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	<title>Geografitti - nicht nur Geografisches &#187; Wissen für Jauch</title>
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	<description>Die Vermessung meiner Welt</description>
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		<title>Wieder mal ein paar Fundstücke</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Dec 2009 14:09:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissen für Jauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich finde das ja ganz faszinierend: Die Verlinkung der Wirklichkeit mit Wikipedia. Semapedia ist eine Webseite, die Links zu Wikipedia-Einträge in Barcodes verwandelt.  Selbige lassen sich  als PDF ausdrucken und an entsprechenden Orten in der ganz realen Welt anbringen. Wer eines dieser neumodischen Smnartphones mit Barcode-Scanner App besitzt, kann den Code ablesen und bekommt direkt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde das ja ganz faszinierend: Die Verlinkung der Wirklichkeit mit Wikipedia.<strong> </strong><a href="http://de.semapedia.org/" target="_blank">Semapedia</a> ist eine Webseite, die Links zu Wikipedia-Einträge in Barcodes verwandelt.  Selbige lassen sich  als PDF ausdrucken und an entsprechenden Orten in der ganz realen Welt anbringen. Wer eines dieser neumodischen Smnartphones mit Barcode-Scanner App besitzt, kann den Code ablesen und bekommt direkt umfangreiche Informationen zu seinem Standort (soweit die Wikipedia-Mafia ihn als relevant betrachtet, aber das ist eine andere Diskussion..). Was mich daran fasziniert, ist die neue Variante einer Schnittstelle zwischen Internet und Wirklichkeit. Das empfand ich schon beim Geocaching als den eigentlich innovativen Kern der Sache&#8230;</p>
<p>OpenStreetMap ist ja mittlerweile bekannt, aber wie sieht es mit <a href="http://www.openseamap.org/">OpenSeaMap</a> aus? Das Projekt steht offenbar noch ganz am Anfang und will nichts weniger, als sich der Kartierung des weitaus größeren Teil des Planeten zuwenden: den Weltmeeren und Binbnengewässern. Im Mittelpunkt stehen natürlich erstmal Küsten- und Hafengewässer. Und da interessieren vor allem Objekte wie Leuchtfeuer, Tonnen und andere Seezeichen, Hafen-Informationen, Reparaturwerkstätten und Einkaufsmöglichkeiten von Schiffszubehör sowie touristische Infos. Den Anfang macht die Ostsee rund um Warnemünde, denn gestartet wurde OpenSeaMap in Deutschland.</p>
<p>Und dann ist da noch <a href="http://www.rodsbot.com/">Rodsbot</a>. Die Seite sammelt alle Merkwürdigkeiten, die sich in Google Earth finden lassen. Das reicht von der Felsformation, die wie ein Gespenst aussieht über Kornkreise, UFO-Landeplätze und Flugzeuge an seltsamen Orten bis zu echten Fehlern, die der Bearbeitung der Luftbilder geschuldet sind. Für langweilige Bürostunden zum schmökern.</p>
<p>Den Abschluss der Fundstücke bildet aber ein Zitat aus einer offiziellen <a href="http://www.mi.brandenburg.de/sixcms/detail.php?id=421929">Mitteilung</a> des Innenministeriums von Brandenburg. Es lautet:</p>
<blockquote><p>Brandenburg wird sich dem Projekt der Europäischen Union für eine gemeinsame europäische Infrastruktur für Geodaten anschließen.</p></blockquote>
<p>Und jetzt die Quizfrage: Wieviele Fehler enthält dieser kleine Satz?</p>
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		<title>74 KiIometer Leitungen verschwunden</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 15:49:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissen für Jauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Energieversorgung Weser Ems (EWE AG) hat 74,2 Kilometer ihres Leitunsgnetzes verloren. Sie haben sich einfach in Luft aufgelöst oder sie waren vielleicht auch nicht vorhanden. Realität ist eben nicht einfach da, sondern eine Konstruktion des Gehirns, in diesem Fall des elektronischen Gedächtnisses des Netzmanagements. Die haben ihre Leitungsdokumentation seit August diesen Jahres von Gauß-Krüger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Energieversorgung Weser Ems (EWE AG) hat 74,2 Kilometer ihres Leitunsgnetzes verloren. Sie haben sich einfach in Luft aufgelöst oder sie waren vielleicht auch nicht vorhanden. Realität ist eben nicht einfach da, sondern eine Konstruktion des Gehirns, in diesem Fall des elektronischen Gedächtnisses des Netzmanagements. Die haben ihre Leitungsdokumentation seit August diesen Jahres von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gau%C3%9F-Kr%C3%BCger-Koordinatensystem">Gauß-Krüger Koordinaten</a> auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/ETRS89">UTM/ETRS89</a> umgestellt. Und im Zuge der Datentransformation hat sich das Leitungsnetz um besagte 74,2 Kilometer verkürzt. Das sind zwar lediglich 0,04 Prozent der Gesamt-Netzlänger aber immerhin doch die Strecke von Bonn nach Düsseldorf.</p>
<p>Jetzt könnte man natürlich einwerfen, der Schwund sei nicht real, sondern eher rechnerischer Natur, das aber stimmt nur bedingt. Denn einfach umrechnen kann man die Koordinaten der Systeme nicht. Es gibt dafür keine einheitliche Formel. Der wesentliche Unterschied zwischen Gauß-Krüger und ETRS89 ist nämlich, dass den Systemen zu Grunde liegende Modell des Erdballs, sprich: der Rotationsellipsoid. Das ist einmal das Modell nach <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bessel-Ellipsoid">Bessel</a> und dann die Modellierung  <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/GRS80">GRS80</a>. Ohne auf die Details einzugehen kann man sagen, dass sich dadurch Koordinaten abhängig von ihrem Standort unterschiedlich stark verschieben, wenn man sie von einem in das andere Bezugssystem umrechnet, oder anders ausgedrückt: Für jede Koordinate müsste zunächst eine exakt zutreffende individuelle Umrechnungsformel ermittelt werden, bevor umgerechnet werden könnte.</p>
