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	<title>Geografitti - nicht nur Geografisches &#187; Selbstgespräche</title>
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	<description>Die Vermessung meiner Welt</description>
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		<title>Jahresrückblick 2011</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Dec 2011 17:59:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das kleine ich bin ich]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstgespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[Beste Entscheidung: Das Jahr direkt mit einem La Palma Urlaub zu starten Schlechteste Entscheidung: Dieses neue Blog-Layout von einem Anbieter zu kaufen, der zwei Wochen danach sein Geschäft einstellt Beste Anschaffung: Neuer Dachbelag &#8211; es regnet auch bei 40 Liter pro Stunde und Quadratmeter nicht mehr durch. Dämlichste Anschaffung: Staubsauger, der wenige Wochen nach dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Beste Entscheidung:</strong> Das Jahr direkt mit einem La Palma Urlaub zu starten<br />
<strong>Schlechteste Entscheidung: </strong>Dieses neue Blog-Layout von einem Anbieter zu kaufen, der zwei Wochen danach sein Geschäft einstellt<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Beste Anschaffung:</strong> Neuer Dachbelag &#8211; es regnet auch bei 40 Liter pro Stunde und Quadratmeter nicht mehr durch.<br />
<strong>Dämlichste Anschaffung:</strong> Staubsauger, der wenige Wochen nach dem Kauf absäuft, weil: siehe Frage nach den Dingen, auf die ich hätte verzichten können.<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Bestes Getränk:</strong> Xan Wellness, schmeckte mir verdammt gut, ist aber kaum zu kriegen.<br />
<strong>Ekelerregendstes Getränk: </strong>Dieser vergebliche Versuch eines Latte Macchiato im Hotel Essner Hof<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Bestes Rezept:</strong> Bremer Scheerkohl als Salat mit Kartoffeln, Kräutern und Speck in einem Dressing, aus Senf, Öl, Balsamico und etwas Ahornsirup<br />
<strong>Schlimmstes Essen: </strong>Das wurde im weithin überschätzten &#8220;El Mundo&#8221; serviert. Nicht schlimm, sondern eher&#8230;nunja&#8230; geschmacklos<strong>, </strong>also eben ohne dollen Geschmack. Da klaffen der im Ambiente ausgedrückte Anspruch und die in der Küche produzierte Realität einfach meilenweit auseinander.<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Beste Musik: </strong> Laura Marling, Lady Gaga (der Auftritt bei den MTV Awards mit Brian May war ja wohl&#8230;jawohl)<br />
<strong>Schlimmstes Gejaule: </strong>Dieses &#8220;Mr. Saxobeat&#8221; und eigentlich alles von &#8220;Glasperlenspiel&#8221;<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Eigene, schönste musikalische Wiederentdeckung:</strong> Das <a title="Rock Requiem" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rock_Requiem">Rock Requiem</a><br />
<strong>Peinlichster musikalischer Faux-Pas:</strong> Tim Bendzko oder auch das Rock Requiem. Ansichtssache.<br />
<strong><br />
Beste Idee</strong>: Den Mobilfunkanbieter zu wechseln<br />
<strong>Dämlichste Idee</strong>: Zu denken, das klappt reibungslos</p>
<p><strong>Beste Lektüre: </strong>Ian Morris: &#8220;Wer regiert die Welt?&#8221;<br />
<strong>Wiederentdeckte Lektüre</strong>: Ich habe ja eher wenig gelesen.<br />
<strong>Langweiligste Lektüre</strong>: siehe vorige Antwort</p>
<p><strong>Zugenommen oder abgenommen?</strong><br />
Beides.</p>
<p><strong>Haare länger oder kürzer?</strong><br />
Ein Zopf, ein Zopf! Es ist ein Zopf geworden!!!!</p>
<p><strong>Kurzsichtiger oder weitsichtiger?</strong><br />
Egal, in Sachen Brille bin ich nach 20 Jahren ohne eigenes Zutun wieder topmodisch ausgestattet</p>
<p><strong>Mehr ausgegeben oder weniger?</strong><br />
Zumindest weniger für Kleinkram, weil Renovierungen und Finanzamt diesmal richtig dicke Brocken waren</p>
<p><strong>Der hirnrissigste Plan?<br />
</strong>Die Idee, mittels des Amazon Partnerprogramms auch nur einen müden Cent verdienen zu können<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Die gefährlichste Unternehmung? </strong><br />
Durchgängig Tomaten, Gurken und grünen Salat gegessen. War gar nicht gefährlich, aber jeder zuckte zusammen.<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Die teuerste Anschaffung:</strong><br />
Abgesehen von der Dachterassen-Sanierung: Waschtrockner</p>
<p><strong>Der ergreifendste Film?</strong><br />
Im Kino mag ich ja, wenns kracht, aber &#8220;Monsters&#8221; war ganz romantisch und auf seine Weise natürlich auch &#8220;Inception&#8221;</p>
<p><strong>Die beste CD?<br />
</strong>&#8220;Alas I cannot swim&#8221; von Laura Marling, auch wenn die CD schon etwas älter ist. Hab ich nun mal dieses Jahr entdeckt.<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Das schönste Konzert?<br />
</strong>Waren dieses Jahr nicht viele. Janis Ian in Groningen war schön.<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Die meiste Zeit verbracht mit?</strong><br />
der Frau an meiner Seite.</p>
<p><strong>Die schönste Zeit verbracht mit?</strong><br />
der Frau an meiner Seite.</p>
<p><strong>Vorherrschendes Gefühl 2011?</strong><br />
Ganz ehrlich? Antriebslosigkeit.</p>
<p><strong>2011 zum ersten Mal getan?</strong><br />
Piratenpartei gewählt</p>
<p><strong>2011 nach langer Zeit wieder getan?<br />
</strong>Scrabble gespielt<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können:</strong><br />
Zweimal ein überfluteter Keller und diese langwierige Autoreparatur für den TÜV-Stempel</p>
<p><strong>Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?<br />
</strong>Dass ein bestimmtes Foto, ein richtig schönes Foto ist.</p>
<p><strong>Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?<br />
</strong>War wieder kein Schmuck</p>
<p><strong>Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?</strong><br />
7652 Minuten Deep Space Nine habe ich mir zwar selbst geschenkt, aber die Zeit, sie alle zu gucken, kam von der Frau an meiner Seite<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Song des Jahres:</strong><br />
&#8220;Plage&#8221; von den &#8220;Chrystal Fighters&#8221;</p>
<p><strong>Fernsehserie des Jahres:</strong><br />
Breaking Bad</p>
<p><strong>Kleidungsstück oder Accessoire des Jahres:</strong><br />
Vlies-Pullover</p>
<p><strong>Tier des Jahres:</strong><br />
Erneut Ameisen mit extrem raumgreifender Kriegsführung. Wir mussten schwer aufrüsten.</p>
<p><strong>Wort des Jahres:</strong><br />
&#8220;Momejntn..&#8221; (Auch so ausgesprochen..)</p>
<p><strong>Satz des Jahres:<br />
</strong>&#8220;Ist so!&#8221;</p>
<p><strong>Peinlich (andere) 2011:<br />
</strong>Garantiert wieder irgend jemand affektiertes im Fernsehen, im Zweifelsfall der Außenminister<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Peinlich (selbst) 2011:</strong><br />
Eine Marktstudie, die eigentlich irgendwann März/April 2010 (1) fertig sein sollte und es angeblich im Dezember 2010 (!) war und die dann endlich im August 2011 vorlag.</p>
<p><strong>Angst 2011:</strong><br />
Schimmelbefall im Keller</p>
<p><strong>Wutanfall 2011:<br />
