklusive Rover etwa zur zentimetergenauen Steuerung von Schnittkanten. Genau diese Funktion preist Claas auch an.</p>
<p>Ein zusätzliches GPS Tracking-System mag angesichts des Werts des Gefährts mit Blick auf Diebstahlschutz übrigens durchaus sinnvoll sein. Aus meiner Sicht gibt es jedenfalls weitaus würdigere Kandidaten aus dem Bereich der Arbeitswelt, die einen Bog Brother Award verdient hätten &#8211; und die Jury nennt sich auch alle, bevor der Preis &#8220;stellvertretend&#8221; an Claas geht. Im Vergleich zu den in den übrigen Kategorien völlig zu Recht ausgezeichnten Preisträgern jedenfalls eine merkwürdige Entscheidung.</p>
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		<title>Die Freiheit aushalten</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2009/09/11/die-freiheit-aushalten/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Sep 2009 09:59:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Großer Bruder sieht Dich]]></category>
		<category><![CDATA[Politisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 12. September demonstrierten unter dem Motto „Freiheit statt Angst“ in Berlin rund 20.000 Bürger gegen den schleichenden Abbau von Bürgerrechte und Meinungsfreiheiten. Da gibt es natürlich keinen irgendwie gearteten Masterplan, keine zentrale Kraft, keinen Big Brother, keine politische Kraft, die das will, steuert und den Abbau von Freiheitsrechten zu ihrem Ziel erklärt. Ich denke, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;"><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } -->Am 12. September demonstrierten unter dem Motto<a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/304/153/" target="_blank"> „Freiheit statt Angst“</a> in Berlin rund 20.000 Bürger gegen den schleichenden Abbau von Bürgerrechte und Meinungsfreiheiten. Da gibt es natürlich keinen irgendwie gearteten Masterplan, keine zentrale Kraft, keinen Big Brother, keine politische Kraft, die das will, steuert und den Abbau von Freiheitsrechten zu ihrem Ziel erklärt. Ich denke, nicht mal Schäuble und von der Leyen wollen das. Sie sind nur bereit, es in Kauf zu nehmen, weil sie in der Abwägung verschiedener Rechtsgüter die Frage von Sicherheit – man könnte auch sagen, das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit &#8211; höher bewerten als die Meinungsfreiheit. Ihr Fehler ist, dass sie zwischen diesen Rechtsgütern einen Gegensatz konstruieren der nur in eine Welt existieren kann, in der Sicherheit und Freiheit permanent äußerlich bedroht sind.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Sagen wir es mal so: Natürlich ist meine persönliche Freiheit eng begrenzt, wenn ich in jedem Straßencafé damit rechnen muss, von einer Bombe in die Luft gejagt zu werden. Wie kann ich mich unter diesen Bedingungen frei bewegen? Wer würde da nicht die eine oder andere Überwachunsgmaßnahme des Staates tolerieren? Die Frage sei erlaubt, ob dies ernsthaft die Situation in Deutschland ist.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das ist nur der Aspekt des staatlichen Handelns. Der andere Bereich ist eher privater- zivilrechtlicher Natur. Auch da geht es um eine ungesteuerte, aber ungute Entwicklung, die Mosaiksteichnchen für Mosaiksteinchen eine Gesellschaft ergibt, in der die Freiheit des Wortes, insbesondere des im Internet verbreiteten Wortes, nicht mehr viel zählt. Die Meinungsfreiheit ist ernsthaft bedroht durch eine Instrumentalisierung des Rechts, in der Abmahnungen zum Geschäftsmodell werden, eine ausufernde Störerhaftung und veraltete Urhbeberrechtsmodelle aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts, die der Realität der digitalen Welt kaum gerecht werden.</p>
<p>Tatsächlich ist der Kern der Sache eine gesellschaftliche Grundfrage: Wie halten wir es mit der Meinungsfreiheit in Zeiten des Internets, wo erstmals nicht nur jeder das Recht darauf hat seine Meinung zu verbreiten, sondern auch das technische Werkzeug dafür in seinen Händen halten kann?</p>
<p>Wenn man es so sieht, leben wir in historischen Zeiten: Das Grundrecht auf Meinungsfreiheit wird gerade neu verhandelt. Heute, jetzt, in diesem Moment geschieht das. Und zwar in jeder Diskussion über Zugangssperren, in jedem juristischen Verfahren über vorgebliche Schmähkritik, über Forenhaftung usw. sowie in jeder Auseinandersetzung über die künftige Rolle professionellen Journalismus. Alle diese Themen sind Teilaspekte dieser Grundfrage.</p>