<p>Das ist natürlich extrem unpraktikabel, weswegen man sich in Deutschland erstens lange um die seit 1995 beschlossene Umstellung der Systeme herumdrückt und zweitens einmal getätigte Umstellungen auch nicht so einfach wieder rückgängig zu machen sind. Um hier annähernd hohe Genauigkeiten zu erreichen operieren die Geodäten daher mit einem Netz genau umgerechneter Passpunkte, für die dann jeweils die Formeln vorliegen. Das ist ein relativ dichtes Netz, in Niedersachen etwa 40.000 Punkte, und wer Daten zu transferieren hat,  nutzt für seine Koordinaten einfach die Formel des nächstgelegenen Passpunktes, die dadurch annähernd genaue, aber eben keine völlig exakten Ergebnisse liefert. So können schon mal 74,2 Kilometer Leitungen verschwinden.</p>
<p>Aber das ist natürlich Ansichtssache. Hätte man immer nur in ETRS89 gearbeitet und müsste nun auf Gauß-Krüger umstellen, würden plötzlich und unerwartet 74,2 Kilometer Leitungen wie aus dem Nichts auftauchen. Die Frage ist also: Wie lang ist das EWE Leitungsnetz wirklich? Man wird das vermutlich ähnlich beantworten müssen, wie die Frage nach der Länge der Küste von Großbritannien. Denkt man darüber so vertieft nach wie <a href="http://www.koopiworld.de/pub/frak4.htm">Benoit Mandelbrot</a>, kann die Antwort nur &#8220;Unendlich lang&#8221; lauten.</p>
<p>An die Konsequenzen für die Netzentgelte für die Durchleitung darf man dabei aber besser nicht denken.</p>
<p><strong>UPDATE</strong>:  6. November, 12:18<br />
Soeben erreichte mich ein Anruf der EWE. Dort scheint man gewisse Probleme damit zu haben, obigen Beitrag als kleine, launige Glosse zu betrachten. Stattdessen fielen so Vokabeln wie &#8220;aus dem Zusammenhang gerissen&#8221;, &#8220;reißerische Überschrift&#8221; sowie &#8220;Löschung&#8221; und &#8220;Rechtsabteilung&#8221;. Mein Hinweis auf die Kommentarfunktion oder das Recht auf Gegendarstellung, soweit die Inhalte überhaupt gegendarstellungsfähig sind, vermochte nicht zu überzeugen. Ich bin außerdem etwas ratlos, welche Rechtsverstöße vorliegen sollen, denn nur dann wäre eine Löschung notwendig. Ich habe daher um möglichst schriftliche Aufklärung gebeten. Reißerische Überschriften (wenn sie das denn ist) sind meines Wissens hierzulande jedenfalls erlaubt. Mal gucken&#8230;</p>
<p><strong>UPDATE</strong>:  6. November, 14:06<br />
Um nur mal kurz die Dimensionen dieses Beitrags zu verdeutlichen: Bislang verzeichnet er exakt 54 Leser ohne meine Person. Wieviel davon Mitarbeiter der EWE sind, kann ich nicht sagen.</p>
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		<title>Förderprojekte in komplexen Wirklichkeiten</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2009/08/03/forderprojekte-in-komplexen-wirklichkeiten/</link>
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		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 13:12:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politisches]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstgespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen für Jauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich sag es vorweg: Das wird ein längerer Eintrag. Denn es erscheint mir sinnvoll, nach den Kommentaren zum Für und Wider einiger vorgestellter Förderprojekte einmal grundsätzlich zu erläutern, warum ich ganz unironisch der Meinung bin, dass es sich dabei um gut angelegte Steuergroschen für spannende Vorhaben handelt.
Und auch das vorweg: Wer der Ansicht ist, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sag es vorweg: Das wird ein längerer Eintrag. Denn es erscheint mir sinnvoll, nach den Kommentaren zum Für und Wider einiger vorgestellter Förderprojekte einmal grundsätzlich zu erläutern, warum ich ganz unironisch der Meinung bin, dass es sich dabei um gut angelegte Steuergroschen für spannende Vorhaben handelt.</p>
<p>Und auch das vorweg: Wer der Ansicht ist, der Staat handelt am Besten, wenn er sich aus „der Wirtschaft“ komplett heraushält, braucht sich alles folgende nicht anzutun. Ich bewerte eine solche Grundhaltung als verschärften Blödsinn. Der deutsche Staat als definierter Vertreter des Gemeinwohls (da genügt ein Blick ins Grundgesetz) ist als Akteur nicht weg zu definiere., auch nicht von der FDP. Die entscheide Frage ist hier daher nicht das „ob“, sondern allein das „wie“ oder von mir aus auch das „wieviel“. Nur darüber kann man sinnvollerweise geteilter Meinung sein.</p>
<p>Um dieses &#8220;Wie&#8221; soll es im Folgenden gehen. Die Frage lautet also schlicht: Wie kann eine sinnvolle Wirtschaftsförderung aussehen? Wie können Steuergelder dafür so ausgegeben werden, dass möglichst hohe Effekte in Form von Wertschöpfung und/oder neuen und gesicherten Arbeitsplätzen entstehen? Nur darum kann es gehen.</p>