</strong>Hatte ich<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Persönlicher Höhepunkt des Jahres:</strong><br />
siehe unten</p>
<p><strong>Persönlicher Tiefpunkt des Jahres:</strong><br />
Wie schon im vorigen Jahr, gab es Höhen und Tiefen im normalen Bereich, also z.B. keine Tiefschläge gesundheitlicher Art oder besondere geschäftliche Höhenflüge. Es war alles in allem ein ganz gutes Jahr. Darf so weitergehen&#8230;</p>
<p>Siehe auch: <a title="Jahresrückblick 2010" href="http://www.geografitti.de/2010/12/31/jahresruckblick-2010/">2010</a>, <a href="http://www.geografitti.de/2009/12/31/jahresruckblick-2009/">2009</a>, <a href="http://www.geografitti.de/2009/01/04/jahresruckblick-mit-schafscontent/">2008</a>, <a href="http://www.geografitti.de/2007/12/31/jahresruckblick/">2007</a>, <a href="http://www.geografitti.de/2006/12/31/jahresruckblick-listen/">2006</a></p>
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		<item>
		<title>Mein Versuch, den Telefonanbieter zu wechseln</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2011/12/08/mein-versuch-den-telefonanbieter-zu-wechseln/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 18:43:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle sind gegen mich]]></category>
		<category><![CDATA[Das kleine ich bin ich]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstgespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine hundertfach erzählte Geschichte, aber ich erzähle sie trotzdem nochmal in meiner persönlichen und gerade aktuellen Version: Es geht um den Mobilfunkanbieter. Ich habe da bislang auf Simyo gesetzt. Hatte ich auch nichts dran auszusetzen, bis auf den Umstand der Netzqualität. Simyo ist e-Plus und e-Plus ist schön zum telefonieren, aber häufig etwas dünne fürs [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine hundertfach erzählte Geschichte, aber ich erzähle sie trotzdem nochmal in meiner persönlichen und gerade aktuellen Version:</p>
<p>Es geht um den Mobilfunkanbieter. Ich habe da bislang auf Simyo gesetzt. Hatte ich auch nichts dran auszusetzen, bis auf den Umstand der Netzqualität. Simyo ist e-Plus und e-Plus ist schön zum telefonieren, aber häufig etwas dünne fürs mobile Internet. Nach kurzer Marktrechereche sollte es Fyve sein, der Billigflieger von Vodafone. Ähnliche Tarife, Flatrate für den gleichen Preis zwar nur für 500 MB Datenvolumen pro Monat, bevor der Anbieter einen ausbremst (Simyo: 1 GB), aber eine kurze Kontrolle ergab, dass ich das Volumen bislang nie auch nur annäherend ausgereizt habe. Passt schon.</p>
<p>Simyo als Prepaid-Anbierer hat keine Mindestvertragslaufzeit oder andere Hürden. Man kann jederzeit kündigen. Allerdings will ich meine Handynummer behalten, wozu es einer so genannten Verzichtserklärung bedarf, mit der der man seine Mobilfunknummer frei gibt, damit der neue Anbieter sie nutzen kann. Der neue Anbieter stellt dazu eine so genannte Protierungsanfrage, der im Normalfall entsprochen wird, wenn denn die Verzichtserklärung vorliegt. Praktischerweise hat der neue Anbieter (wie alle) einen so genannten Kündigungshelfer. Ein paar notwendige Angaben ins Web-Formular und die fertige Verzichtserklärung steht als PDF zum Ausdruck bereit. Ausgedruckt, unterschrieben, in den Briefumschlag, abgeschickt. Alles am gleichen Tag. Das war am 17. November. Ich bin stolz auf mich.</p>
<p>Am 24. November teilt mir Simyo per Mail mit, dass man meine Erklärung erhalten hat und sie im System vorgemerkt sei. Gleichzeitig weist man mich darauf hin, dass ich nicht das korrekte Formular dafür verwendet habe. Ich möge daher die Verzichtserklärung nochmal schicken, das korrekte Formular war als Anhang netterweise gleich mitgeschickt worden. Nanu, Simyo spielt die gute alte Bundespost nach, denke ich noch, aber bitte: Korrektes Formluar ausgefüllt und abgeschickt, direkt per Fax am 24. November. Wird wohl klappen, ich bestelle auch gleich das Fyve-Starterpaket.</p>
<p>Am 25. November bestätigt Fyve meine Bestellung des Starterpakets inklusive des Antrags auf Portierung der Mobilfunknummer.</p>
<p>Am 1. Dezember teilt mir Fyve mit, das Simyo die Portierung abgelehnt hat. Der Grund: Die Verzichtserklärung liegt nicht vor. Anruf im Simyo-Servciecenter für 14 Cent pro Minute am gleichen Tag: Was ist da los?&#8230;. Die Verzichtserklärung sei nicht auf dem korrekten Formular&#8230;.Hinweis von mir auf das Fax vom 24. November&#8230;.knappe fünf Minuten Warteschleife&#8230;.wortreiche Entschuldigung, technischer Fehler, Fax nicht registriert, ist jetzt von Hand korrigiert. Danach direkte Mitteilung von mir an Fyve, den Portierungsantrag doch erneut zu stellen.</p>
<p>Am 2. Dezember teilt mir Fyve mit, dass man den Portierungsantrag neu gestellt hat und Simyo bestätigt mir den Eingang der korrekten Verzichtserklärung. Es sieht gut aus.</p>
<p>Am 7. Dezember teit mir Fyve mit, das Simyo die Portierung endgültig abgeleht habe. Der Grund: das Ende meine Mobilfunkvertrags mit dem alten Anbieter liege schon länger als 30 Tage zurück, weshalb Simyo diese Rufnummer leider nicht mehr zur Rufnummernmitnahme (sog. Portierung) freigibt. Enneuter Anruf im Simyo-Kundencenter und Nachfrage ab man a) den Kalender beherrsche, denn vom 17. November bis 7. Dezember seien nicht 30, sondern 21 Tage vergangen und b) grundsätzlich noch alle Tassen im Schrank habe, denn die ganze Verzögerung habe ja wohl allein Simyo zu verantworten. Erneute wortreiche Entschuldigung, und die Zusage, die Verzichtserklärung werde mit neuem Datum erneut ins System gestellt. Direkte Mitteilung von mir ans Fyve-Servicecenter doch ein drittes mal einen Portierungantrag zu stellen.</p>
<p>Noch am gleichen Tag teilt mir Fyve per Mail mit, dass dies nun nicht möglich sei, weil Simyo mit Hinweis auf die 30-Tage-Frist die Portierung ja endgültig abgelehnt habe. Meine Nummer stünde dadurch auch für keinen anderen Abieter mehr zur Verfügung und mein Vertrag, der ja ausdrücklich mit der Portierung verbunden war, sei von ihrer Seite automatisch storniert worden. Ich müsste einen ganz neuen Vertrag/Portierungswunsch beauftragen. Aber ich sollte dafür 48 Stunden warten, erst dann seien meine alten Daten endgültig aus ihrem System gelöscht. Wnen ich in der Zeit einen neuen Vertrag in Auftrag gebe..also, man wüsste nicht so genau, was dann passiert, wenn ich das richtig verstanden habe.</p>
<p>Morgen sind die 48 Stunden um und ich versuch dann einfach nochmal, das Fyve-Starterset zu bestellen und die Portierung zu beuaftragen. So, als hätte ich das noch nie gemacht. Dummdidumm&#8230;.pffffhhhh&#8230;.. Ich wundere mich über mich selbst: Ich habe keine Mordphantasien und bin ganz ruhig.</p>
<p>Spannend.</p>
<p>Die Medikamente wirken wohl doch. Und wenn mir das Tippen wieder leichter fällt, schreib ich auch, wie es denn ausgegangen ist&#8230;.</p>