<p>Das Internet verändert die Gesellschaft, denn es ist ein gesellschaftlicher und öffentlicher Ort. Man könnte es ein Marktplatz der Meinungen nennen, allerdings einer mit automatischem Archiv, in der das Gesagte nicht verschwindet, wenn es ausgesprochen wurde, sondern kaum auslöschbar vorhanden bleibt. Das ist vielleicht das wirklich Neue für die Frage der Meinungsfreiheit. Meinungen verschwinden auf diesem Marktplatz nicht mehr, sondern bleiben abrufbar. Jederzeit, überall, von jedem. Wer unter diesen Bedingungen schon jetzt auf die Freiheit vorsichtshalber verzichtet  und Meinungen und Haltungen ungesagt und unveröffentlicht lässt (Wer weiß, wer mitliest? Mein Chef ? Und wie ist das, wenn ich mich mal irgendwo bewerbe?) trägt sein Mosaiksteinchen zu schönen neuen Welt bei.</p>
<p>Oder aber wir halten diese Freiheit einfach aus.</p>
<p>Wie es ausgeht ist ist noch offen. Historische Zeiten sind für die Zeitgenossen eben nie einfache Zeiten.</p>
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		</item>
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		<title>Opt-In Locator</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2009/01/14/opt-in-locator/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Jan 2009 14:53:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geoinformation]]></category>
		<category><![CDATA[Großer Bruder sieht Dich]]></category>

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		<description><![CDATA[Ende vorigen Jahres haben die Geschäftsführer von Infas Geodaten in einigen Veröffentlichungen den Untergang des Abendlandes prognostiziert die künftigen Datenschutzbestimmungen als branchenschädigend und verfehlt gebrandmarkt. Mit den vorgebrachten Argumenten habe ich mich gleich mehrmals (hier und hier) ausführlich befasst. Im Kern störte sich Infas an den neuen so genannten Opt-In Regelungen, das heißt, personalisierte Werbepost [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ende vorigen Jahres haben die Geschäftsführer von Infas Geodaten in einigen Veröffentlichungen <span style="text-decoration: line-through;">den Untergang des Abendlandes prognostiziert</span> die künftigen Datenschutzbestimmungen als branchenschädigend und verfehlt gebrandmarkt. Mit den vorgebrachten Argumenten habe ich mich gleich mehrmals (<a href="http://www.geografitti.de/2008/11/26/kommentar-zum-kommentar/" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.geografitti.de/2008/12/01/infas-geodaten-sind-nicht-personlich/" target="_blank">hier</a>) ausführlich befasst.</p>
<p>Im Kern störte sich Infas an den neuen so genannten Opt-In Regelungen, das heißt, personalisierte Werbepost darf nur noch an Personen geschickt werden, die zuvor aktiv und schriftlich ihre Zustimmung dazu erklärt haben. Vor dem ersten Januar diesen Jahres galt diese Zustimmung als erteilt, wenn sie nicht aktiv und schriftlich verweigert wurde. Mal abgesehen davon, dass relativ großzügige Übergangsregelungen den sofortigen <span style="text-decoration: line-through;">Untergang des Abendlandes</span> Zusammenbruch der werbetreibenden Wirtschaft mindestens hinauszögern, hatte ich seinerzeit schon auf die Kreativität der Branche hingewiesen, die sich da fürs eigene Überleben was einfallen lassen wird.</p>
<p>Tatsächlich gehört Infas Geodaten nun selbst zu den ersten Kreativen und hat <a href="http://www.trebbau-koop.de/20090108106/Exklusiv-bei-Trebbau-Koop-Der-Opt-In-Locator.html" target="_blank">gemeinsam mit Trebbau Koop</a> den so genannten Opt-In Locator vorgestellt. Auf Basis von Einzelhäusern für jeden Standort und für jedes Gebiet errechnet und lokalisiert dieser Opt-In-Locator die Opt-In-Wahrscheinlichkeit eines Gebietes, macht also mit Hilfe von Geodaten, Aussagen darüber, wie wahrscheinlich es ist, von einer bestimmten Adresse die aktive Erlaubnis zu erhalten, sie künftig mit Werbepost überschwemmen zu dürfen.</p>
<p><em>&#8220;Profitieren auch Sie ab sofort von der präzisen Identifikation von Opt-Ins und reduzieren Sie Ihre Kosten für die Einholung von Einwilligungen erheblich. Je nach Markt und Zielgruppe ist eine Reduzierung der Generierungskosten von bis zu 50% möglich&#8221;,</em> verspricht die Ankündigung.</p>