<p>In der Vergangenheit genügte dafür lange Zeit die Ausweisung von Gewerbegebieten und der Bau von Straßen. Investitionen in die Infrastruktur waren das Mittel der Wahl und manch Wirtschaftspolitiker sieht das immer noch so. Doch die Welt ist komplizierter geworden und Wirtschaftsförderung muss sich einer Wirklichkeit stellen, die mit dem Schlagwort Globalisierung nur sehr unzureichend zu beschreiben ist. Deutlich wird damit allenfalls, dass der Entscheidungshorizont größer und unübersichtlicher geworden ist. Wer aber sinnvolle Wirtschaftsförderung betreiben will, muss sich die Mühe machen, diese neue Wirklichkeit zu analysieren und seine Mittel an die neue Realität anpassen</p>
<p>So, und ab jetzt geht es wirklich ins Eingemachte, schon um das Niveau der Debatte auf eine angemessenen Höhe zu bringen. Analysieren wir also die neue Wirklichkeit der Globalisierung und ziehen wir daraus die richtigen Schlüsse für eine Wirtschaftsförderung auf der Höhe der Zeit. Zudem will ich mit allem jetzt noch folgenden auch noch zeigen, dass ich mir gewöhnlich Gedanken mache, bevor ich zu einem Urteil komme („spannendes Projekt“). Ich teile diese Gedanken nur nicht jedesmal in aller Ausführlichkeit mit, denn mal ehrlich: Wer will das immer alles lesen? Und damit kann jetzt keiner sagen, ich hätte ihn nicht vor der Textmenge gewarnt:</p>
<p><span id="more-867"></span>Etwa seit Mitte der 80er Jahre ist ein ökonomischer Wandlungsprozess zu beobachten, der allgemein als „Globalisierung“ bezeichnet wird. Ein Versuch diesen Prozess genauer zu beschreiben stammt von Michael Storper und Allen J. Scott („Geographische Grundlagen und gesellschaftlche Regulation flexibler Produktionsprozesse“, in: Das neue Gesicht der Städte, Basel 1990). Danach ist der Kern der Globalisierung eine vollständige Umstellung des Produktionssystems. Wertschöpfung in entwickelten Industriegesellschaften beruhte lange Jahre vor allem auf der Herstellung langlebiger Konsumgüter sowie der damit verbundenen Investitionsgüter. An die Stelle der damit einhergehenden fordistischen Massenproduktion treten nun im Zuge eines umfassenden Strukturwandels komplexe und flexible Produktionssektoren. Dies sind neue High-Tech Branchen, wiederbelebte handwerkliche Einzelanfertigungen sowie Produktions- und finanzbetonte Dienstleistungen. Fließband- und Massenproduktion ist damit natürlich nicht verschwunden und in vielen Sektoren weiterhin eine wichtige Methode der Produktionsorganisation, aber sie liefert nicht mehr den entscheidenden Beitrag zu Wachstum und Wertschöpfung. Abhängig von Faktoren wie Transport- und Arbeitskosten ist industrielle Massenproduktion disponierbar geworden und kann überall statt finden. Entsprechend haben sich die Wachstumszentren sektoral wie räumlich verlagert. Flexible Produktionsstrukturen suchen sich neue Plätze, abseits der alten, industrielle Zentren mit ihren sozialstaatlichen Traditionen und Ansprüchen. Flexible Produktionssektoren induzieren und partizipieren stattdessen an Agglomerationsprozessen.</p>
<p>Wie aber funktionieren flexible Produktionsstrukturen? Ihr Kennzeichen war zunächst ein rigeroses Outscourcing, das aus starren Großkomplexen ein Verbundsystem formal selbstständiger, individuelle Produktionseinheiten macht. Am Ende ist die Produktionsstruktur als Netzwerk von Beziehungen unabhängig agierender Produktionseinheiten und Mitarbeiter darstellbar. Inzwischen existieren solche Netzwerke auch innerhalb von Konzernstrukturen, die äußerlich formal als Großkomplex sichtbar bleiben.</p>
<p>An dieser Stelle ist es notwendig, den Begriff der „Vertikalen Beinahe-Integration“ einzuführen (Leborgene/Lipietz: Neue Technologien, neue Regulationsweisen). Sie ist ein entscheidendes Merkmal für flexible Produktionsstrukturen und kann beschrieben werden als eine feste Bindung zwischen Lieferanten und Kunden, ein hoher Anteil des Lieferanten an Umsatz und Wertschöpfung des Endprodukts, Auftragsvergaben an Subunternehmen, die nicht mehr nur Herstellungs-, sondern auch Planungsprozesse umfassen sowie besonders wichtig: marktferne Formen der Hierarchie und Partnerschaft. Angelehnt an die noch fordistische Vorstellung eines oder mehrerer „Kernbetriebe, die von einem Schwarm mehr oder weniger abhängiger Subunternehmen umgeben sind (Mouleart/Swyngedouw; Regionalentwicklung und die Geographie flexibler Produktionssysteme) profitieren diese Hauptunternehmen gleichzeitig von den Vorteilen der vertikalen Integration (geringe Vertragskosten, Just-in-Time Management, Qualitäskontrolle, hohe Flexibiliät) und vertikalen Desintegration (Innovationsfähigkeit kleinerer Wirtschaftseinheiten, minimierte Risiken bei FuE-Investitionen).</p>
<p>Das bedeutet verallgemeinerte, nicht marktfähige Beziehungen zwischen den Firmen, die sich etwa in gemeinsamen Forschungsprogrammen und einem kontinuierlichen Wissens- und Technologietransfer ausdrücken. Nicht mehr über reine Marktmechanismen vermittelte Beziehungen von Unternehmen benötigen jedoch eine Vielzahl informeller Kommunikationswege. Sie sind sogar eine Art Rahmenbedingungen für flexible Produktionsstrukturen. Eine wichtige Erkenntnis.</p>
<p>Der entscheidende Unterschied zu Subunternehmen der traditionellen Industrieproduktion, ist jedenfalls der spezialisierte, mit der Fähigkeit zur Konzeption ausgestattete Betrieb mit einer gleichzeitigen Entwicklung sich gegenseitig bedingender Partnerschaft innerhalb des Gefüges flexibler Produktionsstrukturen (womit deutlich wird, dass die Flexibilität dieser Strukturen weniger die Struktur selbst meint, als ihre Fähigkeit, Produktionsprozesse zu handhaben).</p>