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		<title>Lebenszeichen</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2010/07/05/lebenszeichen-2/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 08:01:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Selbstgespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[Tatsächlich: Seit 19. Mai gab es hier keinen neuen Blogeintrag, wie ein aufmerksamer Kommentator anmerkt, der eine Fehlfunktion seines Feed-Readers vermutete. Die Unterstellung eines technischen Defekts ehrt ihn. Aber es ist ganz simpel: Ich ersticke in Arbeit und habe den Ehrgeiz, im Juli nach über zwei Jahren mal wieder so etwas, wie eine Urlaubsreise anzutreten, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tatsächlich: Seit 19. Mai gab es hier keinen neuen Blogeintrag, wie ein aufmerksamer Kommentator anmerkt, der eine Fehlfunktion seines Feed-Readers vermutete. Die Unterstellung eines technischen Defekts ehrt ihn. Aber es ist ganz simpel: Ich ersticke in Arbeit und habe den Ehrgeiz, im Juli nach über zwei Jahren mal wieder so etwas, wie eine Urlaubsreise anzutreten, wenn auch nur nach Dänemark. Nun ist Urlaub bei mir seit dem Eintritt ins Arbeitsleben eine Illusion. Wenn ich meine Aufgaben nicht erledige, tut es auch kein Anderer. Urlaub ist also einfach nur umorganisierte Arbeitszeit, was regelmäßig dazu führt, dass vor und nach dieser Urlaubssache immer besonders viel zu tun ist. Andererseits lebe ich mit dem guten Gefühl, dass die eigene Arbeitskraft nicht von jetzt auf gleich durch einen schnell angelernten Neuling ersetzt werden kann (Grundsätzlich ist natürlich jeder ersetzbar, wie  große Friedhöfe beweisen).</p>
<p>Zwischen diesen Polen des Jammers auf hohem Niveau über zuviel Arbeit und der Genugutuung darüber, ein gefragter Mann zu sein, pendelt jedenfalls derzit mein Leben und leidet der/das Blog. Dazu kommt noch das übliche: Finanzamt will Geld, Anwälte drohen mit Klagen, ein Haufen ungesehener DVDs, Fußball-WM und die Jagd nach perfekten Erdbeeren. Wann soll ich da bitte schön noch Blogeinträge machen?</p>
<p>Aber ich gelobe Besserung. Außerdem ist ein leichtsinnigerweise angenommener Lehrauftrag an der Uni Osnabrück weitgehend erledigt. (Ich darf noch Noten verteilen, huarghhhhh&#8230;..). Der hat sich nämlich als außerordentlicher Zeitfresser entpuppt und dürfte sich schätzungsweise erst ab der dritten Auflage rechnen, und das auch nur, wenn ich das jetzt aufwändig erstellte Seminarprogramm jedesmal unverändert abspule.</p>
<p>Vielleicht schaffe ich es ja im Urlaub zumindest ein &#8220;Bild des Tages&#8221; zu übermitteln. Hotel mit kostenlosem WLAN ist jedenfalls vorhanden.</p>
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		<item>
		<title>Rendevouz auf dem Sternentreck</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2010/04/01/rendevouz-auf-dem-sternentreck/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Apr 2010 17:53:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Selbstgespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[http://www.youtube.com/watch?v=FzFwgwE870g Und mit dieser Botschaft, dass auch die Liebe in den kommenden Jahrhunderten die alles treibende Kraft sein wird, wünsche ich schon vorab frohe Ostern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=FzFwgwE870g">http://www.youtube.com/watch?v=FzFwgwE870g</a></p>
<p>Und mit dieser Botschaft, dass auch die Liebe in den kommenden Jahrhunderten die alles treibende Kraft sein wird, wünsche ich schon vorab frohe Ostern.</p>
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		<title>Nichts sagen</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2010/03/01/nichts-sagen/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 14:36:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Selbstgespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[Nichts sagen ist großartig. Es ist eine wunderbare Strategie, um schwierige Situation des Alltags souverän zu bewältigen. Wer nichts sagt, gibt seinem Gegenüber stets auf geheimnisvolle Weise das Gefühl, verstanden und geliebt zu werden. Noch mehr: Nur wer nichts sagt, verschafft seinen Mitmenschen eine wirklich gute Zeit. Achten Sie mal darauf: Fast immer ist derjenige, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } -->Nichts sagen ist großartig. Es ist eine wunderbare Strategie, um schwierige Situation des Alltags souverän zu bewältigen. Wer nichts sagt, gibt seinem Gegenüber stets auf geheimnisvolle Weise das Gefühl, verstanden und geliebt zu werden. Noch mehr: Nur wer nichts sagt, verschafft seinen Mitmenschen eine wirklich gute Zeit. Achten Sie mal darauf: Fast immer ist derjenige, der die meiste Zeit geredet hat, der Auffassung, man habe doch eine gute Unterhaltung geführt. Nichts sagen bedeutet deshalb, seinem gegenüber Freiheit zu verschaffen, sich angenommen zu fühlen.</p>
<p>Und dieses Gefühl kommt zu dem Nichtssagenden zurück. Wer nichts sagt, gilt auch selbst  als verständnisvoll und intelligent, weil er seinem Gegenüber eben genau diese Gefühl verschafft: verstanden zu werden.  In Hal Ashbys Film „Willkommen Mr. Chance“ sagt die Hauptfigur meistens nichts oder gibt lediglich kurze, einfache Weisheiten aus der der Welt der Botanik zum Besten. Mit dieser Strategie bringt Mr. Chance es bis zum Berater des US-Präsidenten.</p>
<p>In einem Interview ist nichts sagen gar die schärfste Waffe des Befragers. Denn nicht scharfes nachhaken &#8211; das berühmte „kritische Hinterfragen“ &#8211; verlockt den Interviewten dazu, unwillentlich etwas preiszugeben, dass er eigentlich nicht erzählen wollte, schon gar nicht der Presse. Wer so fragt, produziert nur Fanfaren, die jedem Befragten weit im voraus die schwierigene Passagen der Unterhaltung ankündigen.</p>
<p>Wer aber nach einer Antwort nichts sagt, nur verständnisvoll guckt, produziert eine Gesprächslücke, ein schweigendes Schlagloch im ewigen medialen Redefluss, dass die meisten Befragten sofort mit weiterer Rede ausbessern möchten. Und schon erzählen sie scheinbar ungefragt die Dinge, die sich doch besser ungesagt gelassen hätten. Im Schweigeloch ertrunken. Gleichwohl, sie verlassen das Interview dennoch mit dem guten Gefühl, endlich mal einen feinsinnigen Geist unter all diesen Schreiberlingen angetroffen zu haben.</p>
<p>Bemerkt habe ich diesen Zusammenhang eher zufällig, als meine Gedanken einst inmitten eines Interviews in die Ferne streiften, das Mittagessen von morgen kalkulieren wollten oder das Muster der Schwämmchentechnik im Supermarktklo noch einmal Revue passieren ließen. Auf der Gesprächsaufnahme offenbarten sich mir die Lücken meiner Reaktion auf das Gesagte und wie sie vom Interviewten freundlicherweise mit allerlei nie nachgefragten Fakten aufgefüllt wurden.</p>
<p>Interessant.</p>
<p>Die erweiterte Dimension, auf diese Weise auch noch das Fluidum des verständigen Mitmenschen zu erlangen, offenbarte sich indes erst später, im privaten Kreis, als ich mich einst aus einer Unterhaltung geistig weitgehend ausklinkte, allenfalls suefzend nickte und alsbald nette E-Mails erhielt, dass gerade der gestrige Abend von seltener Nähe geprägt gewesen sei und wohliges Verstandensein quoll mir aus dem seinerzeit noch genutzten Outlook entgegen.</p>
<p>Seitdem setze ich nichts sagen gezielt ein und verstehe mich mit den meisten Menschen persönlich sehr gut – was angesichts des ein oder anderen Blog-Eintrag verwundern mag, aber hier plappere ich halt andauernd, zumindest wirkt es so. Noch mehr als ein Ironiezeichen, fände ich daher ein Schweigezeichen in der Schriftsprache hilfreich. Zwischen zwei Absätzen, könnte es zeigen, wie lange der Schreibende bei all seinem Mitteilungsbedüfnis auch einfach nichts gesagt hat. Das könnte manch Forumsdiskussion entkrampfen, meine ich.</p>