<p>Schön auch, das in dieser ganzen Werbung seriöserweise nur noch von Wahrscheinlichkeiten die Rede ist.<br />
Geht doch.</p>
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		</item>
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		<title>Kommentar zum Kommentar</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2008/11/26/kommentar-zum-kommentar/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Nov 2008 21:49:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geoinformation]]></category>
		<category><![CDATA[Großer Bruder sieht Dich]]></category>

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		<description><![CDATA[oder: Ein verschollener Beitrag taucht auf Wie es aussieht, konnte ich den Infas Geodaten Geschäftsführer Karl-Heinz Mühlbauer als Gastautor für diesen Blog gewinnen. Mein Eintrag zu einem nur als Anreißer im Netz auffindbaren Beitrag von ihm zum Thema Datenschutz, hat ihn offenbar dazu inspiriert, einfach mal den vollständigen Beitrag als Kommentar hier zu hinterlassen. So [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>oder: Ein verschollener Beitrag taucht auf</strong></p>
<p>Wie es aussieht, konnte ich den Infas Geodaten Geschäftsführer Karl-Heinz Mühlbauer als Gastautor für diesen Blog gewinnen. Mein Eintrag zu einem nur als Anreißer im  Netz auffindbaren Beitrag von ihm zum Thema Datenschutz, hat ihn offenbar dazu inspiriert, einfach mal den vollständigen Beitrag als <a href="http://www.geografitti.de/2008/11/24/verschollener-beitrag/#comments" target="_blank">Kommentar</a> hier zu hinterlassen. So war das zwar nicht gedacht, aber der Mann ist Marketingexperte und hat als solcher seine Chance erkannt und genutzt, ausführlich zu Wort zu kommen.</p>
<p>Das sei ihm mit Freude gegönnt, von mir dazu fünf Anmerkungen.</p>
<p>1. Zum Hintergrund: Infas Geodaten, wie auch einige andere Geo- und vor allem Adressdatenanbieter (infas Geodaten gehört übrigens zur <a href="http://www.schober.de/" target="_blank">Schober Group</a>)  sehen sich mit einer für sie folgenreichen Änderung des Datenschutzgesetzes konfrontiert.  Das so genannte Listenprivilieg soll abgeschafft werden. Dies ist eine Forderung des Bundesrates zur Änderung des Bundesdatenschtzgesetzes, der sich die Bundesregierung angeschlossen hat, wie es sich aus der letzten Seite dieses <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/105/1610581.pdf" target="_blank">Dokuments</a> ergibt. Wird dies so beschlossen ist die bislang geltende grundsätzliche Erlaubnis zur Weitergabe bestimmter personenbezogener Daten zu Werbezwecken spwie zur Markt- und Meinungsforschung abgeschafft. Man könnte auch sagen, das geltende Widerspruchsprinzip wird zu einem Erlaubnisprinzip: Bislang musste der Einzelne einer Weitergabe seiner Daten zu Werbezwecken ausdrücklich widersprechen, mit der geplanten Neuregelung muss er dem ausdrücklich zustimmen, im Fachjargon als Opt-In bezeichnet. Das dürfte tatsächlich einige Geschäftsmodelle der Branche ins Wanken bringen.</p>
<p>2. Mühlbauers Argumente gegen diese Änderung entsprechen dem bekannten Lobbyisten-Bedrohungs-Kanon: Fallende Umsätze und Arbeitsplatzverlust in der Werbebranche und problematischer nationaler Alleingang. In diesem Zusammenhang auch gerne genannt: Ohne genaue Daten nur noch mehr Werbeflut in den Briefkästen, weil die zielgenaue Kundenansprache nicht mehr möglich sei. Das wolle ja auch keiner.<br />
Allerdings übetreibt Mühlbauer etwas, weil er gleich generell das Prinzip, Nachfrage durch Werbung zu erzeugen, in Frage gestellt sieht. Das ist natürlich Quatsch. Ebenso wie sein Hinweis auf die armen karitativen Organisationen, die nun keine Spendenbriefe mehr verschicken könnten, was zahlreiche soziale Projekte gefährde.<br />
Wenn er da mal nicht die Kreativität der Fundraiser und der eigenen Branche unterschätzt, künftig auch mit nicht persönlich adressierten Werbebriefen eine anvisierte Klientel zu erreichen. Da werden eher mehr, als weniger Geodaten im Sinne statistisch aggerierter, anonymisierter und georeferenzierter Information benötigt.</p>
<p>3. Mühlbauers Verweis auf Biometrie, Genanalysen etc. als Aufgabe des Datenschutzes und die Verharmlosung der eigenen Datensammlung (&#8220;Werbepost tut niemandem weh&#8221;) verkennt einen Kern des Datenschutzproblems: Datensammlungen wecken Begehrlichkeiten, wie das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung beweist (vom Missbrauch für eigene, aber sachfremde Zwecke durch die Datensammler wie im Fall der Telekom mal ganz zu Schweigen.) Ein wichtiges Prinzip des Datenschutzes ist deshalb die Vermeidung von Daten.</p>