<p>Es liegt nahe, dass flexible Produktionsstrukturen auf jeder Ebene ein anderes Qualifikationsniveau der Arbeitskräfte verlangen als fordistische Strukturen. Das Anforderungsprofil ist im wesentlichen bestimmt durch die Fähigkeit, breite fachliche Grundqualifikationen flexibel und projektorientiert einzubringen. Qualifikationen von Ingenieuren, Technikern oder des Managements sind weniger firmen- als vielmehr auf hohem Niveau agglomerations- und sektorspezifisch.</p>
<p>Standortentscheidungen flexibler Produktionssysteme sind im hohem Maße an der Verfügbarkeit dieser Art spezialisierter Fachkräfte ausgerichtet sowie an der Möglichkeit, sich in vorhandene Netzwerke der vertikalen Beinahe-Integration einzufügen beziehungsweise solche Netze dank eines vorhandenen Potenzials zahlreiche industrienaher Dienstleistungen vor allem des Wissenssektors aufzubauen. Grundsätzlich neigen flexible Produktionsstrukturen zu Agglomerierungen, das heißt, sie bilden ein Netzwerk von Beziehungen, das sich aufgrund der erwähnten informellen Kommunikationsanforderungen in relativer räumlicher Nähe der Teilnehmer zueinander konstituiert, wenngleich nicht zwingend in dieser Nähe fortbestehen muss. In jedem Fall eignen sich flexible Produktionssysteme einen regionalen, überschaubaren Raum an und beginnen diesen entsprechend ihren Anforderungen zu formen.</p>
<p>Wenn Wirtschaftsförderung nun verstanden wird, als eine Summe politischer Entscheidungen, die dazu führen sollen, dass Standorte und Regionen für flexible Produktionsstrukturen attraktiv werden, weil nur diese noch künftig Wachstum, Wertschöpfung und die Grundlage einer hinrechenden Exportbasis bilden, zieht dies zwangsläufig Investitionen in Bildung und Ausbilder der verlangten Fachkräfte nach sich. Dazu kommt ein Faktor, den man als Innovationskapital bezeichnen könnte und der Agglomerationen gewissermaßen im Sinne flexibler Produktionsstrukturen vorformt und attraktiv macht. Dies sind vor allem informelle Kommunikationsnetzwerke bzw. die Fähigkeit der Akteure diese aufzubauen und sich in ihnen zu bewegen, was wiederum halbwegs offene, zumindest geöffnete Firmen- und Verwaltungskulturen verlangt. Nimmt man all diese Anforderung wirklich Ernst, zieht das weitreichende Folgen etwa bei der Steuerung von Genehmigungsverfahren nach sich, die per Definition immer formal sein müssen.</p>
<p>In diesem Sinne kann Wirtschaftsförderung heute nicht darin bestehen, Gewerbegebiete auszuweisen, steuerliche Erleichterungen zu gewähren oder Investitionen in den Aufbau beliebiger industrieller Kapazitäten direkt zu bezuschussen. Vielmehr sind Projekte sinnvoll, die eine Kultur des Netzwerkens und der informellen Kommunikation auch in Behörden schaffen, vorhandenen Wissenspotenziale in Wert setzen und den Wissens- und Technologietransfer voran bringen. Statt verlängerter Werkbänke, die lediglich in Zeiten prosperierenden Wachstums Arbeitsplätze versprechen, sind Unternehmen in den Mittelpunkt zu stellen, deren Entscheidungszentralen am Ort der Förderung ansässig sind und die geeignet scheinen, sich in flexible Produktionstrukturen einzufügen bzw. diese voran zu bringen. Ämter und wissenschaftliche Einrichtungen sind dabei je nach Branche zweifellos gleichberechtigte Partner und Akteure, die ihr Know-how in entsprechende Netzwerke geradezu einbringen müssen.</p>
<p>Und exakt diesen Ansprüchen genügen die hier vielfach bekrittelten Projekte GeoNet-NRW, Flex-I-GeoWeb oder auch <a href="http://www.navitestnrw.de" target="_blank">NavitestNRW</a>. Sie alle sind Verbundprojekte, die regional verankerte Akteure zusammen führen, Wissenstransfer organisieren, Netzwerke auch informeller Kommunikation knüpfen, vorhandene Entwicklungspotenziale aufgreifen und einen Produktionssektor fördern, der nach derzeitigem Erkenntnisstand auch künftig Wachstum und Wertschöpfung verspricht.</p>
<p>Garantien gibt es dennoch nicht, sowenig wie bei jedem Vorhaben, dass sich irgendwie auf die Zukunft bezieht. Aber soll man deswegen Wirtschaftsförderung komplett sein lassen?</p>
<p>Sagen wir es deutlich: Pauschale Steuergeld-Verschwender-Vorwürfe helfen nicht, sagen dafür aber eine Menge über die Bereitschaft des jeweiligen Absenders aus, sich tatsächlich und vertieft mit dem Thema zu befassen, denn natürlich gibt es innovativ anmutende Förderprojekte, die bei genauer Betrachtung tatsächlich und absehbar Steuergelder versenken. Aber auch für dieses Urteil muss man schon genauer hinschauen und so etwas wie einen Maßstab entwickeln, der sich vornehmlich an der ökonomischen Realität des Jahres 2009 orientieren sollte. Die Welt ist immer etwas komplizierter, als es zugespitzte Urteile nahelegen.</p>
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		<title>Bobcat heißt jetzt Roadtrip</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2008/09/13/bobcat-heisst-jetzt-roadtrip/</link>
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		<pubDate>Sat, 13 Sep 2008 13:38:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Satelliten weisen den Weg]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen für Jauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Da muss man auch erst drauf kommen: Bobcat &#8211; das Mac-Kartenproramm von Garmin &#8211; verlangte kürzlich bei jedem Öffnen zwingend ein Update. Ohne Download schloss sich die Software sogleich wieder. Danach allerdings auch und das Spiel begann von vorn. Dabei hatte ich die jüngste Version 2.0.0.8 von Juli diesen Jahres installiert.
Dickes Fragezeichen.