<p>Der Rest ist Schweigen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Als ich noch im Lokalen war&#8230;</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2010/02/09/als-ich-noch-im-lokalen-war/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 16:49:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Selbstgespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[Normalerweise lasse ich diese als Fernsehzeitung getarnte eingeschweißte Werbeflut, die einem der Briefträger jeden Sonnabend aufnötigt, unbesehen in den Müll wandern, aber irgendwie erhaschte ich dabei einen Blick auf die Penny-Werbung. Diascanner für 69,99. Das finanzielle Risiko erschien überschaubar und schon seit geraumer Zeit denke ich darüber nach, meine Dia-Sammlung irgendwie ins digitale Zeitalter zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Normalerweise lasse ich diese als Fernsehzeitung getarnte eingeschweißte Werbeflut, die einem der Briefträger jeden Sonnabend aufnötigt, unbesehen in den Müll wandern, aber irgendwie erhaschte ich dabei einen Blick auf die Penny-Werbung. Diascanner für 69,99. Das finanzielle Risiko erschien überschaubar und schon seit geraumer Zeit denke ich darüber nach, meine Dia-Sammlung irgendwie ins digitale Zeitalter zu überführen. Andererseits: Mehrere Tausend Dias digitalisieren sich auch nicht von selbst. Wann soll ich das denn noch machen? Gut, so peux a peux vielleicht. Ach: Negative scannen und zu Bildern machen will das Teilchen auch noch können? Also gekauft, wenn auch in der Erwartung eher durchwachsener Ergebnisse.</p>
<p>Ich bin aber nach ersten Tests völlig zufrieden. Ich will ja keine hochaufgelösten Wandplakate aus meinen Dias machen, sondern sie lediglich in die digitale Sammlung integrieren. Geradezu begeistert bin ich allerdings vom Negative sacnnen. Und was ich da noch für fast vergessene Schätzchen in den Mappen habe ! Vor allem aus meiner Zeit als freier Lokalschreiberling und Klatschreporter für die &#8220;Szene-Beilage&#8221;, mit der schon Anfang der 90er Jahre darbende Kleinstadtblättchen auf das schwierige jugendliche Lesepublikum abzielten.</p>
<p>Darum gleich mal diese wiederentdeckte Highlight: Jürgen Drews &#8211; schätzungsweise 1993</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.geografitti.de/wp-content/uploads/2010/02/drews.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1464" style="margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;" title="drews" src="http://www.geografitti.de/wp-content/uploads/2010/02/drews.jpg" alt="" width="590" height="440" /></a>Glänzende gestreifte Anzüge und Löhwenmähne waren offenbar gerade der letzte Schrei. An die Damen rechts und links kann ich mich ehrlich gesagt nicht mehr erinnern, nur dass sie sich auf jedes Foto drängelten, ebenso wie der junge Mann ganz rechts, dem man &#8211; lebte er in Köln &#8211; sicher irgendwann ein Denkmal als stadtbekanntes Orginal setzen würde. In die Zeitung hat es das Foto seinerzeit aber nicht geschafft. Ebenso wenig wie diese Ablichtung von Gerhard Schröder:</p>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1465" style="margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;" title="schroeder" src="http://www.geografitti.de/wp-content/uploads/2010/02/schroeder.jpg" alt="" width="590" height="440" /></p>
<p style="text-align: left;">Das muss so um 1986/87/88 gewesen sein, da war Schröder noch weit vom Kanzleramt entfernt und mimte in Hannover den Oppositionsführer gegen Ministerpräsident Ernst Albrecht &#8211; den Vater von Ursala von der Leyen. In dieser Rolle war er Gast auf einem Unterbezirksparteitag (oder Bezirk, ich weiß nicht mehr) in Delmenhorst, wo dieses Foto entstand. Vielleicht weiß jemand, wer der junge Mann rechts ist? Ich erinnere mich lediglich an ein nettes, unkompliziertes Schröder-Interview mit seinerzeitigem Familienhund unterm Tisch.</p>
<p style="text-align: left;">Wo wir schon bei norddeutschen Charakterköpfen sind: Das Foto von Otto Waalkes muss 1982 oder 83 enstanden  sein. Da war Otto noch lustig (okay, ich hatte vielleicht auch einen anderen Humor) und nahm an einem Prominentenkick für einen guten Zweck teil (oder so). Warum der Junge rechts hinter ihm so betreten guckt, ist wohl nicht mehr zu ermitteln. Auch dieses Bild hat es wegen offenkundiger technischer Mängel nie in die Zeitung geschafft und ich glaube, ich war auch gar nicht für die Zeitung da, sondern allenfalls für eine Schülerzeitung. Aber hey: Selbstgebastelte Presseausweise funktionierten seinerzeit noch hervorragend &#8211; nix mit Plastik, Schreibmaschine genügte.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.geografitti.de/wp-content/uploads/2010/02/otto.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1466" style="margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;" title="otto" src="http://www.geografitti.de/wp-content/uploads/2010/02/otto.jpg" alt="" width="590" height="440" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Und das sind wirkliche Schätzchen. Beachten sie bitte auf dem ersten Foto den durchtrainierten Herren im Ritterkostüm auf der rechten Seite. Es ist tatsächlich der gleiche, wie jener mit Hornbrille und Rentnerjacke auf dem zweiten Bild, der nunmehr seit zwei Jahrzehnten als Herbert Knebel bekannt ist. Was auch immer Herbert Knebels Affentheater 1990 oder 91 nach Delmehorst trieb: Es gab knapp gerde mal 20 zahlende Zuschauer in der &#8220;<a href="http://www.delmenhorst.de/freizeit/kultur/kulturbuero/villa.tpl" target="_blank">Villa</a>&#8220;. Neben Herbert Knebel hatte Uwe Lyko da noch ein paar mehr Figuren im Gepäck als heute, wobei ich mich an die Ritter nicht mehr erinnnere, wohl aber an Lykos Nachfrage, wie das denn mit den wenigen Zuschauern zu verstehen sei, denn bereits damals füllte die Truppe zumindest im Ruhrpott schon die größeren Hallen. Obs eine Antwort gab, weiß ich auch nicht mehr, aber fürs fotografieren war die Situation natürlich extrem luxeriös. So dicht rückt man Knebel während der Vorstellung heute vermutlich nur noch schwer auf die Pelle.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.geografitti.de/wp-content/uploads/2010/02/knebel1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1467" style="margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;" title="knebel1" src="http://www.geografitti.de/wp-content/uploads/2010/02/knebel1.jpg" alt="" width="590" height="440" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.geografitti.de/wp-content/uploads/2010/02/knebel2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1468" style="margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;" title="knebel2" src="http://www.geografitti.de/wp-content/uploads/2010/02/knebel2.jpg" alt="" width="590" height="440" /></a></p>