<p>4. Mühlbauer äußert sich jetzt angesichts einer geplanten Gesetzesänderung aus einer Position der Abwehr. Aus dieser Position heraus steht seine Argumentation naturgemäß unter dem Generalverdacht, lediglich Pfründe sichern zu wollen. Ich unterstelle Herrn Mühlbauer und Infas Geodaten deshalb stellvertretend für viele andere Adressdienstleister am Thema Datenschutz nicht wirklich interessiert zu sein. In der Vergangenheit hat man sich bei diesem Thema vornehmlich weggeduckt. Gerade die Schober Group hat dabei einige wirklich unrühmliche Auftritte in der Öffentlichkeit hingelegt.</p>
<p>5. Die &#8211; vorsichtig formuliert &#8211; defensive Kommunikationstrategie der Branche zum Theme Datenschutz hat meines Erachtens in hohem Maße dazu beigetragen, dass heute bei Journalisten viel Unwissenheit herrscht und diese daher relativ undifferenziert von Vorratsdatenspeicherung, über Datenmissbrauch bei der Telekom und dem Stichwort Biometrie bis zur Adressqualifizierung alle Themen in einen Topf mit der Aufschrift &#8220;Bäh&#8221; schmeißen. In einer Mediengesellschaft kann dies nicht ohne Auswirkungen auf handelnde Politiker bleiben.</p>
<p>So gesehen, ist die geplante Gesetzesänderung ebenso wie Mühlbauers späte Gegenargumentation auch ein Lehrstück über die fehlende Kommunikation einer Branche, die sich eigentlich Kommunikation auf die Fahne geschrieben hat.<br />
Als werbetreibender Kunde wäre ich übrigens auch deshalb etwas verunsichert.</p>
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		<title>Datenschützer kritisieren Geo-Scoring</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 14:51:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geogeschäfte]]></category>
		<category><![CDATA[Großer Bruder sieht Dich]]></category>

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		<description><![CDATA[Bonitätsprüfungen zum Beispiel bei einer Kreditvergabe mit der Hilfe von Geodaten sind schon seit Jahren eine bekannte Methode, wenngleich aus vielerlei Gründen (noch) nicht flächendeckender Standard. Immerhin, der Gesetzgeber ermuntert die entsprechenden Auskunfstdienstleister der Banken und Versicherungen gerade durch seinen Gesetzentwurf zum Bundesdatenschutzgesetz (PDF), indem er darin die Verwendung von Wohnortdaten ausdrücklich erlaubt. Das ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bonitätsprüfungen zum Beispiel bei einer Kreditvergabe mit der Hilfe von Geodaten sind schon seit Jahren eine bekannte Methode, wenngleich aus vielerlei Gründen (noch) nicht flächendeckender Standard. Immerhin, der Gesetzgeber ermuntert die entsprechenden Auskunfstdienstleister der Banken und Versicherungen gerade durch seinen <a href="http://www.bmi.bund.de/Internet/Content/Common/Anlagen/Gesetze/Entwurf__BDSG__Aenderung,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Entwurf_BDSG_Aenderung.pdf" target="_blank">Gesetzentwurf zum Bundesdatenschutzgesetz</a> (PDF), indem er darin die Verwendung von Wohnortdaten ausdrücklich erlaubt.</p>
<p>Das ist insofern interessant, weil aktuell gerade diskutiert wird, eine Weitergabe von personengebundenen Daten für derartige Zwecke nur noch zuzulassen, wenn der Betroffene dem ausdrücklich zugestimmt hat. Aber &#8211; und das ist die Crux &#8211; Geodaten, die zum Beispiel statistisch zuverlässig Auskünfte über Kaufkraft und Zahlungsfähigkeit einer bestimmten Gegend erlauben, sind ja gerade keine personengebundenen Daten, deren Weitergabe der Zustimmung bedarf. Sie geben eben nicht zuverlässig Auskunft über eine bestimmte Adresse, oder Person, von der sie stammen, sondern liefern Informationen, die einer Person allenfalls mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zugeordnet werden können. Ich habe das hier schon mehrmals detailliert ausgeführt, zuletzt im <a href="http://www.geografitti.de/2008/04/25/scoring-mit-quasi-personengebundenen-daten/" target="_blank">April diesen Jahres</a>.</p>