Des Rätsels Lösung: Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da muss man auch erst drauf kommen: Bobcat &#8211; das Mac-Kartenproramm von Garmin &#8211; verlangte kürzlich bei jedem Öffnen zwingend ein Update. Ohne Download schloss sich die Software sogleich wieder. Danach allerdings auch und das Spiel begann von vorn. Dabei hatte ich die jüngste Version 2.0.0.8 von Juli diesen Jahres installiert.</p>
<p>Dickes Fragezeichen.</p>
<p>Des Rätsels Lösung: Das angebliche Update ist in Wirklichkeit der Sprung von Version 2.0.0.8 zu 2.0.1 und Bobcat heißt jetzt Roadtrip, ist also eigentlich ein neues, anderes Programm. Beide können unabhängig voneinander separat heruntergeladen und installiert werden. Hier <a href="http://www8.garmin.com/support/download_details.jsp?id=3885" target="_blank">Bobcat</a>, da <a href="http://www8.garmin.com/support/download_details.jsp?id=4332" target="_blank">Roadtrip</a> &#8211; nur, dass Bobcat ohne Update nicht läuft&#8230;</p>
<p>Aber ich sag mal nix, ist ja alles ordentlich als <span style="text-decoration: line-through;">Bananansoftware</span> Beta gekennzeichnet. Außerdem: Wer (englisch) <a href="http://www8.garmin.com/macosx/" target="_blank">lesen kann</a>, ist klar im Vorteil. Und die Software hat jetzt immerhin ein deutschsprachiges Menü.</p>
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		<title>Geocachen für EuroStat</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2008/09/08/geocachen-fur-eurostat/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Sep 2008 15:26:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geografen besichtigen die Realität]]></category>
		<category><![CDATA[Satelliten weisen den Weg]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen für Jauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Projekte im Umfeld der Geoinformationswelt, über die Außenstehende vermutlich zuerst den Kopf schütteln, um dann unangenehme Fragen nach Sinn und Kosten der Angelegenheit zu formulieren. LUCAS könnte so ein Projekt sein. Das ist eines dieser in der Europäischen Union so beliebten Akronyme und steht für &#8220;Land Use and Cover Area Survey&#8221;. Verantwortlich dafür [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Projekte im Umfeld der Geoinformationswelt, über die Außenstehende vermutlich zuerst den Kopf schütteln, um dann unangenehme Fragen nach Sinn und Kosten der Angelegenheit zu formulieren. LUCAS könnte so ein Projekt sein. Das ist eines dieser in der Europäischen Union so beliebten Akronyme und steht für &#8220;Land Use and Cover Area Survey&#8221;. Verantwortlich dafür ist <a href="http://epp.eurostat.ec.europa.eu/portal/page?_pageid=1090,30070682,1090_33076576&amp;_dad=portal&amp;_schema=PORTAL" target="_blank">EuroStat</a>, die europäische Statistikbehörde. Die will konsolidierte und homogene Daten zur Landnutzung und Landbedeckung aus allen 27 Mitgliedsstaaten, um gesicherte Vergleiche anstellen zu können, wenn es zum Beispiel um Anteile von Waldflächen, landwirtschaftlicher Nutzfläche oder gar unberührter Natur geht. Man muss sich dazu vielleicht kurz vergegenwärtigen, dass die amtliche Statistik in den einzelnen EU-Ländern so etwas weder mit den selben, vergleichbaren Parametern erfasst, noch diese Daten überhaupt überall oder gar flächendeckend vorhanden wären. EuroStat hat deswegen dieses eigene Vermessungsprojekt LUCAS angestoßen.</p>
<p>Allerdings wollen die europäischen Statistiker keine flächendeckende Erfassung, sonden eine &#8220;statistische Flächenstichprobenerhebung zur Landnutzung/Landbedeckung&#8221;, wie es in den amtlichen Ausschreibungen  heißt. Deshalb hat die Behörde über ganz Europa ein regelmäßiges Netz von Punkten gelegt, an denen die Landnutzung genau erfasst wird. Daraus sollen sich Flächenanteile später berechnen lassen.</p>
<p>Europa ist groß, da kommen schon rund 250.000 Punkte zusammen. (Wer es genau wissen will: <a href="http://circa.europa.eu/Public/irc/dsis/landstat/library?l=/download/sample&amp;vm=detailed&amp;sb=Title" target="_blank">Hier</a> gibt es zum Beispiel ArcInfo-Coverage-Daten und Excel-Tabellen zu jedem einzelne Land mit allen Punkten, allein für Deutschland rund 27.700 Koordinaten) . Und jetzt kommt der Kopfschüttelfaktor: Jeder einzelne Punkt wurde tatsächlich von einem mit GPS-Gerät und Erfassungsbogen bewaffneten Fachmann besucht und bewertet. Und zwar erstmals 2001. Und nach fünf Jahren gab es 2006 den zweiten Besuch und aktuell sind gerade einige EU-Neuzugänge dran und 2010 gehts wieder von vorn los, um zu gucken, was sich verändert hat. Es gibt eine etwas versteckte <a href="http://circa.europa.eu/irc/dsis/landstat/info/data/index.htm" target="_blank">Website</a> des Projekts, die alle Detailinformationen dazu auflistet.</p>
<p>Zudem gibt es darin ein <a href="http://circa.europa.eu/irc/dsis/landstat/info/data/surveyors.htm" target="_blank">paar</a> schöne <a href="http://circa.europa.eu/irc/dsis/landstat/info/data/2007_followup_visits.htm" target="_blank">Bildersammlungen</a>, die die praktischen Schwiergkeiten vor Ort illustrieren. Man kann sich das wirklich ein bißchen wie Geocaching im europäischen Auftrag vorstellen, wenn auch ohne Cachebox am Ende. Aber es gilt, eine vorgegebene Koordinate möglichst punktgenau zu finden, zu markieren und ihre exakte Landnutzung zu dokumentieren. Da die Punkte einem regelmäßigen Muster folgen und keine Rücksicht auf die Topographie nehmen, sind Kuhweiden, schlammige Ackerflächen und schwer überwindbare Flussläufe für die <span style="text-decoration: line-through;">Geocacher</span> Datenerfasser also tägliches Brot. Am schönsten finde ich allerdings das Bild aus Deutschland, wo der korrekte EuroStat-Zuträger sein Markierungsfähnchen auf der Spitze eines Misthaufens drapiert. Landbedeckung: Scheiße.</p>
<p>Aber Koordinate ist Koordinate.</p>
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		<title>Objektart: Investitionsruine</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2008/09/03/objektart-investitionsruine/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Sep 2008 11:20:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geografen besichtigen die Realität]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen für Jauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine eigenen jüngsten Erfahrungen als Openstreetmapper und diese Meldung des NRW-Innenministeriums zur Einführung von ALKIS in Lippe als erster Kommune in Deutschland ziehe ich mal zu der gewagten Prognose zusammen, das ALKIS scheitern wird, jedenfalls gemessen an seinem ursprünglichen Anspruch.