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		<title>Interview mir mir, dem digital Naiven (oder so)</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 14:41:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Selbstgespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich dachte, was andere können, kann ich auch und habe mir folgendes Selbstgespräch einfach mal geklaut. (Die Fragen stammen ursprünglich von Anja Assion und wurden zuerst von Felix modifiziert.) Hallo Timo, deine Generation wird als „Digital Natives” bezeichnet. Sagt dir dieser Begriff etwas? Lustige Frage. Ich dachte, ich gehöre zur Genration Golf obwohl ich das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich dachte, was <a href="http://www.dondahlmann.de/?p=406">andere</a> <a href="http://www.pop64.de/blog/2009/11/06/interview-mit-einem-digital-native-hamburg-und-berlin/">können</a>, kann ich auch und habe mir folgendes Selbstgespräch einfach mal geklaut. (Die Fragen stammen ursprünglich von <a href="http://www.telemedicus.info/article/1537-Interview-mit-einem-Digital-Native.html">Anja Assion</a> und wurden zuerst von <a href="http://wirres.net/article/articleview/5420/1/6/">Felix</a> modifiziert.)</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Hallo </strong><strong>Timo, deine Generation wird als „Digital Natives” bezeichnet. Sagt dir dieser Begriff etwas?</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Lustige Frage. Ich dachte, ich gehöre zur Genration Golf obwohl ich das immer für ein komplett unpraktisches Auto gehalten habe. Wenn damit gemeint ist, ich sei mit Computern aufgewachsen, ist das auch falsch. Mein erster Rechner war ein Amiga500 und da war ich schon über 20 und insofern habe ich die Möglichkeiten des Geräts ziemlich langsam entdeckt. Das war einfach eine bessere Schreibmaschine, bei der man kein Tipp-Ex brauchte. Internet gabs nicht und ich weiß noch, dass ich wochenlang gerätselt habe, was die in der Beschreibung mit „Menue“ meinen. Ich habe das nicht gefunden und finde die Bezeichnung heute noch blöd. Für mich ist das die Steuerung.</p>
<p><strong>Du bist 42 Jahre alt und hast natürlich auch einen eigenen Computer. Seit wann besitzt du ihn und musst nicht mehr den Familien-PC benutzen?</strong></p>
<p>Habe ich ja schon erzählt und einen Familien PC gabs nicht. Ich war der erste in der Familie, der sich so ein Gerät zugelegt hat.</p>
<p><strong>Wo bewegst du dich denn im Internet? Hast du eine eigene Homepage bzw. einen Blog?</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ich bewege mich gar nicht, sondern mach das meist im Sitzen. Im Ernst: Mit mobilen Netzzugängen bin ich nie warm geworden.  Ein Laptop ist das höchste der Gefühle. Eigene Homepage und Blog habe ich, seitdem es notwendig war, nämlich als ich mich selbstständig gemacht habe. Ich bin da relativ leidenschaftslos.</p>
<p><strong>Und wie schaut bei dir ein normaler Tag – in Bezug auf das Internet – aus? Kannst du deinen Tagesablauf beschreiben, also wie oft du am Tag E-Mails, Facebook- oder Twitter-Mitteilungen checkst?<span id="more-1309"></span></strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Siehst Du. Da ist schon die Leidenschaftslosigkeit. Ich hebe weder einen Twitteraccount, noch bin ich bei Facebook. Höchstens ein XING-Profil kann ich anbieten. Oh, ich muss mal los und Mittagessen kochen. Es ist ja schon Viertel nach Zwölf.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; text-align: center;">&#8212; ca. 70 Minuten später &#8212;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">So, da bin ich wieder. Wo waren wir?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Du sollten Deinen Tagesablauf mit dem Internet beschreiben&#8230;</strong></p>
<p>Achja, genau. Wie gesehen, mach ich mittags immer was zu essen, manchmal mit Kochrezepten aus dem Internet. Da gibt es zum Beispiel die Rezeptsammlng der Unix-AG der Uni Kaiserslautern – extrem spartanisch, eher Web 0.2 als 2.0, aber man kann ein paar Zutaten eintippseln und erhält Rezepte dafür. Das war einer der ersten Sachen im Netz für mich. Ansonsten sitze ich tagsüber einfach am Schreibtisch, mache meine Arbeit, bin extrem nachrichtensüchtig und kontrolliere alle zehn Minuten meine E-Mails. Blogs lese ich relativ wenige, die aber sehr regelmäßig und ich folge häufig den dort gesetzten Links. Mein Handy ist dafür vier Jahre alt, ich gehe so gut wie nie  damit ins Internet – ich wüsste nicht mal genau wie &#8211; und ich finde SMS schon wahnsinnig umständlich. Ich verschicke nie welche. Wenn ich unterwegs meine Mails lesen soll, nehm ich mein Laptop und brauch schon irgendwo ein WLAN.</p>
<p><strong>Welche Rolle spielt das Internet auf der Arbeit? Habt ihr auf der Arbeit Computer mit Internetzugang und lernt ihr gezielt mit dem Internet zu arbeiten, also beispielsweise darin zu recherchieren? Und werdet/wurdet ihr auf der Arbeit von euren Vorgesetzten darüber aufgeklärt, was ihr im Internet dürft und was nicht?</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ich darf alles, weil ich ja mein eigener Chef bin. Aber ich sehe manchmal bei Kunden, mit welchen Amputationen und Restriktionen dort der Netzzugang verbunden ist. Grauenhaft. Was meine Arbeit selbst betrifft muss man sagen, ohne Netz gäbe es meinen Job in dieser Form gar nicht.</p>
<p><strong>Einige Gerichte haben entschieden, dass Eltern haften und Schadensersatz bezahlen müssen, wenn ihre Kinder im Internet das Recht verletzen. Denn Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren können in vielen Fällen noch nicht belangt werden. Beaufsichtigst du deine Kinder, wenn sie im Internet sind? Und hast du deine Kinder über „richtiges Verhalten” im Internet geredet?</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ich habe ja das Glück, dass mein Sohn inzwischen volljährig ist und insofern betrifft mich das Theme nicht mehr. Als Elternteil war ich in dieser Hinsicht sowieso extrem streng. Den eigenen Fernseher gabs erst zur Konfirmation, den Rechner mit fast 17. Weiß ich auch nicht, wie ich as durchsetzen konnte. Mein Sohn war einfach nicht sonderlich interessiert und weil ich selber erst so spät angefangen habe, hatte ich nie die Panik, oh Gott, mein Sohn kann mit den Computerfreaks nicht mithalten und wird nie einen Job finden. Alles Quatsch. Ich sag immer, diejeniegen, die die Computer erfunden haben, hatten ja als Kind auch keinen. Ich glaubge sogar, die Revolution frisst mal wieder ihre Kinder: Der allzu frühe Umgang mit dem Computer verhindert eigentlich, dass man all jene Fähigkeiten ausbildet, die man braucht um kreativ und kritisch mit dem Teil umzugehen. Ich halte deswegen auch Computer in Schulen oder sogar Kindergärten für Blödsinn.</p>
<p><strong>Was verstehst du persönlich – unabhängig von der Meinung deiner Kollegen, Freunde oder anderen – unter „richtigem Verhalten” im Netz?</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Naja, vor allem nur relativ überlegt private Dinge über mich frei zugeben. Ich habe zum Beispiel in fast vier Jahren geblogge noch nicht einmal den Namen meiner Frau oder meines Sohnes erwähnt. In den ersten zwei Jahren, nicht mal, dass es diese Personen überhaupt gibt.</p>