<p>Nun <a href="http://www.heise.de/newsticker/Datenschuetzer-Geoscoring-sorgt-fuer-soziale-Diskriminierung--/meldung/115448" target="_blank">kritisiert</a> der Bundesdatschutzbeauftrage Peter Schaar &#8211; nicht zum ersten Mal &#8211; die Verwendung von Scoringdaten zur Bonitätsprüfung, unter anderem weil dem Betroffenen damit die Möglichkeit genommen werde durch eigenes rechtstreues Verhalten sein Erscheinungsbild zu beeinflussen. Ein in der Tat starkes Argument gegen Scoring. Wo statistische Wahrscheinlichkeiten über die Wohnadresse in der Masse helfen, Werbung gezielter zu schalten und Zielgruppen ausfindig zu machen, sind sie als Grundlage von Einzelfallentscheidungen, wie es eine Kreditvergabe darstellt, hochproblematisch.  Denn sie können im Einzelfall schlicht falsch sein, ohne das der Betroffene eine Möglichkeit hätte sie zu korrigieren. Da hilft die Information an den Betroffenen über die Verwendung der Daten auch nicht weiter.</p>
<p>Was mir &#8211; unabhängig von persönlicher Haltung zu dem Thema &#8211; auffällt, ist das peinlich berührte öffentliche Schweigen der Fachleute aus dem Bereich des Geomarketings zu diesem Thema. Eine echte Kommunikationsstrategie dazu hat offenbar niemand, auch wenn etwa Infas Geodaten sein alljährliches <a href="http://www.kompetenzforum-geomarketing.de" target="_blank">Fachforum</a> biswelen mit Vorträgen von Datenschützern aufwertet, oder ein Unternehmen wie PTV vor kurzem einen <a href="http://www.geografitti.de/2008/06/13/besturzend-und-beruhigend/" target="_blank">Kritiker wie padeluun als Keynotespeaker</a> eingeaden hat. Aber irgendwie hofft jeder Anbieter der Kelch öffentlicher Empörung möge an ihm vorüber gehen und ist heute vielleicht sogar insgeheim froh darüber, dass sich die Sache mit dem Geomarketing noch nicht wirklich herum gesprochen hat. Da herrscht ein bißchen das St.-Florians Prinzip.</p>
<p>Das Problem dabei ist, dass man so auch keine Möglichkeiten hat, die öffentliche Debatte zu beeinflussen und journalistische Ergüsse von der Bild bis zur ARD aussitzen muss, die vom Bundestrojaner über Kundenkarten bis zu Google Earth alles durcheinander schmeißen, was irgendwie mit Daten und deren Sammlung zu tun hat. Produktiver wären dagegen Statements, die einserseits das Problem von Einzelfallentscheidungen auf der Basis statistisch-mathematischer Datenmodelle als solches klar bennennen und gleichzeitig die Möglichkeiten und Chancen der Verwendung geographischer Daten im Marketing offensiv formulieren.</p>
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		<title>Bestürzend und beruhigend</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jun 2008 09:44:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geogeschäfte]]></category>
		<category><![CDATA[Großer Bruder sieht Dich]]></category>

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		<description><![CDATA[So ein Geomarketing-Fachkongress wie jüngst &#8220;Fit for Profit&#8221; in Heidelberg ist für jemanden, der sich seit fast zehn Jahren mit Geoinformatik befasst, bestürzend und beruhigend zugleich. Bestürzend sind zum Beispiel Berichte aus der Praxis, die zeigen, dass große deutsche Filialunternehmen die Verteilgebiete ihre Haushaltswerbung mit kopierten Stadtplänen und Buntstiften planen und deswegen an die zuständige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So ein Geomarketing-Fachkongress wie jüngst &#8220;<a href="http://www.fitforprofit.de" target="_blank">Fit for Profit</a>&#8221; in Heidelberg ist für jemanden, der sich seit fast zehn Jahren mit Geoinformatik befasst, bestürzend und beruhigend zugleich. Bestürzend sind zum Beispiel Berichte aus der Praxis, die zeigen, dass große deutsche Filialunternehmen die Verteilgebiete ihre Haushaltswerbung mit kopierten Stadtplänen und Buntstiften planen und deswegen an die zuständige Mediaagentur mal eben 45 Leitz-Ordner mit der Gebietsplanung liefern lassen. Andere Teilnehmer berichteten, von der klassichen Karte mit Stecknadeln für die Vertriebsgebiete, die leider umgefallen ist und alle Nadeln waren draußen&#8230;</p>
<p>So etwas ist natürlich insofern zugleich beruhigend, weil es zeigt, dass der Markt hier noch reichlich Entwicklungspotenzial bietet und man offensichtlich keine Entwicklung verschlafen hat.</p>