ALKIS steht für Automatisiertes oder wahlweise auch Amtliches Liegenschaftskatasterinformationssystem und soll künftig gemeinsam mit dem Amtlichen/Automatisierten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine eigenen jüngsten Erfahrungen als Openstreetmapper und <a href="http://www.nrw.de/Presseservice/meldungen/09_2008/080901__M.php" target="_blank">diese Meldung</a> des NRW-Innenministeriums zur Einführung von ALKIS in Lippe als erster Kommune in Deutschland ziehe ich mal zu der gewagten Prognose zusammen, das ALKIS scheitern wird, jedenfalls gemessen an seinem ursprünglichen Anspruch.</p>
<p>ALKIS steht für Automatisiertes oder wahlweise auch Amtliches Liegenschaftskatasterinformationssystem und soll künftig gemeinsam mit dem Amtlichen/Automatisierten Topographischen Katastereinformationssystem (ATKIS) und dem Amtlichen/Automatisierten Festpunkt Informationssystem (AFIS) die Grundlage für das komplette  behördliche Kartenwerk bilden. Die Idee dahinter ist ein Datenmodell, dass in der Lage ist, jedem realen Objekt in der Landschaft eine kartographische Entsprechung und Signatur zuzuweisen. Wesentlicher Bestandteil von ALKIS/ATKIS/AFIS (verkürzt auch als 3A oder AAA-Modell bezeichnet) sind deshalb umfangreiche <a href="http://www.bezreg-koeln.nrw.de/extra/33alkis/geoinfodok.htm" target="_blank">Objektartenkataloge</a>, in denen jede denkbare Eventualität der realen Umwelt aufgelistet ist. Allein der Katalog für ALKIS umfasst rund 500 Seiten. Nur ein Beispiel daraus: Unter der Kennnummer 51001 findet sich die Objektart &#8220;Turm&#8221;, wunderbar definiert als &#8220;ein hoch aufragendes, auf einer verhältnismäßig kleinen Fläche freistehendes Bauwerk.&#8221; Allerdings sind diesem Objekt zahlreiche weitere Attribute zugeordnet, etwa zwölf verschiedene Nutzungsarten: <span id="more-765"></span></p>
<ul>
<li>Wasserturm 1001 &#8211; ist ein hochgelegenes Bauwerk mit einem Behälter, in dem Wasser für die Wasserversorgung und Konstanthaltung des Wasserdruckes gespeichert wird.</li>
<li>Kirchturm, Glockenturm 1002 &#8211; &#8216;Kirchturm, Glockenturm&#8217; ist ein freistehender Turm, der die Glockenstube mit den Glocken aufnimmt.</li>
<li>Aussichtsturm 1003 &#8211; &#8216;Aussichtsturm&#8217; ist ein Bauwerk, das ausschließlich der Fernsicht dient.</li>
<li>Kontrollturm 1004 &#8211; &#8216;Kontrollturm&#8217; (Tower) ist ein Bauwerk auf dem Fluggelände, in dem die für die Lenkung und Überwachung des Flugverkehrs erforderlichen Anlagen und Einrichtungen untergebracht sind.</li>
<li>Kühlturm 1005 &#8211; &#8216;Kühlturm&#8217; ist eine turmartige Kühlanlage (Nass- oder Trockenkühlturm), in der erwärmtes Kühlwasser insbesondere von Kraftwerken rückgekühlt wird.</li>
<li>Leuchtturm 1006 &#8211; &#8216;Leuchtturm&#8217; ist ein als Schifffahrtszeichen dienender hoher Turm, ausgerüstet mit einem starken Leuchtfeuer verschiedener Kennungen an der Turmspitze und mit anderen, der Schifffahrt dienenden Signalen.</li>
<li>Feuerwachturm 1007 &#8211; &#8216;Feuerwachturm&#8217; ist ein Turm, der zum Erkennen von Gefahren (Feuer) dient.</li>
<li>Sende-, Funkturm, Fernmeldeturm 1008  &#8211; &#8216;Sende-, Funkturm, Fernmeldeturm&#8217; ist ein Bauwerk, ausgerüstet mit Sende &#8211; und Empfangsantennen zum Übertragen und Empfangen von Nachrichten aller Arten von Telekommunikation.</li>
<li>Stadt-, Torturm 1009 &#8211; &#8216;Stadtturm&#8217; ist ein historischer Turm, der das Stadtbild prägt. &#8216;Torturm&#8217; ist der auf einem Tor stehende Turm, wobei das Tor allein stehen oder in eine Befestigungsanlage eingebunden sein kann.</li>
<li>Förderturm 1010 &#8211; &#8216;Förderturm&#8217; ist ein Turm über einem Schacht. An Förderseile, die über Seilscheiben im Turm geführt werden, werden Lasten in den Schacht gesenkt oder aus dem Schacht gehoben.</li>
<li>Bohrturm 1011 &#8211; &#8216;Bohrturm&#8217; ist ein zur Gewinnung von Erdöl und Erdgas verwendetes, meist aus einer Stahlkonstruktion bestehendes Gerüst, in dem das Bohrgestänge aufgehängt ist.</li>
<li>Schloss-, Burgturm 1012 &#8211; &#8216;Schloss-, Burgturm&#8217; ist ein Turm innerhalb einer Schloss- bzw. einer Burganlage, auch Bergfried genannt.</li>
</ul>
<p>Und für alle Fälle noch der Turm von dem man grad nicht weiß, was er soll:</p>
<ul>
<li>Nach Quellenlage nicht zu spezifizieren 9998 &#8211; &#8216;Nach Quellenlage nicht zu spezifizieren&#8217; bedeutet, dass zum Zeitpunkt der (Daten-)Erhebung keine Funktion zuweisbar war.</li>
</ul>
<p>Weitere Attribute sind die Objekthöhe, der Name, Zustand (offizielle Definition: &#8220;Zustand&#8221; ist der Zustand von &#8220;Turm&#8221;) und eine Relationsart ( &#8220;zeigt auf weist auf Lagebezeichnung hin&#8221;).</p>
<p>Soviel zum Objekt &#8220;Turm&#8221;, nur ein Beispiel und mit zwölf Nutzungsarten ein noch relativ überschaubares Objekt. Beim Objekt &#8220;Gebäude&#8221; (offenbar ohne Türme) unterscheiden die amtlichen Vermesser hingegen  über 240 Nutzungsarten von &#8220;Almhütte&#8221; bis &#8220;Zollstation&#8221; , was zu einem schönen Quiz einlädt, mal alle Möglichkeiten zu raten.</p>
<p>Warum ich das alles auf- und erzähle? Weil es deutlich macht, das ALKIS/ATKIS/AFIS an ihrer eigenen Komplexität zu Grunde gehen werden. Meine Ausflüge als Amateurvermesser für Openstreetmap haben mir nochmal drastisch und praktisch die theoretisch schon länger vorhandene Erkenntnis vor Augen geführt, wie kompliziert die Wirklichkeit plötzlich wird, wenn man versucht, sie vollständig und allgemein verbindlich zu kartographieren: Es geht schlicht nicht, jedenfalls nicht zu vertretbarem Aufwand.</p>