<p><strong>Beziehst du Musik und Filme aus dem Internet? Kostet das Herunterladen dann etwas und machst du das auch schonmal illegal?</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ich weiß gar nicht, wann ich die Filme alle gucken sollte. Ich schaffe ja kaum mein Fernsehwunschprogramm. Und auch bei Musik bin ich relativ wählerisch. Ich habe zum Beispiel nicht einfach meine CD-Sammlung gerippt, sondern nur ausgewählte Songs. Deswegen ist meine iTunes-Sammlung mit knapp 3000 Musikstücken auch eher klein. Ich sehe da im Bekanntenkreis echte Daten-Messies. Ich kaufe Musik ausschließlich legal, kümmere mich aber keinen Deut um irgendwelche Kopierschutzgeschichten. Bis jetzt habe ich noch alles kopiert bekommen, was ich wollte. Als Kind der Schallplattenära sehe ich gekaufte Musi auch einfach als mir gehörend an. Die Idee, ich erwerbe nicht die Musik, sondern ein wie auch immer beschränktes Nutzungsrecht daran, halte ich für absurd.</p>
<p><strong>Hast du eine Vorstellung, warum das Kopieren von Musik und Filmen im Internet in vielen Fällen nicht erlaubt ist? Findest du es richtig, dass das Hoch- und Herunterladen in den meisten Fällen nicht erlaubt ist?</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Wie gesagt, ich kaufe ja ordnungsgemäß meine Sachen, selbst wenn ich sie irgendwo für lau herunterladen könnte. Aber mit dem Kauf verbindet sich dann auch ein großes Besitzgefühl, dass sich nicht vorschreiben lässt, was man damit tun darf und was nicht. Insofern bin ich da ambivalent.</p>
<p><strong>Sollte man deiner Meinung nach alles, was im Internet verfügbar ist, auch frei nutzen dürfen? Oder kannst du auch die Urheber verstehen, die das nicht möchten?</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Klar, nur kenne ich kaum Urheber, sonder ausschließlich Verlage und Verwertungsorganisationen aller Art, die den Urhebern umfangreiche Nutzungsrechte billig abpressen und dann im Namen des Urheberrechts durch die Lande ziehen und ihren Untergang herbeireden. Das ist eine durch und durch verlogene Veranstaltung. Das Konzept, als Musiker oder Autor Geld zu verdienen, ohne beständig Musik machen oder vorlesen zu müssen, ist mit den kapitalintensiven Vervielfältigungstechniken entstanden und wird über kurz oder lang mit den kapitalarmen Vervielfältigungstechniken von heute auch wieder verschwinden. Wir erleben gerade den Umbruch mit allen Opfern und Gewinnern, die das eben so mit sich bringt.</p>
<p><strong>Du hast erzählt, dass du ein Profil bei </strong><em><strong>XING</strong></em><strong> hast. Wie stellst du dich dort selber dar? Wer darf sich alles dein Profil anschauen?</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-weight: normal;">Das ist natürlich ein klares Business-Profil. Wer ich bin, was ich anbiete und so. Und anschauen darf jeder, soll auch jeder. Das ist Werbung. </span></p>
<p><strong>Hast du das Gefühl, dass du dich zu anderen im Internet anders, vielleicht offener und direkter verhältst, als wenn sie in natura vor dir stehen?</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Nö, aber manchmal beim Lesen des einen oder anderen Kommentars in meinem Blog, denke ich, dass es anderen so geht.</p>
<p><strong>Ein bekannter Wissenschaftler hat einmal gesagt: „Das Internet vergisst nie.” Was meinst du, hat er damit gemeint?</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Vermutlich die Eigendynamik des Netzes. Aber Nachrichten ließen sich schon immer schlecht einfangen, wenn sie erst mal veröffentlicht waren.  Wenn das anders wäre, könnten wir heute das   20. Jubiläum des Mauerfalls nicht feiern <img src='http://www.geografitti.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> . Das Problem ist heute allenfalls die Schlagzahl, mit der sich jeder Furz verbreiten kann. Die Ansprüche an die Medienkompetenz jedes Einzelnen ist gestiegen. Und da hat Medienkompetenz wenig mit Computern und viel mit Allgemeinbildung und einem Gefühl für Prioritäten zu tun. Was Journalisten früher exklusiv für sich beanspruchten, nämlich Wichtiges und Unwichtiges unterscheiden zu können, muss heute jeder für sich können. Unkomplizierter ist die Welt dadurch allerdings nicht geworden. Ich empfehle immer mal wieder Scheuklappen als wichtiges Ordnungsinstrument. Ganz ernsthaft.</p>
<p><strong>Hast du dir schonmal Gedanken darüber gemacht, dass dein Arbeitgeber dich vor dem Bewerbungsgespräch googelt und dabei peinliche Fotos von dir findet?</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span style="font-weight: normal;">Die Gnade der frühen Geburt hat bislang dafür gesorgt, dass meine peinlichen Jugendbilder alle in schwarz-weiß und auf Papier vorliegen, gut vergraben in einem Karton im Keller. Außerdem habe ich immer die Fotos gemacht. Und da es noch keine Kamerahndys gab, als ich 17 war, erschien ich dadurch sehr selten auf den Fetenbildern. Aber mal ganz ehrlich: Wer will denn bei so einem Arbeitgeber arbeiten? </span></p>
<p><strong>Die „Generation Internet”, der du ja angehörst, unterscheidet sich auch deshalb von früheren Generationen, weil es für sie ganz normal ist, Kontakte übers Internet zu knüpfen. Wahrscheinlich hast du auch schon Leute übers Internet kennengelernt. Wie kam es zu den Kontakten und habt ihr euch auch in der „realen Welt” schon einmal getroffen?</strong></p>
<p>Es sind zwei Communitys, die bisweilen den Sprung in mein reales Leben schaffen: XING und Geocaching. Ersteres ist ja ein bisschen formalisiert bei offiziellen Businesstreffen, auch wen man natürlich als Person erscheint. Und beim Geocaching vermeide ich inzwischen treffen mit anderen Cachern, den so genannten Event-Caches. Ich habe festgestellt, dass das gemeinsame Interesse für ein merkwürdiges Hobby für dauerhafte Beziehungen nicht ausreicht. Ich habe einfach einen  Freundeskreis, der völlig ausreichend ist und der komplett aus meinem nicht-digitalen Leben stammt. Vermutlich bin ich der falsche für diese Frage.</p>
<p><strong>Hattest du vor solchen Treffen Angst, dass sich in Wirklichkeit ganz andere Personen hinter den Profilen verbergen als du erwartet hast?</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ich habe keine Erwartungen also auch keine Angst. Ich Zweifelsfall überwiegt immer meine Negier und enttäuschen könne mich ja nur Leute, die ich lange kenne.</p>
<p><strong>Du bist erstaunlich gut über Problemfelder im Internet und Verhaltensregeln informiert. Woher hast du dein Wissen, wenn du es nicht in der Schule oder von deinen Eltern gelernt hast?</strong></p>
<p>Ausgeprägte Lebenserfahrung?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Timo</strong><strong>, herzlichen Dank für das Gespräch!</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Ich rede immer gern mit mir.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Nachtrag 13.01.10:</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Seit rund drei Wochen habe ich jetzt ein neues Handy und einen Twitter Account. So langsam wirds doch warm mit dem mobilen Netzzugang &#8211; QWERTZ-Tastatur heißt da für mich die Killer-Applikation. Aber auch das zeigt nur, dass ich so ein Gerät im Grunde immer noch als bessere Schreibmaschine betrachte..seufz.</p>
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		<title>Kurze medizinische Dialoge</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 17:11:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstgespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Ich habe mir in den Daumen geschnitten!&#8221; &#8220;Schlimm?&#8221; &#8220;Wir haben die Küchenwand neu gestrichen&#8230;&#8221; Einen Tag später beim Arzt: &#8220;Das sieht gut aus.&#8221; &#8220;Das kann auch nur ein Arzt sagen.&#8221;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Ich habe mir in den Daumen geschnitten!&#8221;<br />