<p>Ein echte Highlight der Veranstaltung war übrigens der Einstieg mit dem sensiblen Datenschutzthema, zu dem man sich &#8211; wie <a href="http://www.geografitti.de/?p=692" target="_blank">angekündigt</a> &#8211; auch gleich einen Großkritiker des wachsenden Datengebrauchs eingeladen hatte: padeluun, <a href="http://www.padeluun.de" target="_blank">Netzaktivist</a>, Gründer des Vereins <a href="http://www.foebud.org/" target="_blank">FoeBuD</a>, Mitbegründer der <a href="http://www.bigbrotherawards.de" target="_blank">Big Brother Awards</a> und Initiator der Massenklage gegen die <a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de" target="_blank">Vorratsdatenspeicherung</a> vor dem Bundesverfassungsgericht. Das ein solcher Auftritt überhaut stattfinden konnte, zeugt von einem gewissen Charakter des Unernehmens PTV, die 2007 selber zu den zweifelhaften Gewinnern des Big Brothere Awards zählte. Aber ein paar Berührungsängste gab es dann doch: Die kleine Statue für die Auszeichung hatte padelunn zwar mitgebracht, aber eine offizielle Übergabe gab es nicht und gemeinsame Fotos von PTV-Mitarbeitern und Big Brother Award <span style="text-decoration: line-through;">waren nicht erwünscht</span> kamen nicht zu Stande. Und wie man kolpotierte: je näher der Termin rückte, desto kälter wurden die Füße der Geschäftsleitung.</p>
<p><a href="http://www.geografitti.de/wp-content/padeluun_ptv.jpg" rel="Lightbox"><img src="http://www.geografitti.de/wp-content/_padeluun_ptv.jpg" alt="" width="470" height="352" /></a><br />
<em> padeluun als Keynote-Speaker auf einem Geomarketing-Kongress? Die Interpretationsfähigkeit dieses Fotos zeigt, welches Risiko auch der Kritiker eingeht, wenn er sich der Diskussion mit den Unternehmen stellt.</em></p>
<p>Entscheidend bleibt aber: padelunn war da und traf auf ein Auditorium, dessen Geschäft zu einem großen Teil darauf basiert, personenbezogene Daten zum Zwecke des Marketings möglicht ungestört zu verarbeiten. Datenschutz wird in diesen Kreisen vor allem als Bedrohung des Umsatzes betrachtet. Da kann man nicht also nicht viel Applaus erwarten, wenn man deutlich macht, die gängige Formulierung &#8220;Ihre Daten werden vertraulich behandelt und grundsätzlich nicht an unberechtigte Dritte weitergegeben&#8221; müsste korrekterweise lauten &#8220;Ich bin damit einverstanden, dass meine Adresse, angereichert mit Alter, Wohnortgröße, Kaufkraft und Versandhandelsneigung auf dem kommerziellen Aressmarkt verkauft wird&#8221;.</p>
<p>Aber es gab auch Gemeinsamkeiten: Zum Beispiel hat niemand in den vielen Gesprächen, die ich anschließend noch geführt habe, bestritten, dass die Marketingbranche und auch diejenigen, die sich mit Telematikanwendungen befassen, angesichts der wachsenden Relevanz und Wahrnehmung des Themas &#8220;Datenschutz&#8221; in der Öffentlichkeit (Schöne Grüße von der Telekom!) eine Kommunikations- und Produktstrategie brauchen, die über Totschweigen hinausreicht. Einige PTV-Mitarbeiter zeigten dabei regelrechte Symptome einer gespaltenen Persönlichkeit, die als Privatmann vor Gewinnspielen und Kundenkarten warnt und als Geschäftsmann präsentiert, was man mit den daraus resulierenden Daten tolles machen kann.</p>
<p>Nicht unerwähnt bleiben sollte auch die Gastfreundschaft der PTV, die mich erstens zu dem Kongress eingeladen hatte und zweitens jeden Teilnemer, der dies am Eröffnungsabend wollte, in einer extrem gut sortierten Bar seinem Schicksal überließ, wobei die PTV souverän die Rechung übernahm. Das waren in meinem Fall vier (!) großzügig ausgestattete <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Long_Island_Iced_Tea" target="_blank">Long Island Iced Tea</a> und eine persönliche Betreuung auf dem Weg zum Taxi. Vielen Dank dafür, auch wen alles, was danach noch kam, ebenfalls unter die Überschrift &#8220;bestürzend&#8221; fällt. Wie ich übrigens hörte, blieb die Barrechung insgesamt rund 50 Euro unter dem dafür angesetzten Budget.</p>
<p>Aber mehr ging nicht, echt nicht.</p>
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		<title>padeluun bei PTV</title>
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		<pubDate>Fri, 09 May 2008 11:27:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Am Wegesrand]]></category>
		<category><![CDATA[Geogeschäfte]]></category>
		<category><![CDATA[Großer Bruder sieht Dich]]></category>