<p>Es funktioniert allenfalls auschnittweise und zweckbezogen, wenn der Zweck zuvor bekannt ist. Insofern wird sich auch die Katasterverwaltung trotz ihres Alleinvertretungsanspruches früher oder später davon verabschieden müssen, ein Datenmodell einzuführen, dass möglichst sämtliche denkbaren Zwecke im Vorfeld berücksichtigt. Eine Karte bleibt die Modellierung (und damit Vereinfachung) der Wirklichkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem vorgegebenen Zweck. Eine Datenbank, die jede Karte zu jedem Zweck auf Knopfdruck erzeugt &#8211; und dass war ja mal die Idee des 3A-Modells &#8211; wird nie existieren.</p>
<p>Böse gesagt: Vermutlich wird ALKIS/ATKIS/AFIS die größte unbemerkt gebliebene Investitionsruine der Bundesrepublik werden.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Fundstücke</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Aug 2008 13:25:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Am Wegesrand]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen für Jauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute einfach mal ein paar bemerkenswerte Kartenanwendungen und Links aus den Weiten des weltweiten Netzes:
Beim Topomapper gibt es den direkten Zugriff auf zahlreiche Kartenportale, die als Layer zusammengefügt sind und per Mausklick gewechselt werden können. Natürlich die Dinge, die Google und Microsoft zur Verfügung stellen, aber auch jede Menge Sachen von der NASA und natürlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute einfach mal ein paar bemerkenswerte Kartenanwendungen und Links aus den Weiten des weltweiten Netzes:</p>
<p>Beim <a href="http://www.topomapper.com/">Topomapper</a> gibt es den direkten Zugriff auf zahlreiche Kartenportale, die als Layer zusammengefügt sind und per Mausklick gewechselt werden können. Natürlich die Dinge, die Google und Microsoft zur Verfügung stellen, aber auch jede Menge Sachen von der NASA und natürlich den Topomapper selbst: Alte russische topographische Karten von Deutschland, schätzungsweise 1:50.000 und aus den 80er Jahren. Wer zudem kyrillische Schreibweisen deutscher Ortsnamen schätzt&#8230;. Allerdings braucht man am Browser ein Vecor-Rendering Plugin, standardmäßige SVG-Unterstützung sollte aber reichen.</p>
<p>Nette Vergleichsmöglichkeiten zwischen Openstreetmap und den Angeboten von Google und Yahoo per Transparenz-Schieberegler liefert dieses <a href="http://sautter.com/map/" target="_blank">Portal</a> von Frank Sautter. Vor allem kann man damit OSM-Karten endlich mit Luftbildern kombinieren.</p>
<p>Und ein englischsprachiges Weblog sammelt seltsame Landkarten aus aller Welt, heißt deswegen folgerichtig <a href="http://strangemaps.wordpress.com/">Strange Maps</a> und garantiert unterhaltsame Stunden. Von da stammt auch der Link zu dieser <a href="http://www.nytimes.com/interactive/2008/08/04/sports/olympics/20080804_MEDALCOUNT_MAP.html" target="_blank">animierten Kartengrafik</a> der New York Times, in der die Länder dieser Welt zu Kugeln mutieren, deren Größe von der Zahl der jeweils gewonnenen olympischen Medaillen abhängt. Eine interaktive Zeitleiste erlaubt den Vergleich. Besonders nett der Wechsel von 1964 zu 1968, wenn aus dem &#8220;United Team Germany&#8221; zwei Kreise ploppen. Oder der Blick auf 1912: In dem Jahr war Schweden die olympische Großmacht.</p>
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		<title>Wohin mit den Experten?</title>
		<link>http://www.geografitti.de/2008/07/13/wohin-mit-den-experten/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Jul 2008 09:39:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geografen besichtigen die Realität]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen für Jauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit etwas Abstand komme ich jetzt nochmal auf die AGIT zurück, speziell auf den Eröffnungsvortrag von Michael F. Goodchild. Der bekannte Geograph der University of California in St. Barbara ist darin der wachsenden Bedeutung der „Volonteered Geographic Information“ nachgegangen, wie er es nennt, also der freiwillig bereit gestellten Geoinformation, wie sie sich in Projekten wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit etwas Abstand komme ich jetzt nochmal auf die <a href="http://www.agit.at/" target="_blank">AGIT</a> zurück, speziell auf den Eröffnungsvortrag von Michael F. Goodchild. Der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Michael_Frank_Goodchild" target="_blank">bekannte Geograph</a> der University of California in St. Barbara ist darin der wachsenden Bedeutung der „Volonteered Geographic Information“ nachgegangen, wie er es nennt, also der freiwillig bereit gestellten Geoinformation, wie sie sich in Projekten wie Openstreetmap oder in zahlreichen Google-Kartenmashups ausdrückt, mit denen auf Basis der dortigen Luftbilder/Karten neue, raumbezogene Daten erzeugt und zugleich verbreitet werden.</p>