&#8220;Schlimm?&#8221;<br />
&#8220;Wir haben die Küchenwand neu gestrichen&#8230;&#8221;</p>
<p>Einen Tag später beim Arzt:<br />
&#8220;Das sieht gut aus.&#8221;<br />
&#8220;Das kann auch nur ein Arzt sagen.&#8221;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Reguliertes Web</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Aug 2009 18:53:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Selbstgespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin sicher, derartige &#8220;Allgemeine Nutzungsbedingen&#8221; im Impressum einer Webseite des Jahres 2009 lassen Rückschlüsse auf die gesamte Unternehmenskultur zu: &#8220;Zugang und Nutzung der Website von XXX GmbH unterliegen den folgenden Bestimmungen. Falls Sie mit diesen Bestimmungen nicht einverstanden sind, benutzen Sie diese Website bitte nicht. (&#8230;) Der Nutzer darf bei Nutzung der Website nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin sicher, derartige &#8220;Allgemeine Nutzungsbedingen&#8221; im Impressum einer Webseite des Jahres 2009 lassen Rückschlüsse auf die gesamte Unternehmenskultur zu:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Zugang und Nutzung der Website von XXX GmbH unterliegen den folgenden Bestimmungen. Falls Sie mit diesen Bestimmungen nicht einverstanden sind, benutzen Sie diese Website bitte nicht. (&#8230;) Der Nutzer darf bei Nutzung der Website nicht (&#8230;) mit seinem Nutzungsverhalten gegen die guten Sitten verstoßen (..) Eine Verweisung auf diese Website mittels Link durch Dritte ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung von XXX GmbH zulässig.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Und naja, so stellt sich wahrscheinlich auch das Gros der Politik ein vorbildlich reguliertes Web vor. Also jetzt bitte nicht vor dem Bildschirm rülpsen und furzen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Förderprojekte in komplexen Wirklichkeiten</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 13:12:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politisches]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstgespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen für Jauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich sag es vorweg: Das wird ein längerer Eintrag. Denn es erscheint mir sinnvoll, nach den Kommentaren zum Für und Wider einiger vorgestellter Förderprojekte einmal grundsätzlich zu erläutern, warum ich ganz unironisch der Meinung bin, dass es sich dabei um gut angelegte Steuergroschen für spannende Vorhaben handelt. Und auch das vorweg: Wer der Ansicht ist, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sag es vorweg: Das wird ein längerer Eintrag. Denn es erscheint mir sinnvoll, nach den Kommentaren zum Für und Wider einiger vorgestellter Förderprojekte einmal grundsätzlich zu erläutern, warum ich ganz unironisch der Meinung bin, dass es sich dabei um gut angelegte Steuergroschen für spannende Vorhaben handelt.</p>
<p>Und auch das vorweg: Wer der Ansicht ist, der Staat handelt am Besten, wenn er sich aus „der Wirtschaft“ komplett heraushält, braucht sich alles folgende nicht anzutun. Ich bewerte eine solche Grundhaltung als verschärften Blödsinn. Der deutsche Staat als definierter Vertreter des Gemeinwohls (da genügt ein Blick ins Grundgesetz) ist als Akteur nicht weg zu definiere., auch nicht von der FDP. Die entscheide Frage ist hier daher nicht das „ob“, sondern allein das „wie“ oder von mir aus auch das „wieviel“. Nur darüber kann man sinnvollerweise geteilter Meinung sein.</p>
<p>Um dieses &#8220;Wie&#8221; soll es im Folgenden gehen. Die Frage lautet also schlicht: Wie kann eine sinnvolle Wirtschaftsförderung aussehen? Wie können Steuergelder dafür so ausgegeben werden, dass möglichst hohe Effekte in Form von Wertschöpfung und/oder neuen und gesicherten Arbeitsplätzen entstehen? Nur darum kann es gehen.</p>
<p>In der Vergangenheit genügte dafür lange Zeit die Ausweisung von Gewerbegebieten und der Bau von Straßen. Investitionen in die Infrastruktur waren das Mittel der Wahl und manch Wirtschaftspolitiker sieht das immer noch so. Doch die Welt ist komplizierter geworden und Wirtschaftsförderung muss sich einer Wirklichkeit stellen, die mit dem Schlagwort Globalisierung nur sehr unzureichend zu beschreiben ist. Deutlich wird damit allenfalls, dass der Entscheidungshorizont größer und unübersichtlicher geworden ist. Wer aber sinnvolle Wirtschaftsförderung betreiben will, muss sich die Mühe machen, diese neue Wirklichkeit zu analysieren und seine Mittel an die neue Realität anpassen</p>
<p>So, und ab jetzt geht es wirklich ins Eingemachte, schon um das Niveau der Debatte auf eine angemessenen Höhe zu bringen. Analysieren wir also die neue Wirklichkeit der Globalisierung und ziehen wir daraus die richtigen Schlüsse für eine Wirtschaftsförderung auf der Höhe der Zeit. Zudem will ich mit allem jetzt noch folgenden auch noch zeigen, dass ich mir gewöhnlich Gedanken mache, bevor ich zu einem Urteil komme („spannendes Projekt“). Ich teile diese Gedanken nur nicht jedesmal in aller Ausführlichkeit mit, denn mal ehrlich: Wer will das immer alles lesen? Und damit kann jetzt keiner sagen, ich hätte ihn nicht vor der Textmenge gewarnt:</p>
<p><span id="more-867"></span>Etwa seit Mitte der 80er Jahre ist ein ökonomischer Wandlungsprozess zu beobachten, der allgemein als „Globalisierung“ bezeichnet wird. Ein Versuch diesen Prozess genauer zu beschreiben stammt von Michael Storper und Allen J. Scott („Geographische Grundlagen und gesellschaftlche Regulation flexibler Produktionsprozesse“, in: Das neue Gesicht der Städte, Basel 1990). Danach ist der Kern der Globalisierung eine vollständige Umstellung des Produktionssystems. Wertschöpfung in entwickelten Industriegesellschaften beruhte lange Jahre vor allem auf der Herstellung langlebiger Konsumgüter sowie der damit verbundenen Investitionsgüter. An die Stelle der damit einhergehenden fordistischen Massenproduktion treten nun im Zuge eines umfassenden Strukturwandels komplexe und flexible Produktionssektoren. Dies sind neue High-Tech Branchen, wiederbelebte handwerkliche Einzelanfertigungen sowie Produktions- und finanzbetonte Dienstleistungen. Fließband- und Massenproduktion ist damit natürlich nicht verschwunden und in vielen Sektoren weiterhin eine wichtige Methode der Produktionsorganisation, aber sie liefert nicht mehr den entscheidenden Beitrag zu Wachstum und Wertschöpfung. Abhängig von Faktoren wie Transport- und Arbeitskosten ist industrielle Massenproduktion disponierbar geworden und kann überall statt finden. Entsprechend haben sich die Wachstumszentren sektoral wie räumlich verlagert. Flexible Produktionsstrukturen suchen sich neue Plätze, abseits der alten, industrielle Zentren mit ihren sozialstaatlichen Traditionen und Ansprüchen. Flexible Produktionssektoren induzieren und partizipieren stattdessen an Agglomerationsprozessen.</p>