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		<description><![CDATA[Keynote-Speaker sind ja so eine Sache. Sie sollen eine Veranstaltung schmücken (einerseits), aber im besten Fall auch nicht zu weit ab vom Thema reden (andererseits). Es sei denn sie heißen Hans Dietrich Genscher oder so. So jemand soll vor allem gesellschaftlichen Glanz verbreiten und darf zum Beispiel beim Kompetenzforum Geomarketing 30 Minuten lang Anekdötchen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Keynote-Speaker sind ja so eine Sache. Sie sollen eine Veranstaltung schmücken (einerseits), aber im besten Fall auch nicht zu weit ab vom Thema reden (andererseits). Es sei denn sie heißen Hans Dietrich Genscher oder so. So jemand soll vor allem gesellschaftlichen Glanz verbreiten und darf zum Beispiel beim <a href="http://www.geografitti.de/?p=186" target="_blank">Kompetenzforum Geomarketing</a> 30 Minuten lang Anekdötchen und Allgemeinplätze  aneinanderreihen und damit seine kargen Ruhebezüge aufbessern.</p>
<p>Gut ist auch, wenn ein Keynote-Speaker irgendwie als streitbarer Geist verkauft werden kann, der in der Vergangenheit durch besonders steile Thesen aufgefallen ist. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass der Gegenstand des als kontrovers angekündigten Keynote-Vortrages das Kerngeschäft des einladenden Unternehmens nicht  zu sehr berührt. Sagen wir mal so: Günter Wallraff als Keynote-Speaker beim Lidl-Gebietsleiter-Event ist eine zwar interessante, aber doch eher abwegige Vorstellung.</p>
<p>Bemerkenswerter Weise schneit mir heute aber eine Einladung in dieser Art auf den Schreibtisch. Die PTV AG lädt zum Fachkongress &#8220;Fit for Profit&#8221; und präsentiert als Keynote-Sprecher <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Padeluun" target="_blank">padeluun</a>, der als als &#8220;Netzpionier, Publizist, Ausrichter des Big-Brother-Awards, Träger der Theodor Heuss Medaille 2008 und namhaftes Mitglied des Chaos Computer Clubs &#8221; angekündigt wird. Alles richtig. Was PTV nicht schreibt, dass auch ihnen die zweifelhafte Ehre zuteil wurde, Gewinner des <a href="http://www.bigbrotherawards.de/2007/.tec" target="_blank">Big Brother Award 2007 </a>in der Kategorie Technik gewesen zu sein. Und padeluun ist mit seinen Mitstreitern von <a href="http://www.foebud.org" target="_blank">FoeBuD</a> ein wichtiger Initiator von Protesten gegen eine immer weiter voran schreitende Überwachungstechnik und -mentalität. Unter anderem hat er die mit 34.000 Unterstützern bislang größte Verfassungsbeschwerde überhaupt organsiert, die sich gegen die seit 1. Januar geltende <a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/" target="_blank">Vorratsdatenspeicherung</a> richtet.</p>
<p><a href="http://www.geografitti.de/wp-content/padeluun.jpg" rel="Lightbox"><img src="http://www.geografitti.de/wp-content/_padeluun.jpg" alt="padeluun auf der " title="padeluun auf der " height="352" width="470" /></a><br />
<em>padeluun auf der &#8220;<a href="http://www.geografitti.de/?p=440" target="_blank">Freiheit statt Angst Demo</a>&#8221; in Frankfurt, April 2007</em></p>
<p>Jedenfalls holt sich die PTV damit einen wortgewandten Experten ins Haus, der kaum Gefahr läuft, in die Rolle des Hofnarren und kritischen Feigenblatts für einen Fachkongress zu  verfallen. Und als Schmuckstück funktioniert padeluun schon gar nicht.  Das verspricht wirklich interessant zu werden und ist für beide Seiten mit Blick auf das jeweilig zu bedienende  Klientel nicht selbstverständlich.</p>
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		<title>Scoring und Datenschutz</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Apr 2008 09:36:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Großer Bruder sieht Dich]]></category>

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		<description><![CDATA[Das zum Adresshändler Schober gehörende Geomarketing-Unternehmen infas Geodaten findet eine Erwähnung im jüngsten Spiegel (gedruckte Version). Aber vermutlich sorgt der Kontext nicht für einen Niederschlag im öffentlichen News-Archiv der Firma. Der Spiegel befasst sich kritisch mit dem Thema Kundenscoring und berichtet unter anderem, wie die Einteilung in gute und schlechte Kunden mittels geographischer Analysen funktioniert. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das zum Adresshändler <a href="http://www.schober.de">Schober</a> gehörende Geomarketing-Unternehmen <a href="http://www.infas-geodaten.de">infas Geodaten</a> findet eine Erwähnung im jüngsten Spiegel (gedruckte Version). Aber vermutlich sorgt der Kontext nicht für einen Niederschlag im öffentlichen News-Archiv der Firma. Der Spiegel befasst sich kritisch mit dem Thema Kundenscoring und berichtet unter anderem, wie die Einteilung in gute und schlechte Kunden mittels geographischer Analysen funktioniert. Für jemanden, der sich ein klein wenig mit dem Thema auskennt, ist der Spiegel-Artikel natürlich arg oberflächlich. Der Beitrag verbeisst sich zu sehr in der Tatsache, dass es überhaupt umfangreiche Datensammlungen gibt und findet, es hat schon ein Geschmäckle, wenn ein Unternehmen wie infas 18 Millionen Gebäude in Deutschland sichtet, bewertet und daraus Rückschlüsse auf die Bewohner zieht. Und auch die Datenschutzbeauftragten scheinen die spezifischen Ursachen des Scorings noch nicht recht durchschaut zu haben, weswegen ihre Forderung, Scoringwerte und ihre Herkunft gegenüber dem Verbraucher transparent zu machen, wohl zunächst ihnen helfen dürfte. Aber deswegen ist die Forderung trotzdem richtig.</p>
<p>Gleichwohl ändert mehr Transparenz  nichts an der Tatsache, dass es ein Kundenscoring gibt und das es sich hierzulande auf statistische Analysemethoden stützt, die in der Masse gut funktionieren, aber im Einzelfall immer mal wieder fürchterlich daneben hauen. Solche Fehlgriffe sind wunderbare Aufhänger für skandalisierende Artikel und öffentliche Empörung, aber das geht alles am Kern des Problems vorbei. Diesen Kern hab ich schon vor geraumer Zeit mit dem Begriff des <a href="http://www.geografitti.de/?p=119">quasi personengebundenen Datums</a> umrissen.</p>
<p>Hier nochmal die Kurzfassung: Die Weitergabe personenenbezogener Daten an Dritte ist ohne Zustimmung der betroffenen Person nicht erlaubt und findet auch für Zwecke des Kundenscorings &#8211; zumindest im Umfeld des geographischer Analysen &#8211; nicht statt. Die personenbezogenen Daten werden getreu den Regeln des Datenschutzes von der Person getrennt und als statistische Masse behandelt. Der entscheidene Punkt: die Methoden der statistischen Analyse dieser Datenmassen ist mittlerweile so gut, dass die Ergebnisse am Ende einer Analyse auf eine einzelne Adresse und damit unter Umständen auch auf einzelne Person projiziert werden können &#8211; mit den entsprechenden Konsequenzen. Ich nenne solche, einzelnen Personen zugeordnete statistische Wahrscheinlichkeiten, quasi personenbezogene Daten. Nach den Vorgaben des Datenschutzgesetzes sind das keine personenbezogenen Daten, da sie nicht eindeutog von der betroffenen Person stammen. Es sind lediglich Aussagen mit hoher statistischer Wahrscheinlichkeit zu dieser Person, also nicht: Hein Müller <strong>ist</strong> ein unsicherer Schuldner, sondern: Hein Müller <strong>ist mit hoher statistischer Wahrscheinlichkeit</strong> ein unsicherer Schuldner. Im Alltag des Marketings erfüllen diese quasi personenbezogenen Daten den gleichen Zweck, wie echte personenbezogene Daten.</p>
<p>Der Gesetzgeber hat prinzipiell zwei Möglichkeiten, das Problem zu regeln:</p>
<p>1. Er verbessert das Scoring und lockert zu diesem Zweck das Verbot der Weitergabe personengebundener Daten. Dann könten Scoringwerte früher oder später auf tatsächlich von der Person stammenden Daten basieren und damit in jedem Einzelfall unter Umständen zuverlässiger sein, als die bisherigen statistischen Verfahren. Über die kompletten Folgen einer solcher Lockerung möchte man aber lieber nicht nachdenken. Das ist natürlich abzulehnen. Aber ich liste den Vorschlag hier auf, weil damit zu rechnen ist, das irgendein Scoring-Experte tatsächlich so argumentiert: Ihr wollt zuverlässigere Ergebnisse? Dann gebt uns die Daten!</p>
<p>2. Meine bevorzugte Variante: Der im Bundesdatenschutzgesetz festgelegte Prozess, dass personengebundene Daten beim Betroffenen zu erheben sind, wird dahingehend geändert, das jedes einer Person zugeordnete Datum ein personenengebundes Datum im Sinne des Gesetzes darstellt, auch wenn die Daten ohne Zutun des Betroffenen entstanden sind. Und bei der Gelegenheit sollte man den Geltungsbereich des Gesetzes gleich noch ausrücklich auf alle Bereiche der Privatwirtschaft erweitern.  Und wenn man dann noch der Weitergabe seiner Daten nicht ausdrücklich widersprechen, sondern ausdrücklich zustimmen müsste, könnte eine ganze Branche eigentlich einpacken.</p>
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