<p><a rel="Lightbox" href="http://www.geografitti.de/wp-content/goodchild.jpg"><img class="alignright" style="margin: 10px; float: right;" src="http://www.geografitti.de/wp-content/_goodchild.jpg" alt="" vspace="10" width="235" height="314" align="right" /></a> Die zahlreichen Beispiele und die wichtigsten Grundgedanken Goodchilds aus diesem Vortrag kann man in einem <a href="http://www.geog.ucsb.edu/%7Egood/papers/454.pdf" target="_blank">seiner Aufsätze bequem nachlesen</a> (PDF). Ich will hier vor allem seine Fragen, bezüglich der Grenzen dieser „Neogeoraphy“ aufgreifen. Goodchild nennt als entscheidendes Merkmal der jüngsten Entwicklung, dass die Grenzen zwischen Kartographie- Experten – ausgebildete Geographen, Vermesser, Kartographen etc &#8211; und Freiwilligen, die in ihrer Freizeit Informationen geotaggen, zunehmend verwischen. Openstreetmap sei das Paradebeispiel dieser Grenzauflösung. Freiwillige produzierten problemlos eine Landkarte, weil das notwendige kartographische Knowhow in die Software eingebettet ist. An dessen Stelle tritt das Knowhow des lokalen Experten, der seine Umgebung besser kennt, als der Kartenexperte. „Ist es nicht unlogisch, jemanden mit der Erfassung lokaler geographischer Daten zu beauftragen, der sich in dem gefragten Gebiet gar nicht auskennt?“, fragte Goodchild etwas überspitzt um deutlich zu machen, dass dies seit Jahrzehnten ein Effekt der Kartenerstellung durch „Profis“ ist.</p>
<p>Die noch unbeantwortete Frage ist laut Goodchild, wo die Kompetenz der selbst ernannten Experten endet. Braucht es nicht zum Beispiel echte Geologen, um eine geologische Karte anzufertigen? Andererseits: Landwirte könnten ihre Erfahrungswerte zu Böden und Erträgen ihrer Ländereien kartieren und würde dies nicht auch eine geologische Karte ergeben, die zwar von Experten (für Landwirtschaft), aber nicht von Geologen erstellt sei?</p>
<p>Ich persönlich meine, dass man ohne echte Experten nicht auskommen wird, um generisches Wissen zu erzeugen, dass aber jene Profis, die sich vornehmlich um anwendungsorientierte Kartographie bemühen von eben ihren Anwendern überrollt werden. Nicht sofort und nicht überall, aber überall dort, wo genügend Nachfrage besteht. Je nach Lesart ist das die Demokratisierung der Kartographie oder eben auch die totale Marktliberalisierung. Sicher scheint aber, dass Kartographen und Vermessern bis auf ein paar Nischen langfristig nicht mehr viel Betätigungsfeld übrig bleibt.</p>
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		<title>Mörderische Orte</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Jul 2008 08:22:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Am Wegesrand]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen für Jauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Projekt &#8220;Mordort&#8221; steht wohl noch ganz am Anfang, denn bislang zeigt sich die Deutschlandkare weitgehend frei von mörderischen Tatorten- real oder auch fiktiv. Aber wird schon.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Projekt &#8220;<a href="http://www.mordort.de" target="_blank">Mordort</a>&#8221; steht wohl noch ganz am Anfang, denn bislang zeigt sich die Deutschlandkare weitgehend frei von mörderischen Tatorten- real oder auch fiktiv. Aber wird schon.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Gestein, Boden und Fossil des Jahres 2008</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jun 2008 08:39:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ttm</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissen für Jauch]]></category>

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		<description><![CDATA[Solche Nachrichten können wir dem interessierten Mitmenschen nicht vorenthalten:

Sandstein ist das Gestein des Jahres 2008
Braunerde der Boden des Jahres 2008 und
Parapuzosia seppenradensis das Fossil des Jahres 2008.

Wer dies warum ausgewählt hat?
Die Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften und der Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler finden Sandstein laut Pressemitteilung vielseitig und Interessant.
Die Braunerde hat ein Kuratorium der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Solche Nachrichten können wir dem interessierten Mitmenschen nicht vorenthalten:</p>
<ul>
<li>Sandstein ist das Gestein des Jahres 2008</li>
<li>Braunerde der Boden des Jahres 2008 und</li>
<li><a href="http://www.lwl.org/wmfn-download/bilder-download/Museum_Naturkunde-Fossil_des_Jahres_2008-1199776474_0.1088.jpg" target="_blank">Parapuzosia seppenradensis</a> das Fossil des Jahres 2008.</li>
</ul>
<p>Wer dies warum ausgewählt hat?</p>
<p>Die Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften und der Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler finden Sandstein laut <a href="http://www.geoberuf.de/aktuelles_einzeln.php?news_id=223" target="_blank">Pressemitteilung</a> vielseitig und Interessant.</p>
<p>Die Braunerde hat ein Kuratorium der <a href="http://www.dbges.de/wb/pages/index.php?lang=DE" target="_blank">Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft</a> und des Bundesverbandes Boden ausgeguckt und den Riesenammonit Parapuzosia seppenradensis befand die Paläontologische Gesellschaft für würdig. Anders als Gestein und Boden des Jahres 2008 ist der rund 80 Millonen  Jahre alte Riesenammonit aus den Untercampan-Schichten der Oberkreide (!) allerdings eine echte Rarität. Mit einem Durchmesser von etwa 1,80 Meter und einem Gewicht von 3,5 Tonnen ist er der weltweit größte vollständig erhaltene Ammonit. Entdeckt wurde er 1895 von dem Heimatforscher Theodor Nopto in einem kleinen Steinbruch bei Seppenrade im Münsterland. Zu sehen ist er heute im <a href="http://www.lwl.org/LWL/Kultur/WMfN/Museum_Naturkunde/Fossil_des_Jahres_2008/" target="_blank">Westfälischen Landmuseum</a> in Münster.</p>
<p>Und damit schalten wir zurück in die angeschlossenen Funhäuser.</p>
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