<p>Wie aber funktionieren flexible Produktionsstrukturen? Ihr Kennzeichen war zunächst ein rigeroses Outscourcing, das aus starren Großkomplexen ein Verbundsystem formal selbstständiger, individuelle Produktionseinheiten macht. Am Ende ist die Produktionsstruktur als Netzwerk von Beziehungen unabhängig agierender Produktionseinheiten und Mitarbeiter darstellbar. Inzwischen existieren solche Netzwerke auch innerhalb von Konzernstrukturen, die äußerlich formal als Großkomplex sichtbar bleiben.</p>
<p>An dieser Stelle ist es notwendig, den Begriff der „Vertikalen Beinahe-Integration“ einzuführen (Leborgene/Lipietz: Neue Technologien, neue Regulationsweisen). Sie ist ein entscheidendes Merkmal für flexible Produktionsstrukturen und kann beschrieben werden als eine feste Bindung zwischen Lieferanten und Kunden, ein hoher Anteil des Lieferanten an Umsatz und Wertschöpfung des Endprodukts, Auftragsvergaben an Subunternehmen, die nicht mehr nur Herstellungs-, sondern auch Planungsprozesse umfassen sowie besonders wichtig: marktferne Formen der Hierarchie und Partnerschaft. Angelehnt an die noch fordistische Vorstellung eines oder mehrerer „Kernbetriebe, die von einem Schwarm mehr oder weniger abhängiger Subunternehmen umgeben sind (Mouleart/Swyngedouw; Regionalentwicklung und die Geographie flexibler Produktionssysteme) profitieren diese Hauptunternehmen gleichzeitig von den Vorteilen der vertikalen Integration (geringe Vertragskosten, Just-in-Time Management, Qualitäskontrolle, hohe Flexibiliät) und vertikalen Desintegration (Innovationsfähigkeit kleinerer Wirtschaftseinheiten, minimierte Risiken bei FuE-Investitionen).</p>
<p>Das bedeutet verallgemeinerte, nicht marktfähige Beziehungen zwischen den Firmen, die sich etwa in gemeinsamen Forschungsprogrammen und einem kontinuierlichen Wissens- und Technologietransfer ausdrücken. Nicht mehr über reine Marktmechanismen vermittelte Beziehungen von Unternehmen benötigen jedoch eine Vielzahl informeller Kommunikationswege. Sie sind sogar eine Art Rahmenbedingungen für flexible Produktionsstrukturen. Eine wichtige Erkenntnis.</p>
<p>Der entscheidende Unterschied zu Subunternehmen der traditionellen Industrieproduktion, ist jedenfalls der spezialisierte, mit der Fähigkeit zur Konzeption ausgestattete Betrieb mit einer gleichzeitigen Entwicklung sich gegenseitig bedingender Partnerschaft innerhalb des Gefüges flexibler Produktionsstrukturen (womit deutlich wird, dass die Flexibilität dieser Strukturen weniger die Struktur selbst meint, als ihre Fähigkeit, Produktionsprozesse zu handhaben).</p>
<p>Es liegt nahe, dass flexible Produktionsstrukturen auf jeder Ebene ein anderes Qualifikationsniveau der Arbeitskräfte verlangen als fordistische Strukturen. Das Anforderungsprofil ist im wesentlichen bestimmt durch die Fähigkeit, breite fachliche Grundqualifikationen flexibel und projektorientiert einzubringen. Qualifikationen von Ingenieuren, Technikern oder des Managements sind weniger firmen- als vielmehr auf hohem Niveau agglomerations- und sektorspezifisch.</p>
<p>Standortentscheidungen flexibler Produktionssysteme sind im hohem Maße an der Verfügbarkeit dieser Art spezialisierter Fachkräfte ausgerichtet sowie an der Möglichkeit, sich in vorhandene Netzwerke der vertikalen Beinahe-Integration einzufügen beziehungsweise solche Netze dank eines vorhandenen Potenzials zahlreiche industrienaher Dienstleistungen vor allem des Wissenssektors aufzubauen. Grundsätzlich neigen flexible Produktionsstrukturen zu Agglomerierungen, das heißt, sie bilden ein Netzwerk von Beziehungen, das sich aufgrund der erwähnten informellen Kommunikationsanforderungen in relativer räumlicher Nähe der Teilnehmer zueinander konstituiert, wenngleich nicht zwingend in dieser Nähe fortbestehen muss. In jedem Fall eignen sich flexible Produktionssysteme einen regionalen, überschaubaren Raum an und beginnen diesen entsprechend ihren Anforderungen zu formen.</p>
<p>Wenn Wirtschaftsförderung nun verstanden wird, als eine Summe politischer Entscheidungen, die dazu führen sollen, dass Standorte und Regionen für flexible Produktionsstrukturen attraktiv werden, weil nur diese noch künftig Wachstum, Wertschöpfung und die Grundlage einer hinrechenden Exportbasis bilden, zieht dies zwangsläufig Investitionen in Bildung und Ausbilder der verlangten Fachkräfte nach sich. Dazu kommt ein Faktor, den man als Innovationskapital bezeichnen könnte und der Agglomerationen gewissermaßen im Sinne flexibler Produktionsstrukturen vorformt und attraktiv macht. Dies sind vor allem informelle Kommunikationsnetzwerke bzw. die Fähigkeit der Akteure diese aufzubauen und sich in ihnen zu bewegen, was wiederum halbwegs offene, zumindest geöffnete Firmen- und Verwaltungskulturen verlangt. Nimmt man all diese Anforderung wirklich Ernst, zieht das weitreichende Folgen etwa bei der Steuerung von Genehmigungsverfahren nach sich, die per Definition immer formal sein müssen.</p>
<p>In diesem Sinne kann Wirtschaftsförderung heute nicht darin bestehen, Gewerbegebiete auszuweisen, steuerliche Erleichterungen zu gewähren oder Investitionen in den Aufbau beliebiger industrieller Kapazitäten direkt zu bezuschussen. Vielmehr sind Projekte sinnvoll, die eine Kultur des Netzwerkens und der informellen Kommunikation auch in Behörden schaffen, vorhandenen Wissenspotenziale in Wert setzen und den Wissens- und Technologietransfer voran bringen. Statt verlängerter Werkbänke, die lediglich in Zeiten prosperierenden Wachstums Arbeitsplätze versprechen, sind Unternehmen in den Mittelpunkt zu stellen, deren Entscheidungszentralen am Ort der Förderung ansässig sind und die geeignet scheinen, sich in flexible Produktionstrukturen einzufügen bzw. diese voran zu bringen. Ämter und wissenschaftliche Einrichtungen sind dabei je nach Branche zweifellos gleichberechtigte Partner und Akteure, die ihr Know-how in entsprechende Netzwerke geradezu einbringen müssen.</p>
<p>Und exakt diesen Ansprüchen genügen die hier vielfach bekrittelten Projekte GeoNet-NRW, Flex-I-GeoWeb oder auch <a href="http://www.navitestnrw.de" target="_blank">NavitestNRW</a>. Sie alle sind Verbundprojekte, die regional verankerte Akteure zusammen führen, Wissenstransfer organisieren, Netzwerke auch informeller Kommunikation knüpfen, vorhandene Entwicklungspotenziale aufgreifen und einen Produktionssektor fördern, der nach derzeitigem Erkenntnisstand auch künftig Wachstum und Wertschöpfung verspricht.</p>
<p>Garantien gibt es dennoch nicht, sowenig wie bei jedem Vorhaben, dass sich irgendwie auf die Zukunft bezieht. Aber soll man deswegen Wirtschaftsförderung komplett sein lassen?</p>
<p>Sagen wir es deutlich: Pauschale Steuergeld-Verschwender-Vorwürfe helfen nicht, sagen dafür aber eine Menge über die Bereitschaft des jeweiligen Absenders aus, sich tatsächlich und vertieft mit dem Thema zu befassen, denn natürlich gibt es innovativ anmutende Förderprojekte, die bei genauer Betrachtung tatsächlich und absehbar Steuergelder versenken. Aber auch für dieses Urteil muss man schon genauer hinschauen und so etwas wie einen Maßstab entwickeln, der sich vornehmlich an der ökonomischen Realität des Jahres 2009 orientieren sollte. Die Welt ist immer etwas komplizierter, als es zugespitzte Urteile nahelegen.</p>
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